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Pro und Contra: Facebook an Schulen?

08.11.2013 |

Wollt ihr, dass eure Lehrer wissen, was in eurem letzten Facebook-Post steht? Peter, 19, will das nicht. Eine gesunde Distanz zum Lehrer müsse sein, meint er und ist pro Facebook-Verbot an Schulen. Ben, 18, sieht das anders: Unkompliziert und praktisch sei der Austausch mit Lehrern über das soziale Netzwerk, findet er und hält ein Verbot für "Datenschutz-Wahn". Und ihr? Stimmt ab!

Peter und Benjamin schauen in die Kamera

Peter (links) will seine Posts für sich behalten, Benjamin textete gerne mit Schülern und Lehrern. – © Privat

Contra

Ben: Vereinfachtes Lernen

Facebook für schulische Zwecke – das hat bei uns im Kurs wirklich gut geklappt. Den ganzen elften Jahrgang über hat der Lehrer mit uns interessante Links über das Netzwerk geteilt, Materialien zur Verfügung gestellt und über die interne Kursgruppe die Möglichkeit gegeben, auf unkompliziertem Weg Fragen zur eventuell anstehenden Leistungskontrolle zu stellen. Da sich sowieso fast jeder von uns mindestens einmal täglich im Netzwerk einloggt, bekamen wir so die wichtigsten Informationen fast nebenbei.

Seit diesem Schuljahr ist das nun vorbei. Pünktlich zum ersten Schultag nach den Sommerferien wurde die Gruppe gelöscht. Der Datenaustausch findet nun nur noch, wesentlich komplizierter, über die klassische E-Mail statt.

Zwar ist bei uns in Thüringen der Kontakt von Schülern und Lehrern über Facebook nicht explizit verboten, wie es in Rheinland-Pfalz nun der Fall ist. Jedoch stellt eine Verbreitung personenbezogener Daten über Server, die nicht in Deutschland stehen, einen Verstoß gegen das Landesdatenschutzgesetz dar. Die Nutzung von Facebook ist dadurch also ausgeschlossen.

Der Thüringer Datenschutz-Wahn ging sogar soweit, dass sich unser Lehrer eine neue E-Mail-Adresse zulegen mussten, da sich die Server des alten Anbieters ebenfalls in den USA befinden.

Thüringen und Rheinland-Pfalz sind jedoch längst nicht die einzigen Länder mit derartigen Regelungen. Beispielsweise sind auch in Bayern und Baden-Württemberg dienstliche Kontakte mit Schülern über das Netzwerk verboten. Andere Bundesländer arbeiten bereits an entsprechenden Gesetzen.

Ich finde es wirklich schade, dass sich die Bildungspolitik den neuen Medien gegenüber so stark verschließt. Soziale Netzwerke sind längst wichtiger Bestandteil der Kommunikation. Facebook nutzen über 30 Prozent der Deutschen regelmäßig und es ist im Alltag vieler überhaupt nicht mehr wegzudenken. Es muss akzeptiert werden, dass die fortschreitende Vernetzung verschiedenster Lebensbereiche nun mal auch nicht vor der Schule haltmacht.

Die Nutzung neuer Medien, wozu auch soziale Netzwerke zählen, vereinfacht in meinen Augen das Lernen, indem die Kommunikationswege unkomplizierter gestaltet werden. Es sollte Aufgabe der Bildungspolitik sein, diese Entwicklung zu fördern, um den Schulalltag zu erleichtern, anstatt sich komplett querzustellen und die zahlreichen Vorteile zu ignorieren.

Wollt ihr in der Schule über Facebook mit euren Lehrern verbunden sein?





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Kommentare

 

adi schrieb am 10.11.2016 10:08

ich finde es nicht guuut

 

 

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