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USA-Stipendiatin
Paula, 21, Kansas

09.01.2019 |

Thanksgiving, Zwischenwahlen und die Amish People - Paula war auf Reisen und hat außerdem Politik live miterlebt. Hier bloggt die Industriekauffrau über ihr Bundestags-Stipendium in den USA.

Dezember 2018: Paula fährt in den Schnee und an den Strand

Paula auf Skiern

Noch nie hat Paula ein Schöneres Skigebiet gesehen, als das in den Rocky Mountains. – © privat

Skigebiet in den Rocky Mountains

Irgendwo am Rande der Piste hat Paula sogar Elche gesehen. – © privat

Paula beim Lunch

In den USA hat Paula mal nicht an Weihnachten, sondern am Tag davor Geburtstag: in den USA wird erst am 25. gefeiert, am 24. konnte Paula ihren Geburtstag feiern. – © privat

Paula am Pool

Silvester hat Paula mit den anderen PPPlern in Miami im Warmen verbracht. – © privat

Everglades Sumpfgebiet

Paula und die anderen PPPler haben eine Bootstour im Everglades Sumpfgebiet unternommen. – © privat

Hürde Job - Check!

Nach 13 geschriebenen Bewerbungen kann ich endlich sagen: Ich habe einen Job. Es war nicht einfach, etwas zu finden. Als ab der zehnten Bewerbung noch kein Erfolg in Sicht war, bin ich persönlich die Unternehmen abgefahren. Daraufhin wurde ich zu einem Interview bei Kocher+Beck eingeladen. Das Unternehmen hat seit drei Jahren Erfahrung mit unserem Parlamentarischen Patenschafts-Programm. Der Hauptsitz befindet sich in Pliezhausen, Baden-Württemberg.

Ich wurde herzlichst auf Deutsch begrüßt und habe mich dadurch sehr willkommen gefühlt. Kocher+Beck ist weltweiter Marktführer im Bereich Rotationsstanztechnik und hilft wiederum anderen Firmen mit ihrem Etikettendruck und der Briefumschlagherstellung sowie Bogen- und Rollen-Offsetdruck. Ich freue mich, das nächste halbe Jahr in der Marketingabteilung arbeiten zu können.

Skiurlaub in den Rockys

Dank Nicos Gastfamilie (dem anderen Teilnehmer aus Kansas) durfte ich mit in den Skiurlaub nach Breckenridge, Colorado fahren. Nach einer neunstündigen Autofahrt sind wir in einer anderen Zeitzone, in Denver, angekommen. Dort machten wir einen Zwischenstopp, um uns an die Höhenunterschiede zwischen Kansas und Colorado zu gewöhnen. Am nächsten Tag ging es weiter in Richtung Rocky Mountains.

Wir hatten drei tolle Ski-Tage in einer Höhe von fast 4.000 Metern. Wir haben sogar etwas Besonders entdeckt: Direkt an unserer Skipiste standen einige Elche. Ich war noch nie in so einem wunderschönen Skigebiet, wie in Breckenridge. Allerdings ist es dort auch sehr teuer, daher muss für die nächsten Jahre in Deutschland wieder der Harz ausreichen.

Weihnachten und Geburtstag

Die Vorweihnachtszeit ist die heiße Phase in unserem Programm. Denn die Finals/Klausuren und die Jobsuche laufen auf Hochturen. Nachdem ich all dies Anfang Dezember gut abgeschlossen habe, konnte Weihnachten kommen. In diesem Jahr war ich glücklich, dass mein Geburtstag nicht auf Weihnachten fällt. "Christmas Day" findet in den USA am 25. Dezember statt. Somit veranstaltete ich am 24. Dezember (Christmas Eve genannt in den USA) ein Geburtstagsessen mit Nicos Gastfamilie und Freunden von meinem College.

