Jugend und Parlament 2026
„Politik einmal wirklich erleben“
Vom 6. bis 9. Juni sinkt der Altersdurchschnitt im Plenarsaal des Deutschen Bundestages drastisch! Denn mehr als 250 Jugendliche und junge Erwachsene werden in die Rolle fiktiver Abgeordneter schlüpfen und die parlamentarische Demokratie hautnah erleben. Vier von ihnen teilen ihre Erwartungen hier vorab.
Nina, Amir, Chester und Jannat sind vier von insgesamt 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmern des diesjährigen Planspiels „Jugend und Parlament“, das vom 6. bis 9. Juni im Deutschen Bundestag stattfindet. © privat
Planspiel „Jugend und Parlament“
Seit 2004 lädt der Deutsche Bundestag Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 17 bis 20 Jahren in das Parlament ein. Für vier Tage übernehmen diese dann die Identität und politischen Positionen von fiktiven Abgeordneten, um in dieser Rolle den Gesetzgebungsprozess von Anfang bis Ende durchzuspielen.
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Seit ich klein bin, habe ich einen Hang zum Diskutieren und wählte deshalb auch den Politik-Leistungskurs. Aber mich hat der Wunsch nie losgelassen, Politik einmal wirklich zu erleben. Schließlich ist Kritisieren einfach, aber es selbst zu tun, ist die eigentliche Herausforderung.
Ich könnte mir gut vorstellen, eine aktive Rolle zu übernehmen. Am liebsten wäre mir natürlich eine Rolle, die meiner persönlichen Einstellung nahekommt. Gleichzeitig fände ich es aber auch spannend, einmal eine ganz andere Perspektive einzunehmen, um ein besseres Verständnis für andere Ansichten zu entwickeln.
Ich hoffe, dass wir uns trotz unterschiedlicher Ansichten gut verstehen und eine gute Kommunikationsbasis schaffen können. Vielleicht können wir der Politik sogar zeigen, wie gute Kommunikation funktionieren kann. Ich bin neugierig darauf, herauszufinden, wie das Interesse der anderen für Politik geweckt wurde und was sich ändern müsste, damit sie sich von der Politik wieder „gesehen“" fühlen.
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Als gebürtiger Deutscher mit irakischen Wurzeln habe ich durch meine Familiengeschichte früh begriffen, dass eine stabile Demokratie das wichtigste Fundament einer Gesellschaft ist. Deshalb fasziniert mich an der Politik nicht nur das „Was“, sondern vor allem das „Wie“: Wie entstehen Entscheidungen, wie verlaufen Debatten und wie gelingt es, unterschiedliche Interessen zusammenzubringen? Gerade deshalb finde ich das Konzept von „Jugend und Parlament“ spannend, weil man nicht nur zuschaut, sondern selbst in die Rolle einer Abgeordneten oder eines Abgeordneten schlüpft und politische Prozesse realistisch erlebt. Für mich ist das eine Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen, eigene Positionen zu vertreten und politische Zusammenarbeit praktisch zu erfahren.
Ich übe bewusst den Perspektivenwechsel. Da mir eine fiktive Rolle in einer fiktiven Partei zugewiesen wird, muss ich Positionen vertreten können, die nicht zwingend meine eigenen sind. Politische Reife zeigt sich darin, Positionen zu verstehen und zu vertreten, die nicht die eigenen sind, denn nur wer die Argumente der anderen Seite kennt, kann demokratische Kompromisse finden. Bei der Vorbereitung beschäftige ich mich aktuell mit der Geschäftsordnung des Bundestages und arbeite mich in die rhetorische Struktur von Bundestagsreden ein. Dass der ehemalige Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki einmal sagte, er habe bei „Jugend und Parlament“ mehr Inhalt erlebt als oft im echten Plenum, zeigt, dass das Niveau hoch ist.
Mich interessiert besonders, wie junge Menschen aus verschiedenen Regionen und mit unterschiedlichen Hintergründen auf dieselben politischen Herausforderungen blicken. Wie sieht ein Schüler aus Bayern das Thema Digitalisierung im Vergleich zu einem Schüler aus NRW? Wo überschneiden sich unsere Sichtweisen und wo unterscheiden sie sich? Außerdem würde ich mich gerne über die Erfahrungen in der politischen Arbeit vor Ort austauschen: Was funktioniert in der lokalen Jugendarbeit, wo gibt es Probleme?
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Politik interessiert mich schon sehr lange und ich engagiere mich auch außerhalb der Schule in verschiedenen Projekten. Bei „Jugend und Parlament“ möchte ich erleben, wie politische Entscheidungen im Bundestag getroffen werden, und dabei selbst in die Rolle von Abgeordneten schlüpfen.
Ich würde gerne eine Rolle übernehmen, in der man aktiv diskutieren, argumentieren und Entscheidungen mitgestalten kann. Weniger vorstellen kann ich mir momentan eine Rolle, die eher im Hintergrund spielt und wenig Austausch mit anderen ermöglicht.
Ich erwarte eine offene und engagierte Atmosphäre. Besonders freue ich mich darauf, Menschen aus ganz Deutschland kennenzulernen und unterschiedliche politische Perspektiven zu hören. Mich interessiert vor allem, welche Themen junge Menschen aktuell beschäftigen und wie sie sich engagieren. Außerdem bin ich gespannt auf ihre Erfahrungen und Ideen für die Zukunft unserer Gesellschaft.
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beworben?
Ich bin an einer Berufsschule für Wirtschaft und Verwaltung und bin politisch extrem interessiert. Ich erhoffe mir, durch das Jugendparlament einen tieferen Einblick in die politischen Abläufe zu bekommen und neue Kontakte in der Politik zu knüpfen.
Ich bereite mich vor, indem ich die Debatten des Deutschen Bundestages online verfolge und die zur Sprache gekommenen Themen mit Familie und Freunden bespreche.
Ich würde mich gerne mit den anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern über die außenpolitische Lage unterhalten, da dies eines meiner persönlichen Hauptinteressen ist. Außerdem würde ich gerne die Meinung der anderen zur momentanen Steuerung der Innenpolitik erfahren, was sie sich politisch aktuell wünschen und was sie verändern würden.