Wissenschaft

Uni-Mitarbeiter: Verträge mit längeren Fristen?

20.03.2020 – Wer nach dem Studium noch seinen Doktor machen will, wird höchstwahrscheinlich nur einen befristeten Arbeitsvertrag bekommen. Dagegen wollen die Linken etwas unternehmen. Und auch die FDP hat zu dem Thema einen Vorschlag.
Uni-Dozent erklärt seinen Studenten etwas.
Besonders junge Uni-Mitarbeiter bekommen selten einen unbefristeten Arbeitsvertrag. © shutterstock.com/Nejron Photo

Ob Kunst oder Wissenschaft – 90 Prozent des Personals in diesen Bereichen arbeitet hierzulande mit befristeten Arbeitsverträgen. Das heißt, dass sie ihren Job immer nur für eine gewisse Zeit sicher haben und danach auf den nächsten Zeitvertrag hoffen müssen. Die Linke und die FDP wollen die Situation für wissenschaftliche Mitarbeiter verbessern. Am 14. Februar besprachen die Abgeordneten die Ideen in Erster Lesung im Bundestag.

Die Linke: Verträge sollen länger laufen

Wissenschaftliche Mitarbeiter nähmen an der Uni „Aufgaben in Forschung, Lehre und Verwaltung wahr, die als Daueraufgaben zu betrachten sind, für die aber keine Dauerstellen geschaffen werden“, kritisiert die Linke. Das sei „kein verantwortungsvoller Umgang mit den Beschäftigten oder den Studierenden, die unter der hohen Personalfluktuation sowie der daraus folgenden mangelnden und unzuverlässigen Betreuung zu leiden haben.“  

Deshalb fordert die Fraktion in einem Antrag, ein Gesetz zu ändern, das einen langen Namen hat: das Wissenschaftszeitvertragsgesetz. Befristete Verträge sollen demnach mindestens 24 Monate laufen. Außerdem sollen solche Verträge ein sogenanntes Qualifikationsziel haben. Am Ende der Arbeitszeit soll also ein Abschluss, zum Beispiel die Promotion, stehen.

Zwei Drittel der Arbeitszeit soll dann auch tatsächlich dafür zur Verfügung stehen, auf dieses Ziel hinzuarbeiten. Heißt im Klartext: Doktoranden sollen garantiert bekommen, dass sie genug Zeit haben, um an ihrer Doktorarbeit zu schreiben – und nicht mit anderen Aufgaben überschüttet werden. 

„Zentrales Ziel“, so die Linke, sei es, „planbare und verlässliche Karrierewege zu schaffen und so das bundesdeutsche Wissenschaftssystem als Arbeitsstätte attraktiver zu machen.“ Andere Länder seien da wesentlich weiter und deshalb für junge Wissenschaftler interessanter. 

FDP: Lage regelmäßig überprüfen 

Auch in dem Gesetzentwurf der FDP geht es um das Wissenschaftszeitvertragsgesetz, genauer: um seine regelmäßige Überprüfung. Das Gesetz, das seit 2007 gilt, soll dieses Jahr bewertet werden. Was aber mit den Ergebnissen dieser Bewertung geschehen soll, sei nicht festgelegt, so die Kritik der FDP. Sie schlägt eine regelmäßige Evaluation alle vier Jahre vor. Die Bewertungen sollten zudem nicht länger als ein Jahr dauern, damit dem Bundestag den Bericht darüber zeitig vorliege und entsprechende Konsequenzen daraus gezogen werden könnten. 

Die Debatte zu den beiden Initiativen seht ihr hier: 

Sowohl der Antrag der Linken als auch der Gesetzentwurf der FDP werden nun im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung weiter beraten. 

Mehr über die Arbeit in den Ausschüssen erfahrt ihr in unserem Erklärvideo: 

(DBT/jk) 

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