Am nächsten Tag fand dann die offizielle Bescherung statt. Zu Besuch kamen Freunde und Familie von meiner Gastmutter und anschließend feierten wir den Festtag mit einem köstlichen Brunch. Es ist nicht wie an Thanksgiving, wo es die gleiche Tradition für alle gibt. An Weihnachten hat jede Familie ihre eigene Tradition. An dem 26. Dezember ging es für mich in Richtung Süden, denn Silvester stand vor der Tür.

Silvester am Strand

Es ist Tradition, dass die Teilnehmer unseres Programms gemeinsam in das neue Jahr starten. Somit ging es für 17 weitere und mich nach Miami. Was gibt es schöneres, als den Dezember im Warmen, am Meer und Strand zu verbringen. Neben den Strandstunden machten wir noch eine Bootstour durch das Sumpfgebiet des Everglades Nationalpark.

Nach all den schönen Momenten und Eindrücken sind wir hochmotiviert in den amerikanischen Arbeitsalltag zu starten. In diesem Sinne wünsche ich allen ein glückliches, ereignisreiches und vor allem gesundes neues Jahr 2019!

November: Danke sagen, Pferdekutsche fahren und digital wählen

Paula mit einigen Freunden beim Joggen an Thanksgiving.

Paula mit einigen Freunden beim Joggen an Thanksgiving. – © privat

Paula sitzt mit ihrer Gastfamilie und Freunden am Thanksgiving-Tisch.

Auf das Fest, an dem es traditionell viel zu Essen gibt, hat sie sich besonders gefreut. – © privat

Pferdekutsche

Die Amish People fahren mit Pferdekutschen und nicht mit Autos. – © privat

Politisch spannend: Midterm Elections

Alle zwei Jahre (nach der Hälfte der Amtszeit des Präsidenten) finden hier in den USA Kongress- und Gouverneurswahlen statt, in diesem Jahr am 6. November. Dabei geht es um die Sitze im Repräsentantenhaus sowie ein Drittel des Senats werden neu gewählt. Die Midterm Elections gelten immer auch als Stimmungsbarometer für die Politik des Präsidenten. Das Ergebnis: Im Senat halten die Republikaner die Mehrheit, aber im Repräsentantenhaus sind es die Demokraten, die sich durchgesetzt haben.

Wir mittendrin

Bei der Gouverneurswahl in Kansas war unsere Familie vertreten. Dank meiner Gastmutter, die im Wahlbüro freiwillig geholfen hat, durfte ich einen Einblick in den Wahlprozess bekommen. In den USA wählt man heutzutage digital an großen, sogenannten "Election Polls". In Kansas war es auch möglich, vorzeitig zu wählen. Eine Woche vorher hatten einige Wahllokale schon geöffnet. Die Medien und auch die Schulen versuchten jeden, der wahlberechtigt ist, zu überzeugen, wählen zu gehen. Selbst auf Facebook oder Snapchat wurden mir Motivationsnachrichten geschickt.

International Education Week

In der Woche vom 12. bis zum 16. November fand die International Education Week statt. Dort werden die Vorteile von Austauschprogrammen präsentiert. Wir haben bei uns am College das Büro für internationale Studenten eingeweiht und unser Parlamentarisches Patenschaftsprogramm vorgestellt.

Viele waren begeistert, dass es sowohl ein Programm für Deutsche als auch für Amerikaner ist. Zudem wurden schon vorläufig einige Worte an unseren Lieblings-College-Berater Dave gerichtet, da er nächstes Jahr leider in Rente geht. Er arbeitet seit über 20 Jahre mit dem amerikanischen Ableger des Programms zusammen und vermittelt uns die Bedeutung von internationalen Beziehungen.

