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Praktikantenprogramm

Will ich mal im Bundestag arbeiten?

Naomi Webster-Grundl und Jasmin Nimmrich

Die Bundestagsverwaltung ist ein vielseitiger Arbeitgeber. Davon können sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des zweiwöchigen Praktikantenprogramms selbst überzeugen und dadurch vielleicht auch schon Zukunftspläne schmieden.

Eine Gruppe von neun jungen Leuten steht in Winterjacken auf einer Aussichtsplattform und blickt in die Kamera.

Ein Besuch der Kuppel des Reichstagsgebäudes darf natürlich auch beim Praktikantenprogramm des Deutschen Bundestages nicht fehlen. © DBT / Laura Petersilie

Durch Praktika lernt man Berufe kennen, sammelt Erfahrungen und orientiert sich, in welche berufliche Richtung man selbst gehen möchte. Während des zweiwöchigen Praktikantenprogramms des Deutschen Bundestages lernen die Praktikantinnen und Praktikanten aber nicht nur einen Beruf kennen, sondern erhalten auch Einblicke in die facettenreichen Berufsbilder innerhalb der Bundestagsverwaltung

„Ich fand es total krass, wie breit gefächert die Verwaltung als Ganzes ist und wie komplex die einzelnen Abteilungen organisiert sind“, erklärt Silas. Der 16-Jährige und neun weitere Schülerinnen und Schüler haben einen Platz im diesjährigen Programm ergattert. Die meisten von ihnen haben sich für das Programm beworben, weil sie politikinteressiert sind und sich einen Blick hinter die Kulissen des Parlaments erhofft haben. „Meine Erwartungen wurden auf jeden Fall nicht enttäuscht!“, meint die 14-jährige Felia.

Erwartungen und Überraschungen

Überraschungen gab es dafür einige: Wie groß der Bundestag ist, dass es unterirdische Verbindungen zwischen den Gebäuden gibt und einiges noch nicht digital abläuft, wie viel Kontakt manche Referate der Bundestagsverwaltung zu den Abgeordneten haben und wie locker die Stimmung beim Programm ist.

Und auch, was die Berufsbilder angeht, hat das Programm den Schülerinnen und Schülern neue Blickwinkel eröffnet. „Ich hätte echt nicht erwartet, dass so viele Juristen in der Bundestagsverwaltung arbeiten“, erklärt Selma, 17, die selbst schon mit dem Gedanken gespielt hat, Jura zu studieren. „Mitarbeitende aus der Abteilung ,Parlament und Abgeordnete’ sitzen ja während des Plenums auch hinter der Präsidentin und stehen ihr mit Rat und Tat zur Seite. Das fand ich sehr spannend, weil es Jura umfasst, aber nicht so trocken ist, sondern sehr abwechslungsreich und nah an der Politik.“ Ähnlich geht es Christian, 15: „Jetzt, wo ich weiß, dass hier Juristen gebraucht werden, könnte ich mir sehr gut vorstellen, später mal im Bundestag zu arbeiten.“

Besonders die Tätigkeit des stenografischen Dienstes ist allen in Erinnerung geblieben. „Ich war total überrascht, wie wichtig und anspruchsvoll der Job der Stenografinnen und Stenografen ist. Dass man da nochmal ein ganz neues Alphabet lernen muss – krass!“, so Felia. „Kein normaler Mensch könnte entziffern, was dort niedergeschrieben wird!“, ergänzt Jasminda, 18. Für Carlo, 17, war der Bereich Petitionen und Eingaben am interessantesten: „Das finde ich spannend, weil man mit den Abgeordneten im Ausschuss arbeitet, aber auch mit den Bürgern, die ihre Anliegen einbringen.“

Ganz nah dran

Julia, 17, würde das Programm auf jeden Fall weiterempfehlen: „Hier bekommt man extrem viele Einblicke und nach dem Praktikum wird man sich sicher sein, ob man sich vorstellen kann hier zu arbeiten.“ Alina, 15, betont, dass sie es vor allem auch sehr interessant fand, sich mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus den verschiedenen Bereichen unterhalten und ihnen Fragen stellen zu können. „So nah dran zu sein, ist schon toll.“

Abgeordnete haben die Praktikantinnen und Praktikanten bislang vor allem nur von Weitem gesehen: Boris Pistorius, Armin Laschet, Ricarda Lang. Wären sie näher dran gewesen, hätten sie sich vielleicht getraut, nach einem Foto zu fragen. Vielleicht ergibt sich ja für die eine oder den anderen in Zukunft nochmal die Gelegenheit.