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Reichstagsgebäude

Das Reichstagsgebäude hat eine lange und symbolreiche Geschichte. 

1894 wurde es eröffnet. Damals tagten die Abgeordneten des Deutschen Reiches darin, während der Kaiser regierte. Als der Kaiser 1918 abdankte, wurde von einem Balkon des Reichstags die erste demokratische Republik in Deutschland ausgerufen. Das Parlament hielt seine Sitzungen weiterhin dort ab. 

In der Nacht vom 27. auf den 28. Februar 1933 wurde im Reichstag Feuer gelegt. Der Plenarsaal brannte fast völlig aus. Den Nationalsozialisten unter Adolf Hitler diente das als Vorwand, ihre politischen Gegner zu verfolgen und die Grundrechte de facto außer Kraft zu setzen. Von da an war Deutschland keine Demokratie mehr.  

Kurz vor dem Ende des von Hitler begonnenen Zweiten Weltkrieges (1939-1945) eroberte die sowjetische Armee den Reichstag. Die sowjetischen Soldaten hinterließen Botschaften auf den Wänden, die heute noch zu sehen sind. „Ich war hier“ steht dort zum Beispiel. 

Nach dem Krieg wurde Deutschland in einen West- und einen Ostteil geteilt. Mitten durch Berlin und direkt am Reichstag entlang verlief die Mauer. Das Parlament der Bundesrepublik Deutschland (West) tagte bis zur Wiedervereinigung nicht mehr im Reichstagsgebäude, sondern in Bonn. Das Parlament der DDR (Ost), die Volkskammer, tagte in einem anderen Gebäude Berlins. Das Reichstagsgebäude lag ohnehin auf westlichem Territorium.

Nach der Wiedervereinigung 1990 zogen die Abgeordneten wieder nach Berlin um. Davor wurde der Reichstag allerdings gründlich saniert und teilweise umgebaut. Die gläserne Kuppel, die für die Transparenz und Offenheit des Deutschen Bundestages steht, wurde damals auf das Dach gesetzt. 

Hier findet ihr eine Übersicht über die Besuchsmöglichkeiten und Infos zur Anmeldung.

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