Große Freude auf Thanksgiving

Thanksgiving wird in den USA immer am vierten Donnerstag im November gefeiert. Seinen Ursprung hat das Fest im 17. Jahrhundert. Die Menschen pilgerten aus Europa in die USA und die dortigen Einwohner halfen ihnen zu überleben. Gefeiert wurde dies mit einem Festmahl als Dankeschön für die Unterstützung. Thanksgiving ist ein Zeichen der Dankbarkeit und jeder erzählt, wofür er in diesem Jahr sehr dankbar ist. Ich bin super dankbar, Teil des Parlamentarischen Patenschafts-Programms zu sein und so viele tolle Erlebnisse erfahren zu dürfen.

Für mich war es wie ein großes Familienfest. Meine Gastmutter hat ihre Nachbarn, Freunde und Familie eingeladen. Nach dem Essen war ich noch mit Nicos Gastfamilie in Kansas City zu einer traditionellen Lichtershow und abends haben wir einen Weihnachtsfilm geschaut, denn auch Weihnachten steht bald vor der Tür.

Amish People - eine etwas andere Welt

Wir waren in Jamesport, Missouri. Die Stadt ist unter anderem bewohnt von Amish People. In Nordamerika gibt es circa 250.000 Menschen dieser Gruppe. Sie fahren statt mit dem Auto mit der Kutsche, sie nutzen keinen Strom aus der Steckdose und auch kein Telefon, Fernseher oder Internet. Sie leben für ihre Kirche, Kultur und Kinder. Es war super interessant, sich die Stadt näher anzuschauen und eine etwas andere Welt kennenzulernen.

Oktober 2018: Nürnberger Würstchen und Niagara Fälle

Junge Leute vor den Niagara Fällen

16 Stunden Anfahrt haben sich für Paula gelohnt: mit anderen PPPlern hat sie die Niagara-Fälle von der US-amerikanischen und der kanadischen Seite besichtigt. – © privat

Essen auf einem Tisch

Paula hat mit anderen Teilnehmern des Programms ein Deutschland-Wochenende organisiert: Nach dem Essen ging es noch zum Oktoberfest. – © privat

Donald Trump hält vor Zuschauern eine Rede

Paula war beeindruckt, wie Donald Trump verstand, die Leute mit seiner Rede mitzureißen. – © privat

Paula und Nico an einem Verkaufstisch

Paula hilft ihrer Gastmutter Sachen, die sie nicht mehr braucht, auf der Straße zu verkaufen. – © privat

Würstchen mit Ketchup

Am ersten Oktoberwochenende hatten Nico und ich in Kansas Besuch von drei weiteren Teilnehmern des Parlamentarischen Patenschaftsprogramms. Wir veranstalteten ein "Deutsches Wochenende". Wir haben unsere Gasteltern zum Essen eingeladen und für sie ein typisch deutsches Essen – mit amerikanischen Portionen – gekocht: Nürnberger Würstchen mit Kartoffelpüree und Sauerkraut. So konnten sie auch etwas von unserer Kultur kennenlernen. Anschließend haben wir ein Oktoberfest in Kansas City, Missouri, besucht. Es war super gemacht, es lief nur deutsche Musik und die Band stammte ursprünglich aus Bayern. Für uns war es ein Stückchen Heimat.

Trump in Aktion erleben

Einige PPP-Teilnehmer und ich sind außerdem zu einem Auftritt des US-Präsidenten Donald Trump nach Iowa (Bundesstaat im mittleren Westen der USA) gefahren. Wir wollten die Chance nutzen und den 45. US-Präsidenten einmal live miterleben. Es war wahnsinnig interessant zu sehen, wie Donald Trump seine Rede aufgebaut und wie er die Menschen mitgerissen hat.

Darum ging es

Themen seiner Rede waren: die Mauer zu Mexiko, Steuern, Demokraten, die Vorstellungen der Republikaner sowie die Europäische Union und auch die Aufrüstung im Militär. Im Hinblick auf die Zwischenwahlen am 6. November in den USA hat er für die Republikaner geworben und einige Politiker persönlich vorgestellt. Zwischenwahlen finden in den USA nach der Hälfte der Amtszeit statt, also nach zwei Jahren. Es werden ein Teil der Senatoren und das Repräsentantenhaus neu gewählt.

