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Die Autorin

Laura Meyer 68x68

Laura Meyer (16)
ist Schülerin

Wahlkreis-Serie: Saarbrücken
"Europäisch, lebenswert"

30.06.2017 |

Als "kleinstes Bundesland der Welt" bezeichnen die Saarländer ihre Heimat liebevoll. Auch Autorin Laura ist dort Zuhause. Sie hat mit der Bundestagsabgeordneten Elke Ferner (SPD) einen Spaziergang durch den Wahlkreis 296 unternommen. Es ging um Essen, Autobahnen und das Abitur.

SPD-Abgeordnete Elke Ferner und Autorin Laura Meyer

Mitten im Wahlkampf nimmt sich die SPD-Abgeordnete Elke Ferner Zeit, um Laura ihren Wahlkreis vorzustellen. – © Laura Meyer

Saarbrückenschild auf Wiese mit Blumen in Saarbrücken

Kleinster Wahlkreis des kleinsten Bundeslandes - schön ist es hier aber trotzdem. – © Laura Meyer

Ludwigskirche in Saarbrücken

Der Ludwigsplatz mit der Ludwigskirche ist eines der Wahrzeichen von Saarbrücken. – © Laura Meyer

Stadtautobahn Saarbrücken

Stadt, Autobahn, Fluss, Stadt: Die Anordnung der Stadtautobahn hat ihre Tücken, zum Beispiel wenn die Saar über die Ufer tritt. – © picture alliance/augenklick

Menschen sitzen auf einem MArktplatz

Rund um den Sankt Johanner Markt spielen sich viele der Saarbrücker Feste ab. Meistens geht es dabei um gutes Essen. – © picture alliance/robertharding

Elke Ferner treffe ich einen Tag vor der Landtagswahl im Saarland, Ende März. Es herrscht Wahlkampfstimmung, alle Parteien die zur Landtagswahl antreten, haben ihre Stände in der Saarbrücker Fußgängerzone aufgestellt. Überall hängen Plakate – Mitglieder der Parteien verteilen Flyer und Kugelschreiber an die Passanten. Als ich den Stand der SPD erreiche, ist Frau Ferner (59) mitten in einem angeregten Gespräch mit Parteigenossen. Wir entscheiden uns kurze Zeit später, in ein kleines Eiscafé zu gehen, um dort in Ruhe zu reden – der Wahlkampftrubel auf der Straße ist einfach zu groß.

An der Grenze zu Frankreich und Luxemburg liegt "das kleinste Bundesland der Welt", wie ein Werbespot über das Saarland verrät. Saarbrücken, die zweitkleinste Landeshauptstadt Deutschlands, befindet sich im Südosten des Landes.

Nummer 296

Deutschland ist in 299 Wahlkreise eingeteilt. Der Wahlkreis, in dem Elke Ferner aktiv ist, trägt die Nummer 296. Neben dem Regionalverband Saarbrücken gehören auch Völklingen, Großrosseln, Kleinblittersdorf, Riegelsberg und Püttlingen dazu. Dort lebten bei der Bundestagswahl 2013 etwa 205.000 Wahlberechtige, von denen 69,5 Prozent ihre Stimme auch tatsächlich abgegeben haben.

Das Direktmandat für den Bundestag errang damals Anette Hübinger (CDU), dicht gefolgt von der Kandidatin der SPD: Elke Ferner, die dann über Platz 1 der Landesliste in den Bundestag einzog. Elke Ferner ist eher klein, sympathisch und trägt ihre kurzen Haare rot. Sie erzählt, dass sie zwar nicht in Saarbrücken geboren, aber hier aufgewachsen und zur Schule gegangen ist.

Lebenswert und bunt

"Europäisch, lebenswert, bunt", so beschreibt die 59-Jährige ihren Wahlkreis, der nicht nur an Frankreich grenzt, sondern auch geografisch mitten im Herzen Europas liegt. Die Nähe zu Frankreich findet sich nicht nur in der Geschichte des Saarlandes, welches zeitweise zu Frankreich gehört hat, sondern auch in zahlreichen Festen.

Eines von Ferners Lieblingsfesten ist das Dorffest von Großrosseln direkt an der Grenze zu Frankreich, erzählt sie. Das Fest ist ein grenzübergreifendes Fest, welches alljährlich zahlreiche Besucher anlockt. Neben kleineren Festen gibt es in "Saarbrigge", wie die Saarländer ihre Hauptstadt nennen, auch noch weitere Festivals, wie das Saarspektakel, das mit Drachenbootrennen und Konzerten nicht nur Saarbrücker an die Saarwiesen zieht. Frau Ferner empfiehlt mir, neben dem Besuch auf dem Saarspektakel, auch das Nauwieserviertel-Fest, sowie das Altstadtfest in Saarbrücken zu besuchen.

