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Christo-Ausstellung
Schaut's euch an!

28.12.2015 |

Eine Dauerausstellung im Bundestag dokumentiert die Verhüllung des Reichstagsgebäudes durch das Künstlerpaar Christo und Jeanne-Claude. Ihr könnt sie euch kostenlos anschauen.

Der verhüllte Reichstag mit Besucheransturm

5 Millionen Besucher lockte der verhüllte Reichstag 1995 nach Berlin - jetzt gibt es eine Ausstellung. – © DPA/Picture Alliance

Entwürfe, Fotos und sogar 400 Originalteile aus allen Phasen des Projekts – seit 25. November 2015 dokumentiert eine Dauerausstellung im Deutschen Bundestag die Verhüllung des Reichstagsgebäudes durch das Künstlerpaar Christo und Jeanne-Claude im Jahr 1995. Zu sehen ist auch das Modell des verhüllten Reichstages, mit dem die damalige Bundestagspräsidentin Prof. Dr. Rita Süssmuth um Unterstützung warb.

20 Jahre lang mussten Christo und Jeanne-Claude für ihre Kunstaktion werben, bevor sie Wirklichkeit werden konnte. Zunächst hatten sie dabei nur eine kleine Gruppe von Abgeordneten auf ihrer Seite – eine "sektenartige Gruppe von erklärten Irren", wie es der aktuelle Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert (CDU) in seiner Rede zur Eröffnung der Ausstellung ausdrückte. Er selbst gehörte damals zu diesen "Irren".

Unklarheit bis zum Schluss

Und auch wenn sich immer mehr Abgeordnete aus allen Fraktionen für eine Verhüllung begeisterten war bis zur endgültigen Abstimmung im Bundestag am 25. Februar 1994 nicht klar, ob das Projekt verwirklicht werden würde. So meinte Süssmuth noch kurz vorher zu Lammert: "Schade, dass wir nicht gewinnen können." Sie irrte sich, der Antrag der Befürworter setzte sich mit 292 zu 223 Stimmen durch.

Und es gab eine weitere positive Überraschung für die Kunst-Freunde: Statt der 500.000 Besucher, die man in der Antragsbegründung geschätzt hatte, kamen in den 14 Tagen der Verhüllung insgesamt fünf Millionen Besucher nach Berlin, um den verhüllten Reichstag zu sehen – für Lammert das "erste Sommermärchen" der Stadt.

Christo kam zur Eröffnung

Zu der nun eröffneten Ausstellung sagte der Bundestagspräsident, sie sei aufgrund ihrer Dauer sowie wegen ihres Gegenstandes die "ungewöhnlichste, die es jemals im Bundestag gegeben hat". Sehenswert ist sie in den Augen des Bundestagspräsidenten sowohl für Leute, die das Kunstwerk schon in natura betrachten konnten, als auch für alle, die damals nicht dabei waren. Denn Letztere bekämen nun einen "beinah authentischen Eindruck" der Geschichte, während die Zeitzeugen eine "dauerhafte Stütze der Erinnerung" erhielten.

Auch Christo selbst war bei der Eröffnung zugegen, leider ohne seine 2009 verstorbene Frau Jeanne-Claude. "Sie ist die wichtigste Person, die heute fehlt", so der 1935 in Bulgarien geborene und heute in New York lebende Künstler. Er kündigte an, dass nächstes Jahr auch noch originale Stoff- und Seilreste die Ausstellung ergänzen sollen.

Ausstellung besuchen

Im Reichstag ausgestellt werden die 400 Exponate auf der Präsidialebene. Ihr könnt sie euch auf Wunsch an Wochenenden im Rahmen der Kunst- und Architekturführungen im Bundestag mit den Schwerpunkten im Reichstagsgebäude (Führungsbeginn 11.30 Uhr), Paul-Löbe-Haus (14 Uhr) oder Jakob-Kaiser-Haus (16 Uhr) ansehen.

Anmelden könnt ihr euch online, aber auch per Fax (030/227-36436) oder Post (Deutscher Bundestag, Besucherdienst, Platz der Republik 1, 11011 Berlin). An Heiligabend, sowie am 1. und 2. Weihnachtsfeiertag finden keine Führungen statt. Plant ein wenig Vorlauf bei eurer Anmeldung ein.

(DBT/mp)

Video zur Ausstellung der Reichstagsverhüllung

© DBT

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