Der Abschluss von Trumps Rede war natürlich der Leitspruch "We make America great again". Unter anderem mit diesem Spruch gab es vor Ort allerhand Souvenirs von Donald Trump (Mützen, Jacken, Buttons, Plakate etc.) Das war alles in allem ein Erlebnis, das ich nie vergessen werde.

Raus aus der Garage

Teil unseres Programms ist es auch, mindestens 40 Stunden Freiwilligenarbeit zu absolvieren. Nico und ich haben vorerst mit einem typischen amerikanischen "Garage Sale" begonnen. In meiner Wohngegend ist es üblich, dass Privatpersonen aus ihren Garagen heraus Dinge, die sie nicht mehr benötigen, verkaufen.

Wir haben also meiner Gastmutter bei ihrem Verkauf geholfen und sie wiederum hat das Geld an eine soziale Organisation gespendet. Viel wichtiger als der Verkauf waren jedoch die unterschiedlichsten Gespräche, die man mit den Gästen geführt hat. Es hat richtig Spaß gemacht, sich mit den Leuten aus der Umgebung zu unterhalten und sie auch über unser Austauschprogramm zu informieren.

Andere Zeit: Niagara Fälle

Sechs weitere Teilnehmer und ich haben uns auf den Weg gemacht, die Niagara Fälle zu besuchen. Ein riesiger Wasserfall an der Grenze zwischen den USA und Kanada. Ich habe einen langen Weg von Kansas nach Chicago (sieben Stunden) und weitere neun Stunden nach New York auf mich genommen, und es hat sich gelohnt.

Es war ein aufregender Trip. Wir hatten auch die Möglichkeit, die kanadische Seite der Wasserfälle zu besuchen und dort einige Erlebnisse zu sammeln. Während dieses Trips wurde mir mal wieder klar, wie groß die USA doch sind. Wir waren für ein Wochenende in einer anderen Zeitzone und das Wetter war auch komplett anders als in Kansas. Ich finde es übrigens toll, wie sich durch solche Programmpunkte auch unter den Teilnehmern Freundschaften bilden.

Job gesucht

Für das zweite Halbjahr des Programms steht ein Praktikum auf dem Plan. Und zwar in dem Berufsfeld, das man in Deutschland in der Ausbildung erlernt hat. Daher bin ich derzeit in der Bewerbungsphase. Ich versuche über Kontakte am College und Beziehungen meiner Gastmutter die Jobmöglichkeiten in der Gegend zu erkunden. Das wird noch eine aufregende Zeit!

September 2018: Auto kaufen

Junge Leute sitzen auf einer Mauer an einem Fluss vor der Skyline New Yorks.

Nach ihrer Ankunft hatte Paula erstmal Zeit, New York zu erkunden, gemeinsam mit den anderen PPPlern. – © privat

Junge Frau läuft über Brooklyn Bridge in New York

Paula hat unter anderem die Brooklyn Bridge besonders gut gefallen. – © privat

Eine junge und eine ältere Frau stehen dicht nebeneinander

Paulas Gastmutter hat schon viel Erfahrung mit Auslandsstudenten, Paula ist ihre elfte Gasttochter. – © privat

Viele junge Menschen posieren für ein Gruppenbild

Ein Mal die Woche trifft Paula sich mit dem International Students Club in Overland Park. – © privat

Nachdem wir am 7. August gut in New York City gelandet sind, haben wir, die 75 berufstätigen Stipendiaten des Bundestages und des US-Kongresses, an einem zweitägigen Seminar im U.S. Department of State (Außenministerium) teilgenommen.

Eine Sight-Seeing-Tour durfte natürlich nicht fehlen. Einige Highlights waren für mich: Time Square, Brooklyn Bridge und One World Trade Center. Für einen atemberaubenden Abschluss ging es zum Sonnenuntergang On Top of the Rock, einem Aussichtspunkt. Die Metropole ist für mich wie eine ganz andere Welt.

