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USA-Stipendiatin
Florentine, 16, Arkansas

16.10.2018 |

Auch in Arkansas geht sie ihrer Leidenschaft nach: der Musik. Florentine ist schon Teil der Schulband geworden und singt im Chor. Was die Stipendiatin des Bundestages in den ersten Wochen erlebt hat, könnt ihr in ihrem ersten Blogeintrag nachlesen.

Oktober 2018: Tanzen ja, aber lieber Zuhause

Drei junge Frauen vor einer Backsteinmauer

Den offiziellen Homecoming-Ball fand Florentine (rechts) nicht so spannend wie das private Event später zu Hause. – © privat

Schulband in Uniform

Während des Homecoming Football-Spiels hat Florentine ihr erstes Geigen-Solo gespielt. – © privat

Nun bin ich schon eine Weile in den USA und habe so einiges erlebt. Ein ganz besonderes Ereignis war die Homecoming-Woche (Fest für Ehemalige). Was ich dort erlebt habe, möchte ich euch in diesem Blogeintrag berichten.

Spirit Week

Ein Teil des Homecoming ist die sogenannte "Spirit Week". Hier hat jeder Tag ein Motto bekommen, nachdem sich die Schüler verkleiden konnten. Zum Beispiel spezielle Filme oder die 90er Jahre. Am besten hat mir allerdings der "woke-up-like-this-Wednesday" gefallen. Da musste jeder zur Schule kommen, wie er an dem Tag eben aufgestanden war. Ich habe noch nie so viele Menschen gleichzeitig in Onesies, also Einteilern mit Reißverschluss, gesehen. Ich selbst war in einen Schlafanzug gekleidet. Das war mal ein etwas anderes Schuloutfit.

Die Homecoming-Parade

Am Donnerstag dann war die Homecoming-Parade. Während der zweiten und dritten Stunde versammelten sich alle Schüler an den Straßen, die um die Schule herum liegen. Mit der Band marschierten wir um den ganzen Block und spielten die ganze Zeit über Marschmusik, während hinter uns die Paradewagen folgten. Diese waren von sämtlichen Vereinen und Fachgruppen gestaltet worden.

Am besten gefiel mir der Wagen von der französischen Fachgruppe: Sie haben ein alt aussehendes Boot gebaut und jeder auf dem Wagen war gekleidet wie ein Pirat. Ich persönlich war sehr froh, ein Teil der Band sein zu dürfen. Es war ziemlich cool durch die breiten Straßen zu marschieren, während alle uns zujubelten und Fotos machten.

Das Homecoming Football Game

Am Freitag war dann das "Homecoming Football Game", das meine Schule gewann. Dort habe ich auch das erste Mal mein Geigen-Solo in der Band vor Publikum aufgeführt. Das Spiel an sich war nicht anders als alle anderen Football-Spiele: Die Band spielte wie immer während des Spieles Marschmusik und marschierte in der Halbzeitpause. Der einzige Unterschied war, dass mehr Leute da waren.

Der Homecoming-Tanz

Am Samstag war der Tanz. Dieser ist mehr oder weniger der Höhepunkt der ganzen Woche, weil alle Mädchen schöne Kleider tragen und die Jungen Anzüge. Nachdem ich mich fertig gemacht hatte, traf ich mich mit meinen Freundinnen. Wir gingen Essen und danach zu dem Tanz. Weil es dort aber nicht so aufregend war, verließen wir das Event nach einer Stunde wieder und feierten unser eigenes Homecoming zu Hause, was wiederum sehr viel Spaß machte. Alles in allem war es eine ziemlich aufregende und tolle Woche.

September 2018: Morgens Musik

Ein blondes Mädchen steht vor einer Backsteinmauer.

Ihre Leidenschaft ist die Musik - Geige wird Florentine deshalb auch in der Schulband während ihres Auslandsjahres spielen. – © privat

Florentine hat vor ihrer Abreise in die USA ein Praktikum bei ihrem Abgeordneten-Paten Uwe Feiler (CDU) im Bundestag gemacht.

Florentine hat vor ihrer Abreise in die USA ein Praktikum bei ihrem Abgeordneten-Paten Uwe Feiler (CDU) im Bundestag gemacht. – © privat

Florentine spielt in der Schulband: Hier ist sie mit einer Freundin in der Band-Uniform zu sehen.

