Medizin

Gesünder leben mit Hilfe von Apps?

23.10.2019 – Die medizinische Versorgung soll digitaler werden. Im Gesundheitsausschuss wurde ein Gesetzentwurf diskutiert, in dem es um Health Apps und Video-Sprechstunden geht.
Mädchen nutzt Smartphone mit Health App
Nutzt ihr schon sogenannte Health Apps? © shutterstock.com/Georgejmclittle

Es gibt Apps, die beim Laufen deinen Blutdruck messen. Apps, die dir helfen, dich gesund zu ernähren. Apps, mit denen Mädchen ihren Zyklus überwachen können. Bis jetzt müssen wir uns solche Health Apps selbst kaufen. In Zukunft können wir sie uns vielleicht vom Arzt verschreiben lassen. 

Das Digitale-Versorgung-Gesetz

Die Bundesregierung will die Digitalisierung im Gesundheitswesen vorantreiben und hat dafür einen Entwurf für das Digitale-Versorgung-Gesetz (kurz: DVG) vorgelegt. Der wurde am 16. Oktober in einer öffentlichen Anhörung des Gesundheitsausschusses von Experten ausgewertet.   

Vorschläge der Bundesregierung 

Patienten sollen sich bestimmte Gesundheits-Apps vom Arzt verschreiben lassen können. Die Mini-Programme sollen vorher geprüft werden, etwa daraufhin, ob die Daten sicher sind und sie gut funktionieren.   

Außerdem soll das digitale Netzwerk im Bereich Medizin ausgebaut werden. Apotheken, Ärzte und Krankenhäuser müssten sich an eine entsprechende Datenbank anschließen, so dass alle auf die gleichen elektronischen Daten zugreifen können. Für Hebammen, Physiotherapeuten und Reha-Einrichtungen wäre dieser Schritt freiwillig. 

Auch Video-Sprechstunden von Ärzten sollen unterstützt werden. Ärzte, die solche Zeiten anbieten, dürften darauf auf ihrer Internetseite hinweisen.

Was sagen die Gesundheitsexperten? 

In der Anhörung äußerten sich die Experten grundsätzlich positiv zu dem Entwurf. Ein paar Bedenken hatten sie aber doch. 

Die Krankenkassen sahen vor allem Probleme bei der Bewertung von Apps. Dabei ging es darum, wer sie bewerten solle und ob es dabei nur um die Funktionalität oder auch um das Kosten-Nutzen-Verhältnis gehe. 

Die Experten mahnten außerdem an, für die geplante Digitalisierung bräuchten Krankenhäuser Geld. Die Umsetzung müsse staatlich gefördert werden, sonst könnten öffentliche Krankenhäuser sie nicht leisten. 

Antrag der Grünen 

Auch die Grünen fordern in einem Antrag eine Strategie, wie die Digitalisierung im Gesundheitswesen genau umzusetzen sei. Zum Beispiel müssten bei allen Beteiligten die digitalen Fähigkeiten geschult werden. Es müsse außerdem dafür gesorgt werden, dass die Menschen den digitalen Möglichkeiten auch vertrauten.  

Hier könnt ihr euch die gesamte Anhörung anschauen: 

(DBT/jk) 

Kommentare