Homestay Tour

Am letzten Seminartag haben wir erfahren, wie es für jeden von uns weitergeht. Für die meisten ging es direkt zum Platzierungsort. Für einige Teilnehmer und mich stand die sogenannte "Homestay Tour" auf dem Plan. Das heißt, es geht noch nicht zum finalen Ort, sondern man bleibt noch einige Tage in New York City, um die Stadt und die Umgebung noch näher kennenzulernen.

Ein weiterer Teilnehmer, Nico, und ich durften einen Zwischenstopp in Elizabeth, einer Stadt in New Jersey machen. Dort wohnten wir für fünf Tage bei einer jungen Gastfamilie. So haben wir schon erste Einblicke in den amerikanischen Alltag bekommen können.

Teures College

Am 15. August ging es auch für uns beide zu unserem finalen Platzierungsort, nach Overland Park in Kansas. Wir wohnen nur zehn Minuten Fahrweg auseinander. Am Flughafen Kansas City, Missouri, wurden wir herzlich von unseren Gastfamilien empfangen. Meine Hostfamilie besteht aus einer älteren, sehr liebevollen Dame (79 Jahre). Sie hat schon viele Erfahrungen mit Austauschschülern gemacht und ich bin nun ihre elfte Studentin.

Im Johnson County Community College wurden Nico und ich mit offenen Armen von den Mitstudenten aufgenommen. Allerdings habe ich gemerkt, dass Bildung hier sehr teuer ist, zum Beispiel an den Kosten für Lernmaterialien und Studiengebühren. Am College habe ich zwölf Stunden pro Woche. Meine Fächer sind Business, Management, Public Speaking und zwei Sportkurse. Die Fächerwahl richtet sich danach, welchen Beruf man in Deutschland erlernt hat, in meinem Fall Industriekauffrau.

Auto für Roadtrips

Meine Kurse sind alle dienstags und donnerstags, sodass ich das lange Wochenende für Roadtrips nutzen kann. Wir bekommen viele Hausaufgaben und Tests. Es ist nicht einfach, alles zu verstehen. Das College arbeitet jedoch mit einem Online-Programm, in dem man alle Inhalte noch einmal genau nachlesen kann. Wöchentlich treffen wir uns auch mit dem International Student Club (einem Treff für Auslandsstudenten) und lernen dort viele verschiedene Kulturen kennen.

In diesem ersten Monat habe ich schon viel erledigt. Von meiner Checkliste kann ich nun die ersten Punkte streichen: eine amerikanischen Telefonnummer organisieren, ein amerikanisches Bankkonto eröffnen, die Social Security Card (vergleichbar mit einer Lohnsteuerkarte) ergattern sowie ein Auto plus Versicherung zulegen. Es ist ein SUV geworden, ideal für Roadtrips.

Offenheit und Hektik

In meiner ersten Zeit haben sich unterschiedliche Seiten des Landes gezeigt. In Overland Park sind die Einwohner sehr offen und hilfsbereit. Ganz im Gegenteil zu New York City, wo die Menschen in Hektik sind und eher anonym leben.

In Overland Park haben viele Menschen Verwandtschaft mit deutschen Wurzeln. Somit findet man schnell ein Thema für einen Small Talk. Die Leute, die ich bisher kennengelernt habe, möchten oft über ihre politische Situation reden und Meinungen anderer sowie Kritik und Zustimmung hören. Ich bin gespannt, was ich die nächsten Monate noch erleben werde.

August 2018: Kleidung einvakuumieren

Junge Frau

Paula freut sich auf die Herausforderungen, die in den USA auf sie warten. – © privat

Hallo, ich bin Paula, 21 Jahre alt und wohne in der schönen Altmark, einem Teil von Sachsen-Anhalt. Dort lebe ich in einem kleinen Dorf mit etwa 350 Einwohnern. Nach meinem Abitur 2015 habe ich eine Ausbildung zur Industriekauffrau begonnen und diese auf unserem Landesweingut von Sachsen-Anhalt im Juni 2018 beendet.

