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IPS arabisch 2026

Austausch und Verständnis fördern

20. August 2026

Politische Prozesse von innen erleben und verstehen und sich über politische Herausforderungen und Visionen austauschen: Das erhoffen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die das deutsche Parlament während des Internationalen Parlaments-Stipendiums arabisch im September 2026 für einen Monat intensiv kennenlernen.

Drei junge Erwachsene stehen nebeneinander vor einem einfarbig türkisgrünen Hintergrund. Die Personen sind jeweils durch weiße Linien voneinander getrennt und mit einem weißen Rand umgeben. Links trägt eine Person ein hellblaues Hemd, in der Mitte eine Person eine weiße Bluse und einen dunklen Rock, rechts eine Person ein graues Sakko über einem dunklen Hemd. Alle blicken in die Kamera und lächeln leicht.

Walid, Maryam und Ahmed verbringen im Rahmen des IPS arabisch einen Monat im Deutschen Bundestag. © privat

Walid
Zur Person
Ein junger Mann in weißem Hemd und mit dunklen Haaren steht auf einem Balkon mit Meerblick.

Walid (Tunesien)

ist 29 Jahre alt und arbeitet derzeit als Übersetzer und Dolmetscher bei der deutschen Botschaft in Tunis.

Wie bist du auf das IPS-Programm aufmerksam geworden und was war deine Motivation, dich für das IPS zu bewerben?

Auf das IPS-Programm bin ich durch einen Beitrag auf der Facebook-Seite der Deutschen Botschaft in Tunis aufmerksam geworden. Zusätzlich haben mich Freunde und ehemalige IPS-Alumni dazu ermutigt, mich zu bewerben, und ihre positiven Erfahrungen mit mir geteilt. Das IPS-Programm bietet mir eine besondere Gelegenheit, die deutsche Demokratie und die Arbeit des Bundestages aus erster Hand kennenzulernen. Ich möchte besser verstehen, wie politische Entscheidungen vorbereitet und getroffen werden, und dieses Wissen langfristig nutzen, um den deutsch-tunesischen Austausch in meinem beruflichen Umfeld weiter zu fördern. Darüber hinaus freue ich mich darauf, mich mit Teilnehmenden aus aller Welt auszutauschen und unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen.

Worüber würdest du dich gerne mit den anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern austauschen?

Vor allem über die politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen in ihren Heimatländern. Besonders interessieren mich ihre unterschiedlichen Perspektiven auf Themen wie nachhaltige Entwicklung, Digitalisierung und internationale Zusammenarbeit. Ich bin überzeugt, dass der Austausch unterschiedlicher Sichtweisen eine wertvolle Gelegenheit bietet, voneinander zu lernen und ein besseres Verständnis für globale Herausforderungen zu entwickeln.

Welche Themen beschäftigen dich aktuell?

Aktuell beschäftigen mich vor allem Themen wie die Energiewende und der Ausbau erneuerbarer Energien, die Chancen und Herausforderungen der künstlichen Intelligenz sowie Fragen der inneren und internationalen Sicherheit. Diese Themen sind meines Erachtens für Deutschland und Tunesien von großer Bedeutung. Sie zeigen, wie wichtig internationale Zusammenarbeit und ein ausgewogener politischer Umgang mit technologischen und gesellschaftlichen Veränderungen sind.

Was erwartest du vom IPS-Programm und worauf bist du besonders gespannt?

Ich erwarte vom IPS-Programm vor allem einen authentischen Einblick in die parlamentarische Arbeit des Deutschen Bundestages. Besonders gespannt bin ich auf die Zusammenarbeit mit einer oder einem Bundestagsabgeordneten, weil ich dadurch die politischen Entscheidungsprozesse und den parlamentarischen Alltag aus nächster Nähe kennenlernen kann. Darüber hinaus freue ich mich auf den Austausch mit den anderen Stipendiatinnen und Stipendiaten. Ich bin überzeugt, dass unterschiedliche Perspektiven und Erfahrungen den interkulturellen Dialog bereichern und meinen eigenen Horizont erweitern werden. Ich hoffe, die im Programm gewonnenen Erfahrungen später auch in meinem beruflichen Umfeld einzubringen und so den deutsch-tunesischen Austausch weiter zu stärken.

Maryam
Zur Person
Porträt einer jungen Frau mit dunklen Locken in weißem Hemd und schwarzer Hose.

Maryam (Oman)

ist 30 Jahre alt und hat ihren Bachelorabschluss in Architektur und Stadtplanung im Oman gemacht. Jetzt absolviert sie einen Master im Bereich nachhaltige Energiewende an der Europa-Universität Flensburg und schreibt ihre Masterarbeit über die Energiewende im Oman.

Wie setzt du dich für demokratische Grundwerte ein?

Demokratie ist für mich mehr als ein politisches System; sie ist eine Haltung im Alltag. Sie bedeutet, Menschen zuzuhören, unterschiedliche Perspektiven zu respektieren und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Im Oman aufzuwachsen und das Leben in Deutschland kennenzulernen, hat mir die Bedeutung demokratischer Werte besonders bewusst gemacht.

Bereits im Oman engagierte ich mich in einem Frauenverein und setzte mich dort durch offene Kommunikation und Dialog für Austausch und Teilhabe ein. Als Vertreterin der Fachschaft an meiner Universität versuche ich heute, diese Grundsätze praktisch umzusetzen. Ich höre den Anliegen internationaler und deutscher Studierender zu, bringe sie gegenüber den Lehrenden zur Sprache und arbeite daran, den Dialog zwischen den Studierenden und der Universität zu verbessern. Workshops zu Themen wie transversalen Kompetenzen helfen mir außerdem dabei, die Studierenden besser zu verstehen und diese Verantwortung wirksamer wahrzunehmen. Hier fängt für mich Demokratie an.

