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Die Autorin

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Ronja Baerecke (25)
studiert Medienmanagement.

Wahlkreis-Serie: Eckernförde
Klönschnack mit Rose

18.09.2017 |

Sönke Rix ist stolz auf seinen Wahlkreis, nicht nur, weil er hier geboren ist. In Rendsburg-Eckernförde setzt er vor allem auf sozialen Wohnungsbau und Familienpolitik.

Sönke Rix

Keine schlechte Gegend für ein Wahlkreisbüro: Sönke Rix im Yachthafen von Eckernförde – © privat

Schleuse

Sönke Rix' Reich: der Wahlkreis Rendsburg-Eckernförde – © privat

Rix und Autorin

Der Abgeordnete mit unserer Autorin – © privat

Der Wochenmarkt in Eckernförde, hier treffe ich den Bundestagsabgeordneten Sönke Rix (SPD). Man kennt ihn hier in seinem Wahlkreis – andauernd grüßen ihn Passanten und winken ihm zu. Zwischen Ständen mit Obst, Gemüse und Blumen macht sich der Geruch von frischem Fisch breit. Das ist hier in Schleswig-Holstein natürlich normal, denn das nördlichste Bundesland verbindet zwei Meere: Die Nordsee und die Ostsee.

Rix ist gelernter Erzieher und dass er an seiner Heimat, seinen Projekten und Ideen hängt, spürt man gleich. Gerade in der heißen Phase vor der Bundestagswahl ist natürlich ein intensiver Kontakt zu den Menschen besonders wichtig. Aber auch sonst versucht der 41-Jährige, sich stets auf dem Laufenden zu halten und im Dialog zu bleiben. Dazu ist er auch viel auf sozialen Netzwerken wie Facebook unterwegs.

Kandidat für 270.000 Menschen

Der gebürtige Eckernförder lebt schon immer hier, ein Umzug kam für ihn nie in Frage. "Wir haben Meere, ein bisschen Hügellandschaft, viele kleine Orte, aber auch Mittelstädte und deshalb auch eine sehr bunte Vielfalt an Menschen", beschreibt Rix seine Heimat. Gerade das mache seine politische Arbeit so spannend. Neben Rendsburg und Eckernförde gehören auch die Städte Büdelsdorf und Nortorf und noch eine Menge weiterer Gemeinden dazu.

Im Kreis leben rund 270.000 Menschen, Sönke Rix besucht die rund 160 Gemeinden regelmäßig. Er setzt sich hier für sozialen Wohnungsbau ein, denn es wird in seiner Gegend immer schwieriger, bezahlbare Wohnungen zu finden. Besonders in Eckernförde gebe es so gut wie keine bebaubaren Flächen mehr, erklärt er, darum wichen viele Menschen auf die Gegenden außerhalb aus.

Haustürgeschäft mit Rose

Nach einem Klönschnack, wie das hier im Norden die Einheimischen nennen, geht es weiter in eins seiner drei Büros. Das am Hafen finde er besonders toll und gerade im Sommer könne man hier das ein oder andere Fischgericht schlemmen, erzählt er. Dann macht Rix sich auf in den Wahlkampf. Zum SPD-Rot passend läuft er mit roten Rosen von Tür zu Tür und überreicht Broschüren. Einen flotten Schritt hat er, ich muss mich zusammenreißen, damit ich hinterherkomme. Fast drei Stunden lang verschenkt er Rosen, beantwortet Fragen und führt politische Diskussionen mit potenziellen Wählern. Vor allem die jungen Familien seien ihm wichtig, so Rix, der Mitglied des Ausschusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Bundestag ist.

Mehr Betreuungsplätze, kostenfreie Kitas

Nach dem Rundgang geht es noch auf eine Grillparty bei den ortsansässigen Parteimitgliedern. Auch hier nimmt sich Sönke Rix wieder geduldig Zeit und beantwortet jede einzelne Frage. Er wirkt authentisch und auf dem Boden geblieben, während er mit manch lustiger Anekdote von seinen Erfahrungen berichtet.

