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Die Autorin

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Franziska Bulle (23)
arbeitet als Journalistin

Jobben in Europa
Die Programme

11.08.2017 |

Ihr möchtet einige Monate im europäischen Ausland leben und arbeiten? Dann ist vielleicht ein Freiwilligendienst das Richtige. Welche es gibt und was sie unterscheidet, hat Franziska für euch zusammengestellt.

Europamädchen

Europa entdecken? Das geht eigentlich ganz einfach. Verschiedene Freiwilligendienste machen es möglich. – © dpa

Ihr möchtet eine Zeit im Ausland verbringen und noch dazu etwas Sinnvolles tun? Dann schaut euch die verschiedenen Freiwilligenprogramme in Europa an! Die Bereiche, in denen ihr arbeiten könnt, sind vielfältig.

Europäisch...

Der Europäische Freiwilligendienst (EVS) ist ein Programm der Europäischen Union. Hier könnt ihr zwei bis zwölf Monate im europäischen Ausland verbringen und euch engagieren. Euren EVS könnt ihr in vielen verschiedenen Bereichen machen, zum Beispiel im sozialen oder ökologischen Bereich. Das Land und das Projekt dürft ihr euch aussuchen. Doch ganz ohne Hilfe geht es nicht. Ihr müsst euch vorher bei einer Entsendeorganisation bewerben. Die wird euch dann an ein Aufnahmeprojekt vermitteln.

Für euch ist das Programm kostenlos. Ihr werdet von dem EU-Programm Erasmus+ JUGEND IN AKTION gefördert. Das heißt im Klartext, dass ihr nicht nur ein Taschengeld, Versicherungen und einen persönlichen Ansprechpartner vor Ort, sondern auch die Reisekosten erstattet bekommt. Ihr nehmt während der "Dienstzeit" außerdem an verschiedenen meistens internationalen Seminaren teil. Ihr habt Lust, einen EVS zu leisten? Dann schaut euch die verschiedenen Aufnahmeprojekte im European Youth Portal an.

Deutsch-französisch...

Es gibt auch den Deutsch-Französischen Freiwilligendienst. Junge Menschen im Alter von 18 bis 25 Jahren können 12 Monate bei unseren französischen Nachbarn verbringen. Organisiert wird der Freiwilligendienst durch das Deutsch-Französische Jugendwerk. Die Einsatzbereiche reichen von Sportstätten bis hin zum Alten- und Pflegeheim.

Vor dem Deutsch-Französischen Freiwilligendienst findet ein zweiwöchiges Seminar statt. Hier wird auf die französische Kultur und die Unterschiede zur deutschen Kultur eingegangen. Während eures Aufenthalts in Frankreich bekommt ihr ein Taschengeld und Geld für Unterkunft und Verpflegung. Zudem könnt ihr ein Sprachstipendium beim Deutsch-Französischen Jugendwerk beantragen. So könnt ihr vorher oder während eures Freiwilligendienstes einen Sprachkurs besuchen. Der Deutsch-Französische Freiwilligendienst ist für all jene etwas, die eine Leidenschaft für Frankreich haben oder entwickeln möchten. Bewerben könnt ihr euch hier.

International...

Der Internationale Jugendfreiwilligendienst (IJFD) ist für Freiwillige im Alter von 16 bis 26 Jahren. Er wird durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Mit dem IJFD könnt ihr 6-18 Monate im Ausland verbringen. Je nach Land gibt es viele verschiedene Projekte, die im sozialen, kulturellen, sportlichen oder im Bildungsbereich sowie in der Denkmalpflege liegen.

Während des IJFDs bekommt ihr ein Taschengeld, je nach Einsatzstelle Unterkunft, Verpflegung und die Erstattung der Reisekosten. Damit ihr top vorbereitet in den Freiwilligendienst geht, sind 25 Seminartage angesetzt. In den Seminaren lernt ihr interkulturelle Barrieren zu erkennen und Lösungen für sie zu finden. Außerdem geht es um gesellschaftliche Themen in den verschiedenen Ländern.

Damit alle Kosten getragen werden können, werdet ihr oft darum gebeten, einen Unterstützerkreis aufzubauen. Wie groß der sein soll, ist von Organisation zu Organisation unterschiedlich. Wer also gerne länger freiwillig tätig sein möchte, sollte sich für den IJFD bewerben. Schaut euch die verschiedenen Entsendeorganisationen an. Eine Liste findet ihr hier.

Nochmal europäisch...

Ihr seid zwischen 18 und 30 Jahren und wollt euch einen Großteil der Recherche sparen? Dann ist das Europäische Solidaritätskorps (ESK) das richtige für euch. Das Programm ist noch ganz neu und die ersten Freiwilligen sind gerade ins europäische Ausland gestartet. Auf der Plattform des ESK könnt ihr euch anmelden und ein persönliches Profil erstellen. Hier könnt ihr auch angeben, in welchem Bereich ihr arbeiten möchtet und wann ihr genau Zeit habt für einen Freiwilligendienst.

Während ihr bei den anderen Freiwilligendiensten nach den Entsendeorganisationen sucht, suchen beim ESK die Organisationen euch. Ihr bekommt Angebote für Freiwilligendienste und ihr könnt dann entscheiden, ob ihr das Angebot annehmen möchtet. Wenn ihr es ablehnt, verschlechtern sich eure Chancen, einen Freiwilligendienst zu machen, nicht.

Aber Achtung: Nur weil ihr euch anmeldet, heißt es nicht automatisch, dass ihr auch Angebote bekommt. Es macht also Sinn, sich auch noch für andere Programme zu bewerben. In der Regel bekommt ihr wie bei den anderen Freiwilligendiensten ein Taschengeld, Verpflegung und Unterkunft frei sowie in einigen Fällen begleitende Seminare. Ihr seid neugierig geworden? Dann geht es hier entlang für noch mehr Infos und zur Registrierung.

Kurze Dienste

Ihr habt nicht so viel Zeit, euch für sechs oder mehr Monate freiwillig zu engagieren? Dann ist ein Kurzzeitfreiwilligendienst beziehungsweise ein Workcamp das richtige für euch. Ein Workcamp kann ein bis vier Wochen dauern. Ihr könnt euch genau vorher aussuchen, was ihr machen möchtet. Vom Bau-Workcamp bis hin zu einem Workcamp im Medienbereich ist alles möglich. Unterkunft und Verpflegung sowie einige Freizeitaktivitäten sind inklusive.

Die internationalen Gruppen leben und arbeiten für die Zeit zusammen und lernen so auch verschiedene Kulturen kennen. Einziges Manko: Alle Entsendeorganisationen verlangen eine Vermittlungsgebühr, da viele Projekte sich selber finanzieren müssen und keine staatliche Unterstützung bekommen. Wer aber eine tolle und interessante Zeit in einem interkulturellen Umfeld sucht und nur wenig Zeit hat, ist hier richtig.

Die größte Hürde (neben der Kohle) ist hier die Suche nach einer Entsendeorganisation. Nicht, nicht weil es so wenige gibt, sondern, weil es so viele gibt. Klassiker sind das DRK oder die Kirchen, daneben gibt es aber noch unzählige weitere Organisationen. Googeln hilft. Oder ihr schaut einfach mal hier, hier oder hier.

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