Entwicklungspolitik

Mehr Rechte für Mädchen und Frauen

26.11.2019 – Viel zu oft werden Mädchen in Afrika ungewollt schwanger oder infizieren sich beim Sex mit HIV. Die Koalitionsfraktionen wollen mit Entwicklungspolitik gegensteuern.
Junge afrikanische Mutter hält ihr Baby
Junge Mutter in Gambia. © shutterstock.com/Agarianna76

Teenager-Schwangerschaften, Aids bei Jugendlichen und junge Mütter, die bei der Geburt sterben – all das gibt es auch hier in Deutschland, aber zum Glück nicht sehr oft. In anderen Ländern sieht das anders aus. In vielen Ländern Afrikas sterben daran zahlreiche Mädchen, bevor sie erwachsen sind. 

Was ist „reproduktive Gesundheit“? 

Schon vor 25 Jahren hat die Weltgemeinschaft, also die Vereinten Nationen, beschlossen, dagegen etwas zu unternehmen. Auf der Weltbevölkerungskonferenz in Kairo einigten sich damals 179 Länder auf ein Aktionsprogramm. In diesem Programm stand, dass jeder Mensch über seinen Körper und seine Sexualität selbst bestimmen darf. Die „sexuelle und reproduktive Gesundheit“ wurde als Teil des Menschenrechts auf Gesundheit definiert. Was bedeutet das? Dass Frauen darüber entscheiden dürfen, ob, wann und wie oft sie schwanger werden wollen. Sie dürfen dazu weder gezwungen noch wegen ihrer Entscheidung benachteiligt werden. Außerdem müssen sie natürlich über Verhütung aufgeklärt sein und an Verhütungsmittel kommen, um ungewollte Schwangerschaften verhindern zu können. 

Der Antrag von CDU/CSU und SPD 

Die Koalitionsfraktionen haben das Thema nun in einem Antrag aufgegriffen, um die Forderungen der Vereinten Nationen noch einmal zu bekräftigen. 

Im Antrag würdigen die Fraktionen, dass das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sich für die sexuelle Aufklärung von Mädchen in Entwicklungsländern einsetzt. Deutschland gehöre zu den „fünf größten Gebern im Bereich der reproduktiven Gesundheit und Familienplanung“, das sei gut so. 

Der Antrag fordert die Bundesregierung auf, das Thema zu einem Schwerpunkt in Deutschlands Entwicklungspolitik zu machen. Sich für die Gesundheit und Aufklärung von Mädchen einzusetzen, sei nämlich eine sehr effektive und außerdem relativ kostengünstige Möglichkeit, Entwicklungshilfe zu leisten. Deshalb solle sich Deutschland in dem Bereich weiter international engagieren und das auch finanziell verankern. 

Man müsse sich Gedanken darüber machen, wie man auch bisher vernachlässigten Gruppen helfen könne. Dabei geht es zum Beispiel um Kinder unter 14 Jahren, die in den Statistiken oft gar nicht erfasst werden, die aber auch mit Problemen wie HIV und Früh-Schwangerschaften zu kämpfen haben. 

Der Antrag wurde am 7. November im Bundestag angenommen. Die AfD stimmte dagegen, die anderen drei Fraktionen enthielten sich. 

Hier seht ihr die Debatte im Video: 

(DBT/jk) 

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