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Pro und Contra
Managergehälter begrenzen?

30.11.2016 |

Gustav sagt: Gehälter in solchen Dimensionen haben nichts mehr mit "mehr Verantwortung" zu tun. Jan sagt: eine Deckelung schadet auch den Durchschnitts-Angestellten. Was ist eure Meinung?

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Contra

Jan, 21: Grenze schadet auch Arbeitern

Ein Manager verdient mehr als der Arbeiter am Fließband. Ist das ungerecht? Nein, sondern die logische Folge einer gerechten Bezahlung. Was ist aber, wenn die Bezahlung des Managers astronomische Größen annimmt? Dann muss der Aufsichtsrat und der Aktionär einschreiten – schon allein, weil eine übermäßige Bezahlung dem Unternehmen schadet.

Eine staatliche Obergrenze, wie die Linke sie fordert, raubt Managern hingegen die Motivation. Und überhaupt: Welche Grenze sollte man einziehen? Eine willkürliche Obergrenze für Managergehälter aus reinem Populismus darf es nicht geben.

Warum verdient der Manager mehr als der Arbeiter am Fließband? Viele Gründe lassen sich dafür anführen: Die längere Dauer des Studiums etwa oder die hohe Verantwortung – gerade auch für die anderen Mitarbeiter. Der Job des Managers ist nicht nur nervlich belastender, sondern zudem anfälliger für Korruption.

Ein weiterer Grund sind die längeren Arbeitszeiten, "Freizeit" verkommt für Spitzenverdiener oft zum Fremdwort. Zudem ist eine höhere Bezahlung notwendig, wenn die Nachfrage nach der Fachkraft höher ist. Will man Leute, die ein global agierendes Unternehmen erfolgreich leiten, muss man sie auch mit hohem Gehalt dazu bewegen dürfen, in Deutschland zu arbeiten.

Längeres Studium, höhere Verantwortung, immense Belastung oder große Nachfrage – ein höheres Gehalt für Manager ist nur fair.

Also Bahn frei für astronomische Gehälter? Nein, das verhindert der Aufsichtsrat des Unternehmens. Eine zu hohe Bezahlung schadet einem Unternehmen schließlich wirtschaftlich.

Es ist gut, dass es zu den Grundsätzen einer freien Marktwirtschaft gehört, dass die Löhne von den Vertragspartnern ausgehandelt werden. Zahlt ein Unternehmen zu hohe Löhne, wird es auf Dauer nicht wettbewerbsfähig bleiben. Darf es nicht über ein bestimmtes Gehaltsniveau hinaus, wandern kluge Köpfe ins Ausland ab. Ein Eingreifen des Staates in die Frage nach dem Lohn bringt also wirtschaftlich ausschließlich negative Folgen. Das schadet der deutschen Wirtschaft – und damit jedem Mitarbeiter.

Und überhaupt: Wo soll eine Deckelung der Gehälter eingezogen werden? 20, 40 oder 80 Mal so hohe Gehälter? Die Festlegung der Linksfraktion ist reine Willkür. Viel sinnvoller ist es doch, wenn der Markt den Lohn im freien Wettbewerb selbst festlegt. So werden Manager nicht durch Obergrenzen demotiviert, sondern angespornt, für ihr Geld zu arbeiten.

Soll der Staat eine Obergrenze für Managergehälter festlegen?





Kommentare

 

Dine schrieb am 14.08.2017 12:10

Eine staatliche Obergrenze würde das Prinzip der freien Preisbildung durch die soziale Marktwirtschaft ins Wanken bringen und unsere gesamte Wirtschaftsordnung negativ beeinflussen. Der Staat würde sich Zuviel einmischen, sodass der Kompromiss der sozialen Marktwirtschaft mehr in Richtung Planwirtschaft und weg von der freien Marktwirtschaft tendieren würde.

 

 

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