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Bundestagswahl 2017
Wie läuft der Wahltag ab?

15.09.2017 |

Frühaufsteher können ab 8 Uhr ihre Kreuze machen, die Wahllokale schließen um 18 Uhr. Wie es vor Ort abläuft, wann es Infos über die Wahlbeteiligung und das Ergebnis gibt, erfahrt ihr hier.

Bayernwähler

Auch in Bayern wird gewählt - wo wohl diese Herren ihr Kreuzchen machen? – © dpa

Von wem soll Deutschland regiert werden? Wer am Sonntag, dem 24. September, mindestens 18. Jahre alt ist und deutscher Staatsbürger, der kann bei der Bundestagswahl mitentscheiden. Das sind etwa 61,5 Millionen Bürger – und vielleicht ist der ein oder die andere von euch in diesem Jahr zum ersten Mal dabei.

Frühaufsteher können schon ab 8 Uhr ihre Kreuze machen und abends sollte man nicht zu spät kommen, die Wahllokale schließen um 18 Uhr. Nicht vergessen: Die Wahlbenachrichtigung (auf der die Adresse eures Wahllokals steht) und Personalausweis oder Reisepass mitnehmen. Wer die Wahlbenachrichtigung nicht findet, sich aber ausweisen kann, darf auch so wählen.

Wie läuft es im Wahllokal?

Wer den Wahlraum betritt, zeigt seine Wahlbenachrichtigung vor, wenn dies der Wahlvorstand verlangt, und erhält einen Stimmzettel. Nur in der Wahlkabine darf gewählt werden. Dort dürft ihr übrigens niemanden mit hineinnehmen und weder fotografieren noch filmen – Selfieverbot, denn geheim ist geheim! Der Stimmzettel muss vor dem Verlassen der Wahlkabine so gefaltet sein, dass nicht erkennbar ist, wie ihr gewählt habt.

Der Wahlvorstand prüft, ob ihr in das Wählerverzeichnis eingetragen seid. Ist alles in Ordnung, gibt er die Wahlurne frei, sodass der Stimmzettel eingeworfen werden kann. Der Schriftführer vermerkt die Stimmabgabe im Wählerverzeichnis. Die Wahlbenachrichtigung kann der Wahlvorstand einbehalten.

Welche Kreuze mache ich?

Auf dem Stimmzettel, den ihr mit in die Wahlkabine nehmt, könnt ihr zwei Kreuze machen: Eine Erststimme für die Wahl einer beziehungsweise eines Wahlkreisabgeordneten (Direktmandat auf der linken, schwarz gedruckten Hälfte des Stimmzettels) sowie eine Zweitstimme für die Wahl der Landesliste einer Partei (auf der rechten, blau gedruckten Hälfte des Stimmzettels). Wer mehr Kreuze macht oder etwas auf den Stimmzettel zeichnet, kann davon ausgehen, dass der Zettel ungültig ist und seine Stimme nicht gewertet wird.

Wenn ihr über Erst- und Zweitstimme noch unsicher seid, könnt ihr euch auch unser Video zum Direktmandat anschauen!

Wen kann ich wählen?

Neben den im aktuellen Bundestag vertretenen Parteien (CDU/CSU, SPD, Die Linke, Bündnis 90/Die Grünen) treten viele weitere Parteien zur Wahl an – unter ihnen zum Beispiel auch die FDP, die AfD, die Tierschutzpartei, die V-Partei3 oder die Satiretruppe "Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative", kurz Die PARTEI. Mehr Infos zu den insgesamt 42 Parteien findet ihr hier.

Die Stimmzettel sehen bundesweit nicht identisch aus, sondern unterscheiden sich von Land zu Land und von Wahlkreis zu Wahlkreis. Denn nicht in jedem Wahlkreis treten Direktkandidaten aller Parteien an und nicht jede Partei sammelt in jedem Bundesland Zweitstimmen.

Wann gibt es erste Zahlen?

Die Wahl wird vom Bundeswahlleiter und seinem Team überwacht. Er wird am Sonntag um etwa 15.30 Uhr den "Zwischenstand zur Wahlbeteiligung bis 14 Uhr" bekanntgeben. Mitten in der Nacht, zwischen 2 und 4 Uhr, verkündet er dann das "vorläufige amtliche Ergebnis".

Sobald die gewählten Kandidaten für den 19. Deutschen Bundestag feststehen, sind sie nach und nach auf der Internetseite des Bundestages mit ihrer Kurzbiografie abrufbar. Auch eine gezielte Suche nach den Ergebnissen in den insgesamt 299 Wahlkreisen ist möglich.

Vielleicht veranstaltet der eine oder die andere von euch mit Freunden oder der Familie eine kleine Wahlparty mit Chips und Co. vor dem Fernseher. Die kann natürlich schon früher beginnen, denn die Wahlforschungsinstitute veröffentlichen ab 18 Uhr Hochrechnungsergebnisse. Moderatoren werden Balkendiagramme präsentieren, mögliche Koalitionen mit bunten Grafiken aufzeigen, Spitzenpolitiker befragen. Bei den Zahlen, die da gezeigt werden, handelt es sich um die Auswertung von Wählerbefragungen durch die Wahlforschungsinstitute nach der Stimmabgabe. Diese werden nach und nach um Ergebnisse der öffentlichen Stimmenauszählung in einzelnen Wahllokalen erweitert.

Wann ist das Ergebnis amtlich?

Das "endgültige amtliche Ergebnis" der Wahl wird der Bundeswahlausschuss dann voraussichtlich am Donnerstag, 12. Oktober 2017, in öffentlicher Sitzung im Deutschen Bundestag feststellen. Das dürfte dann allerdings vom vorläufigen kaum noch abweichen. Der Bundeswahlausschuss überwacht die Bundestagswahl. Er besteht aus dem Bundeswahlleiter als Vorsitzendem sowie acht Beisitzern und zwei Richtern des Bundesverwaltungsgerichts.

Wann gibt es eine Regierung?

Wenn es am Wahltag eine Partei zur absoluten Mehrheit schaffte, wäre ziemlich schnell klar, wer der neue Bundeskanzler oder die neue Bundeskanzlerin werden würde. Allerdings ist das allen Umfragen zufolge nicht zu erwarten. Deshalb gehen nach der Wahl die Verhandlungen zwischen den Parteien über mögliche Koalitionen los. Da wird entschieden, wer am Ende mit wem regieren und im Bundestag meist gemeinsam abstimmen wird. Unter Umständen kann das dauern: 2013 unterzeichneten CDU, CSU und SPD den Koalitionsvertrag erst Mitte Dezember und dann wählten die Abgeordneten auch die Bundeskanzlerin.

Weitere Informationen für Wähler findet ihr auf den Seiten des Bundeswahlleiters, dort gibt es auch einige Erklärvideos, die nicht nur für die Wahlhelfer interessant sind, sondern auch für Erstwähler. Ebenso könnt ihr euch unser Video "Wie funktioniert die Bundestagswahl?" anschauen.

(mitmischen.de)

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