"Hauptsach gudd gess"

Gemäß dem saarländischen Lebensmotto "Hauptsach gudd gess" haben alle größeren oder kleineren Feste in der Region gemeinsam, dass man dort nicht nur saarländische Spezialitäten wie "Dibbelabbes" oder Lyonerpfanne essen kann, sondern auch zahlreiche elsässische Spezialitäten wie Flammkuchen angeboten werden.

Doch auch in Wahlkreis 296 ist nicht alles golden. Themen, die die Bürger momentan interessieren, sind unter anderem der Neubau des Ludwigsparkstadions des 1. FC Saarbrücken, welcher deutlich mehr kosten wird, als geplant. Auch die Suche nach bezahlbarem Wohnraum und die Diskussion über ein Abitur nach acht oder nach neun Jahren beschäftigen die Wähler.

Ferner: Mehr Radwege bitte!

Bei ihrer Arbeit für den Wahlkreis in Berlin vertritt Elke Ferner die Devise: "Nur, wenn es der Landeshauptstadt gut geht, geht es dem Land gut." Deshalb plädiert sie für mehr Zukunftsinvestitionen in Saarbrücken, die die Stadt ihrer Meinung nach dringend braucht – beispielsweise um sie fahrradfreundlicher zu machen. Bisher, findet Ferner, fährt sie lieber in Berlin mit dem Fahrrad als in Saarbrücken. "Die Stadt braucht mehr Möglichkeiten für Fahrradfahrer", sagt die Abgeordnete.

Die Seele baumeln lassen

Saarbücken bietet gerade in den wärmeren Jahreszeiten zahlreiche Orte, die zum Verweilen einladen. Elke Ferner mag den Staden, dass Saarufer, wo man gerade im Sommer gut dem Trubel der einzigen Großstadt des Saarlandes entkommen kann. Dort kann man fast ungestört die Seele baumeln lassen, denn: Da gibt es noch die Stadtautobahn, welche mitten durch Saarbrücken führt. Für viele Saarbrücker gehört sie seit jeher zum Stadtbild, doch Touristen wundern sich regelmäßig über die "Bausünde" aus den 60ern, wie Frau Ferner sie mir gegenüber bezeichnet. Ein Projekt, welches die Stadtautobahn übertunneln sollte, scheiterte bisher an den hohen Kosten.

Bedeutende barocke Kirche

Die Stadtautobahn verläuft nicht nur direkt neben der Saar, sondern ist auch eine Trennlinie zu Alt-Saarbrücken, wo man die Ludwigskirche sowie das Saarbrücker Schloss nach kurzem Spaziergang erreicht. Besonders der Ludwigsplatz mit der Ludwigskirche überzeugt architektonisch auf ganzer Linie: der barocke Kirchenbaumeister Friedrich Joachim Stengel begann 1762 mit dem Bau der evangelischen Kirche, welche 1775 fertiggestellt wurde. Heute gehört die Ludwigskirche zu den drei bedeutendsten barocken Kirchen in Deutschland.

Die Bundestagswahl 2017

Elke Ferner wird bei der nächsten Bundestagwahl nach mehr als 27 Jahren als Abgeordnete und auch als Parlamentarische Staatssekretärin nicht mehr zu Wahl stehen. Bereits 1990 war sie in den Bundestag eingezogen, verpasste dann 1998 knapp den Einzug und ist seit 2002 wieder durchgängig im Parlament.

Als Vertreterin des linken Flügels ihrer Fraktion war die gelernte EDV-Kauffrau von 2005 bis 2013 stellvertretende Fraktionsvorsitzende und davor (1998 bis 2000) Staatssekretärin beim Bundesminister für Verkehr, Bau und Wohnungswesen. Seit 2013 ist sie Parlamentarische Staatssekretärin beim Familienministerium.

Die Nachfolgerin von Elke Ferner steht schon in den Startlöchern: Josephine Ortleb (30) – momentan Büroleiterin in Ferners Wahlkreisbüro – ist bereits nominiert. Ferner findet es gut, dass eine junge Frau ihre Nachfolge antreten möchte. Sie selbst wird weiterhin politisch aktiv sein, doch den Umfang dann selbst bestimmen.

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