Nun bin ich eine der 350 Stipendiaten des Bundestags. Ich werde für ein Jahr in Overland Park, Kansas, leben, einer Stadt mit 170.000 Einwohner. Meine Gastmutter ist eine älteren Dame, die schon viele Erfahrungen mit Austauschschülern hat. Das erste halbe Jahr werde ich am Johnson Community College (JCCC), einer Art Universität, im gleichen Ort absolvieren.

Wie habe ich von dem PPP erfahren?

2017 habe ich mich auf der Messe "Auf in die Welt" in Leipzig über Auslandsaufenthalte informiert und vom Parlamentarischen Patenschafts-Programm erfahren. Die Bewerbungsfrist war nur einige Wochen später (Ende September). Der Flyer hat mein Interesse an der Stelle: "für junge Berufstätige" geweckt und somit fing ich an, die Bewerbung zu schreiben.

Der glücklichste Moment

Nach einer Auswahltagung kam im Januar 2018 die Nachricht, dass ich "nur" Ersatzkandidatin bin. Da ich dachte, dass die Wahrscheinlichkeit gering ist aufzurutschen, habe ich mich anderweitig für einen Auslandsaufenthalt in den USA beworben. Im Februar kam dann jedoch der Anruf, und ich wurde nachnominiert und darf jetzt doch teilnehmen. Das war einer der glücklichsten Momente für mich.

Was ich erwarte

Mein Wunsch war es, ein Programm für die USA zu finden. Warum? Schon in der Schulzeit lernten wir viel über das Land. In den unterschiedlichsten Fächern wurden Vergleiche zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland gezogen. Jetzt möchte ich erfahren, wie die Realität aussieht: Was sind Vorurteile, Gemeinsamkeiten und Unterschiede? Ich freue mich darauf, für ein Jahr Teil dieser anderen Kultur zu sein und ein typisches amerikanisches Leben kennenzulernen und zu führen.

Außerdem möchte ich meine Persönlichkeit stärken. In einem Jahr ein soziales Umfeld in einem fremden Land aufbauen, klingt für mich nach einer wahnsinnig großen Herausforderung, der ich mich mit großer Lust stelle. Natürlich erhoffe ich mir nach dem Aufenthalt auch eine Verbesserung meiner Englischkenntnisse, da ich in der Zukunft international studieren möchte.

Heimweh?

Bei all diesen Erwartungen, mache ich mir natürlich auch Gedanken, ob das alles so klappt, wie ich mir das vorstelle. Besondere Angst habe ich vor dem Gefühl Heimweh. Doch 74 weitere junge Berufstätige machen das Gleiche durch. Das Wissen beruhigt mich sehr, und ich kann ein super Netzwerk mit ihnen aufbauen. Ich freue mich riesig auf die vielen tollen neuen Leute, die ich während der Zeit kennenlernen werde.

Gepäck für ein Jahr

In der letzten Woche in Deutschland konzentriere ich mich überwiegend auf mein Gepäck für die USA. Das ist für mich eine große Herausforderung. Ich werde für etwa zweieinhalb Wochen Kleidung (für warmes und auch kaltes Wetter) sowie eine Winterjacke mitnehmen. Diese werde ich einvakuumieren, um Platz zu sparen.

Freunde-Buch

Des Weiteren dürfen wichtige Dokumente wie Reisepass, Visaantrag, mein internationaler Führerschein, Kreditkarte etc. nicht fehlen. Wichtig ist auch das Gastgeschenk für die Host-Familie. Außerdem nehme ich ein Buch mit, das meine Freunde und Familie über mich geschrieben haben, um in schwierigen Situationen den Optimismus nicht zu verlieren.

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