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Pro und Contra
Werbeverbot für Abtreibung kippen?

14.11.2018 |

Sollen Ärzte über Abtreibungen informieren oder gar dafür werben dürfen? Sophie ist dafür, Johannes will auf jeden Fall das Vebot beibehalten.

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Contra

Johannes (22): Das Ungeborene will leben

Das Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche soll gelockert, oder sogar abgeschafft werden? Nein, dieser Meinung bin ich nicht. Der Paragraf 219a im Strafgesetzbuch, der dieses Verbot festschreibt, muss so erhalten bleiben wie er ist. Er trägt zum Schutz ungeborenen Lebens bei.

Im Strudel des Kommerzes

Werbung geht laut Definition über bloße Information hinaus. Werbung empfiehlt jemandem ein bestimmtes Produkt und möchte dadurch erreichen, dass mehr Menschen das Produkt kaufen. Wenn Werbung für Abtreibung erlaubt wäre, würde Abtreibung ein Produkt auf dem Markt werden, sie würde in den Strudel der Kommerzialisierung geraten.

Das Werbeverbot zu lockern, könnte dazu führen, dass Werbung für Schwangerschaftsabbrüche allgegenwärtig ist. Das würde Abtreibungen zu etwas völlig Normalem und Alltäglichem verharmlosen. Doch ein so großer Eingriff, für mich sogar der größte, in das Leben ist keineswegs harmlos und sollte so auch nicht von der Gesellschaft wahrgenommen werden. Das käme einem Werteverlust gleich, der die Grenze des Machbaren immer weiter ins Bodenlose verschiebt.

Das Ungeborene als Problem

Für mich ist die Debatte über den Paragrafen 219a eng mit dem allgemeinen Thema Abtreibung verbunden. Denn ohne den Paragrafen gelangen ungewollt schwangere Frauen leichter und schneller an Informationen zu Schwangerschaftsabbrüchen. Der offensivere Umgang mit solchen Informationen hätte sicher zur Folge, dass mehr Frauen abtreiben.

Kind im Vordergrund

Ich finde, zu oft wird bei diesem emotionalen Thema die Lage der Frau betont und das Ungeborene überspitzt gesagt nur als "Problem" angesehen. Für mich steht anders herum das ungeborene Kind im Vordergrund. Metaphorisch gesagt: Das Ungeborene will leben und gehört, da ein Mensch entsteht, unter besonderen Schutz.

Die Würde des Menschen ist unantastbar, so heißt es im Artikel 1 unseres Grundgesetzes. Meiner Meinung nach haben auch Ungeborene eine Würde. Papst Franziskus hat Abtreibungen kürzlich sogar "Auftragsmord" genannt.

Reue zum Schluss

Der Paragraf schützt meiner Meinung nach deshalb nicht nur das ungeborene Kind, sondern auch die schwangere Frau. Viele Schwangere, die einen Abbruch vornehmen lassen, bereuen diese Entscheidung später. Der Paragraf 219a baut höhere Hürden, damit sich Frauen nicht leichtfertig für eine Abtreibung entscheiden. Sollte der Paragraf aufgehoben werden, würde sich das ändern und es gäbe mehr Frauen die im Nachhinein ihr leichtfertiges Handeln bereuen.

Unbedingt beibehalten

Der Paragraf 219a sollte also unbedingt beibehalten werden, denn dieser schützt das Ungeborene vor dem Tod, die Gesellschaft vor dem Werteverlust und die schwangere Frau vor leichtfertigem Handeln. Abtreibungen, die generell rechtswidrig und nur unter bestimmten Bedingungen straffrei sind, dürfen nicht zur Normalität werden. Lebensschutz ist Grundlage für das Leben.

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