Besonders wichtig sei ihm, erklärt Rix, dass Frauen Beruf und Familie besser vereinen können. Dafür würde er gerne die Rahmenbedingungen verbessern – mehr Betreuungsplätze anbieten und kostenfreie Bildung schaffen. Als ausgebildeter Erzieher kenne er auch das Problem, dass es Gehaltsunterschiede zwischen den Geschlechtern gebe.

Zudem setzt sich der Abgeordnete für ein großes Angebot für junge Menschen ein. Ein Projekt liegt ihm besonders am Herzen: die sogenannte Eck-Town-City. Hier simulieren Kinder und Jugendliche in einer Zeltstadt eine echte Stadt und organisieren alles selbst. Dort gibt es alles – vom Handel bis zur Politik und Verwaltung.

Der Weg nach Berlin

Rix tritt auch in diesem Jahr in als Direktkandidat für die Bundestagswahl an. Bei den Wahlen in den Jahren 2005, 2009 als auch 2013 machten allerdings immer die Gegenkandidaten der CDU das Rennen. Da der SPD-Politiker jedoch jeweils einen vorderen Platz auf der Landesliste seiner Partei innehatte, zog er immer auf diesem Weg als Abgeordneter in den Deutschen Bundestag ein. In diesem Jahr heißen Rix' Wettbewerber Johann Wadephul (CDU), Stefan Karstens (Linke) und Claudia Ulrich (Grüne). Auf der Landesliste ist Rix auf dem zweiten Platz.

Tourismus, Landwirtschaft und die Marine

Große Strände, viel Grün und sogar ein paar kleinere Berge gehören zusammen mit einigen Erholungsgebieten zu den Aushängeschildern der Region und locken jedes Jahr zahlreiche Touristen nach Schleswig-Holstein. Auch die Nähe zur dänischen Grenze zieht viele Besucher an. Einige Dänen haben hier sogar ihre Ferienhäuser. Sönke Rix ist übrigens auch Mitglied im Beratenden Ausschuss für Fragen der dänischen Minderheit, dessen Aufgabe es ist, den Kontakt zwischen der dänischen Minderheit und der Bundesregierung und dem Bundestag zu sichern. Stellvertretendes Mitglied ist Rix im Beratenden Ausschuss Friesische Volksgruppe.

Durch die vielen landwirtschaftlich genutzten Flächen wird in der Gegend viel Handel mit den entsprechenden Produkten betrieben. Industrie gibt es hingegen weniger. Ein weiterer großer Arbeitgeber der Region ist der Marinestützpunkt in Eckernförde.

"Das macht micht stolz"

Durch den Zuzug von Flüchtlingen standen auch die Schleswig-Holsteiner in den letzten zwei Jahren vor neuen Aufgaben. Deren Integration sei in Schleswig-Holstein sehr gut vorangegangen und vorbildlich für andere Bundesländer, so Rix. "Wir haben wenig Konflikte, sehr viele dezentrale Unterbringungen und auch einige ehrenamtliche Helfer. Dass das so gut funktioniert und zu so wenig Problemen geführt hat, das macht mich auch ein bisschen stolz auf die Menschen in meinem Wahlkreis", erklärt er.

Die Vorstellung des Wahlkreises ist Teil einer Serie. Bis zur Bundestagswahl 2017 stellt mitmischen.de acht Wahlkreise aus ganz Deutschland vor, die Autoren besuchen den jeweiligen Abgeordneten. Dabei werden alle Fraktionen des Bundestages berücksichtigt.

Kommentare

 

Klaus Frahm schrieb am 19.09.2017 11:57

Das ist ein sehr informativer Artikel über einen sympathischen Abgeordneten. Und nebenbei auch noch flott geschrieben. :-)

 

 

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