Serie: Zahl des Tages (2)

21.512 Seiten Protokolle

28.07.2020 – Manchmal sagen Zahlen mehr als Worte: Die mitmischen.de-Zahl des Tages zeigt euch den Bundestag aus einem ganz anderen Blickwinkel – und nebenbei erfahrt ihr interessantes Schlaumeier-Wissen. Heute geht’s um Schnellschreiber.
Schreibmaschine, aus der ein Papier ragt, auf dem große die Ziffer "21.512" steht
Bis zu 500 Silben pro Minute - die Stenografen des Bundestages sind blitzschnell. © Ronny Pietsch, shutterstock.com (Bloomicon, Giorgio Morara)

Sie sind wahre Schnellschreiber: Die Stenografen des Bundestages schreiben extrem flott jedes Wort mit, das in den Sitzungen des Bundestages gesprochen wird. Dabei halten sie nicht nur fest, was die Redner sagen, sondern auch Zwischenrufe, Fragen oder Beifall. Heraus kommt ein Protokoll.

6 Kilometer Worte

Die Protokolle der Plenarsitzungen kann jeder auf der Internetseite des Bundestages nachlesen, wobei es auch Videos von jeder Sitzung gibt. In der aktuellen Legislaturperiode sind schon 21.512 Seiten zusammengekommen. Hintereinandergelegt ergäbe das eine Strecke von über 6 Kilometern. Auf bundestag.de findet man alle Plenarprotokolle seit der allerersten Sitzung des Deutschen Bundestages im September 1949.

Beispiel gefällig? Dann klicke hier und du kannst Wort für Wort nachlesen, was in der Debatte am 7. Mai 2020 gesagt wurde, als die Abgeordneten einen Gesetzentwurf von CDU/CSU und SPD „zur Unterstützung von Wissenschaft und Studierenden aufgrund der Covid-19-Pandemie (Wissenschafts- und Studierendenunterstützungsgesetz, 19/18699)“ besprachen.

500 Silben pro Minute

Die Stenografen nutzen eine besondere Schrift: die Stenografie. Damit kann man besonders schnell schreiben. Sie wird deshalb auch Schnellschrift oder Kurzschrift genannt. Mit der „normalen“ Schrift kann man 30 bis 40 Silben in der Minute mitschreiben. Die Stenografen des Bundestages können bis zu 500 Silben in der Minute notieren.

Sie sitzen im Plenarsaal recht weit vorne, und zwar zwischen dem Redner und den Abgeordneten, die zuhören. An den Schreibtischen der Stenografen sind Lautsprecher angebracht. Dadurch können die Schnellschreiber die Worte der Abgeordneten besser hören. Die Stenografen wechseln sich alle fünf Minuten ab. Danach diktieren sie einer Schreibkraft, was sie mitgeschrieben haben. Diese schreibt alles in „normaler“ Schrift auf.

Anschließend prüfen mehrere Personen das Protokoll. Auch die Abgeordneten, die eine Rede gehalten haben, dürfen es noch einmal prüfen. Dann wird das Protokoll unter bundestag.de/protokolle veröffentlicht.

(mm)

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