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Lexikon



Direktmandat

Bei der Bundestagswahl werden nicht einfach Stimmen abgegeben und dann die Plätze im Parlament verteilt. Nein, es ist etwas komplizierter: Der Deutsche Bundestag wird in einer Kombination von Mehrheits- und Verhältniswahlrecht gewählt. Das sind die berühmten zwei Stimmen, die wir bei der Bundestagswahl haben.

Für die Direktmandate ist das Mehrheitswahlrecht und die Erststimme entscheidend: Wer in seinem Wahlkreis die meisten Erststimmen bekommt, also die relative Mehrheit erringt, hat für die kommende Legislaturperiode ein Sitz im Bundestag gewonnen. Man ist in diesem Fall eben direkt von den Menschen gewählt. Ganz unabhängig davon, wie die eigene Partei bei den Zweitstimmen abschneidet.

Übrigens können Direktmandate auch dafür sorgen, dass die sonst praktisch unumstößliche Fünf-Prozent-Hürde fällt: Erhält eine Partei zwar nicht mindestens fünf Prozent der Zweitstimmen, aber mindestens drei Direktmandate über die Erstimmen, so zieht die Partei in den Bundestag ein. Sie erhält dann die ihren Zweitstimmen entsprechende Anzahl an Sitzen im Parlament. Zuletzt gelang das der 1994 der PDS mit einem Zweitstimmenanteil von 4,4 Prozent und vier Direktmandaten. Die Partei ist dann übrigens nicht als Fraktion im Bundestag vertreten, denn zu Fraktionen können sich nur 5 Prozent der Abgeordneten zusammenschließen und bis zu dieser Zahl fehlen ja noch ein paar Pünktchen; die Partei zieht deshalb als Gruppe in den Bundestag ein. Und für alle, die es ganz genau wissen wollen: Die Grundlage dafür heißt "Grundmandatsklausel" und ist nachzulesen im Bundestagswahlrecht, § 6.

Was ist ein Direktmandat?

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