Wie kam es dazu, dass du Deutsch gelernt hast?

Ich habe meinen Bachelorabschluss an der German University of Technology in Oman gemacht, die eng mit der RWTH Aachen zusammenarbeitet. Die Zusammenarbeit mit deutschen Professorinnen und Professoren hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, gehört und ernst genommen zu werden. Meine Ideen wurden offen aufgenommen, und ich wurde ermutigt, meine Meinung frei zu äußern. Diese Erfahrungen haben meinen Wunsch verstärkt, die deutsche Sprache und Kultur noch besser kennenzulernen. Deshalb wurde Deutsch für mich nicht nur zu einem akademischen, sondern auch zu einem ganz persönlichen Ziel.

Wie bist du auf das IPS-Programm aufmerksam geworden und was war deine Motivation, dich für das IPS zu bewerben?

Auf das IPS-Programm bin ich durch einen Freund aufmerksam geworden, der vor einigen Jahren selbst daran teilgenommen hat und davon geschwärmt hat. Meine Motivation hängt eng mit meinem Studium im Energiebereich zusammen. Dabei habe ich erkannt, dass Energie zum einen eine technische Ressource ist, aber auch stark von politischen Entscheidungen geprägt wird. Das hat in mir den Wunsch geweckt, politische Prozesse besser zu verstehen, zunächst in Deutschland und mit Blick darauf, welche Ansätze auch für Oman interessant sein könnten. Sobald Energie ganze Gesellschaften betrifft, geht es auch um Gerechtigkeit, Teilhabe und Demokratie. Für mich gehören diese Themen eng zusammen.

Das IPS-Programm bietet mir die Chance, gemeinsam mit Menschen aus unterschiedlichen Ländern, die zugleich viele ähnliche Erfahrungen und Fragen mitbringen, einen Einblick in das „Uhrwerk“ der deutschen Politik zu gewinnen und daraus zu lernen. Gleichzeitig möchte ich Brücken zwischen Europa und der arabischen Welt bauen, besonders zwischen Deutschland und Oman. Die Energiepartnerschaft kann dabei ein wichtiger Baustein sein. Darüber hinaus sehe ich großes Potenzial auf politischer und gesellschaftlicher Ebene, etwa beim Ausbau der Zivilgesellschaft und bei der Stärkung von Frauenrechten in Oman.

Worauf bist du besonders gespannt?

Besonders gespannt bin ich auf die praktische Arbeit im Bundestag, die Möglichkeit, eine Abgeordnete oder einen Abgeordneten im politischen Alltag zu unterstützen, politische Prozesse aus nächster Nähe kennenzulernen und selbst konkret mitzuwirken.

Ich würde mich außerdem gerne mit den anderen Teilnehmenden darüber austauschen, welche Möglichkeiten für bürgerschaftliches Engagement in ihren Ländern bestehen. In vielen Staaten Nordafrikas und Westasiens gibt es aktive zivilgesellschaftliche Initiativen und Räume für öffentliche, teilweise auch kritische Debatten. Mich interessiert, wie sich Menschen dort organisieren, für das Gemeinwohl einsetzen und ihre Interessen in gesellschaftliche oder politische Prozesse einbringen. Dabei möchte ich unterschiedliche Erfahrungen kennenlernen, gegenseitiges Verständnis fördern und Kontakte knüpfen, die auch über das Programm hinaus bestehen bleiben.

Ahmed
Zur Person
Porträt eines jungen Mannes mit dunklen Haaren und im grauen Anzug und schwarzen Hemd.

Ahmed (Ägypten)

ist 28 Jahre alt und arbeitet in seiner Heimat als Arzt.

Wie kam es dazu, dass du Deutsch gelernt hast?

Eigentlich wollte ich in Deutschland Medizin studieren und habe deswegen Deutsch gelernt. Das hat dann leider nicht geklappt, aber während meines Medizinstudiums habe ich ein Stipendium in Berlin erhalten, einen Fachsprachkurs für internationale Ärztinnen und Ärzte besucht und an der Charité hospitiert. Diese Erfahrungen haben meine Motivation weiter gestärkt, und ich arbeite derzeit daran, meine Approbation in Deutschland zu erhalten.

Wie bist du auf das IPS-Programm aufmerksam geworden und was war deine Motivation, dich für das IPS zu bewerben?

Ich habe durch eine Kollegin vom IPS-Programm erfahren. Die Idee, die parlamentarische Arbeit in Deutschland aus nächster Nähe kennenzulernen, hat mich begeistert. Mich fasziniert, wie politische Entscheidungen entstehen und wie internationale Perspektiven in parlamentarische Prozesse einfließen.

Welche Rolle spielen die Geschehnisse im Deutschen Bundestag in deinem Heimatland? Was bekommst du von der deutschen Politik mit und wie informierst du dich darüber?

Die Geschehnisse im Deutschen Bundestag spielen für Menschen in Ägypten meist eine indirekte, aber dennoch spürbare Rolle – besonders in Bereichen wie Außenpolitik, Wirtschaft, Migration und internationale Zusammenarbeit. Diese Entscheidungen beeinflussen Partnerschaften, Projekte und politische Dynamiken zwischen beiden Ländern.

Worüber würdest du dich gerne mit den anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern austauschen?

Ich freue mich darauf, darüber zu sprechen, wie junge Menschen in ihren Ländern politisch eingebunden sind, welche Rolle sie bei gesellschaftlichen Veränderungen spielen und welche Visionen sie für ihre Heimat haben. Natürlich interessieren mich auch die kulturelle Vielfalt der Teilnehmenden und die Besonderheiten ihrer Herkunftsländer.