Florentine spielt in der Schulband: Hier ist sie mit einer Freundin in der Band-Uniform zu sehen. – © privat

Florentine ist in ihrem USA-Jahr Einzelkind: hier ist sie mit ihrem Gastvater David zu sehen.

Florentine ist in ihrem USA-Jahr Einzelkind: hier ist sie mit ihrem Gastvater David zu sehen. – © privat

Hallo zusammen...

... mein Name ist Florentine und ich bin 16 Jahre alt. Ich wohne in Deutschland ganz in der Nähe von Berlin und habe gerade die 10. Klasse des Gymnasiums abgeschlossen. Ich liebe Musik, spiele seit zehn Jahren Geige (auch in einem Orchester), singe im Chor und nehme Gesangsunterricht (zumindest in Deutschland).

Außerdem interessiere ich mich sehr für Politik. Den Wunsch, während der Schulzeit ins Ausland zu gehen, hatte ich schon seit der 7. Klasse. Deshalb habe ich angefangen, mich über die Finanzierungsmöglichkeiten zu informieren und mich bei verschiedenen Organisationen zu bewerben. Dadurch wurde ich natürlich auch auf das Parlamentraische Patenschaftsprogramm aufmerksam, das mir mit dem politischen Schwerpunkt fast schon zu perfekt erschien.

Praktikum im Bundestag

Es war ein langer Weg, der nach der Bewerbung folgte, doch schließlich habe ich es geschafft und bin nun hier: In den USA, dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Bereits vor meiner Abreise traf ich mich mit meinem Paten-Abgeordneten Uwe Feiler (CDU). Dieser hat mir angeboten, ein Praktikum bei ihm zu machen. Diese Chance habe ich natürlich ergriffen und noch vor meiner Abreise einen Termin vereinbart.

Ich hatte dabei sehr viel Glück, denn ich habe ausgerechnet eine Sitzungswoche erwischt. Deswegen konnte ich Herrn Feiler in die Arbeitsgemeinschaften (AGs), Ausschüsse und Plenarsitzungen (Besuchertribüne) begleiten. Dieser Einblick war unglaublich interessant und einmalig. Ich danke Herrn Feiler noch einmal sehr für diese Möglichkeit. Und ich rate jedem Stipendiaten dazu, ebenfalls ein Praktikum zu machen, wenn die Chance dazu besteht.

Arkansas, wo liegt das?

Wo ist eigentlich Arkansas? Das habe ich mich gefragt, als ich die Nachricht bekam, wo ich im nächsten Jahr wohnen werde. Nämlich in der 80.000 Einwohner Stadt Springdale im Bundesstaat Arkansas. Dieser grenzt im Nord-Osten an Texas und liegt damit ungefähr mittig in den USA. Ein Jahr lang darf ich nun erfahren, was es heißt, Einzelkind zu sein. Meine Gastfamilie besteht aus einem Ehepaar Mitte 50 und einem Hund.

"That’s huge" – diesen Satz habe ich hier wohl schon ziemlich oft seit meiner Ankunft gesagt. Denn es stimmt: In Arkansas ist alles irgendwie größer. Egal, ob man auf einem Highway fährt, in einen Einkaufsladen geht oder durch die Flure der Schule läuft.

Riesen-Schule

Generell hatte ich bis jetzt eine tolle Zeit. Meine Gastfamilie ist sehr lieb und ich habe auch schon ihre Verwandten kennengelernt. Außerdem habe ich schon Freunde gefunden und hatte bereits den ersten "sleepover" (woanders übernachten). In der Schule kenne ich mich schon halbwegs aus, so langsam scheint sich alles etwas mehr zusammenzufügen.

Ich werde dieses Jahr auf die Har-Ber High-School gehen. Die Schule beginnt um 8.45 Uhr offiziell und geht bis 16.30 Uhr. Allerdings beginnt für mich die Bandprobe schon um 8 Uhr. Auf meine Schule gehen um die 2.300 Schüler, dementsprechend groß sind auch die Gebäude.

Ungewöhnliche Schulfächer

Zu Beginn musste ich mir aus zwei Seiten Angebot meine Schulfächer aussuchen, was wirklich nicht einfach war. Letztendlich sieht mein Stundenplan aber so aus: Band, Seminar, AP Calculus (Mathematik), Bel Canto (Chor), Lunch (Mittagessen), Debate 1, AP US Government & Politics (Politik), AP Literature & Composition (Englisch), Physics (Physik).

Ich halte euch auf dem Laufenden, was ich hier noch so erlebe!

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