CBYX-Stipendiaten in Deutschland
Clara, 18, aus Fort Wayne nach Bonn
5. November 2026
Quadratische Kissen, deutsche Grammatik und öffentlicher Nahverkehr. Clara musste sich in ihrem Auslandsjahr in Deutschland erstmal an einiges gewöhnen und nimmt euch hier mit auf ihre Reise.
Clara ist bisher besonders von der Architektur und der deutschen Grammatik angetan. © privat
Hello!
Mein Name ist Clara. Ich komme aus Fort Wayne, Indiana, und dieses Jahr habe ich die unglaubliche Gelegenheit, im Rahmen des CBYX-Berufsbildungsprogramms in Deutschland zu studieren. Neben Brezeln sind Streuselbrötchen mein liebstes deutsches Gebäck. In den USA verbringe ich meine Zeit mit Nähen, Klavierspielen, Lesen und mit meinen Freunden. Zu meinen Zielen für dieses Jahr gehört es, ein ganzes Buch auf Deutsch zu lesen und eine ungewöhnliche Sportart zu erlernen (im Moment schwanke ich noch zwischen Badminton und Bouldern). Wie auch immer – folgt meinem Blog, um mehr über meine Abenteuer in Deutschland zu erfahren!
Die ersten Tage in Bonn
Mein Jahr in Deutschland begann ziemlich plötzlich. Nach einem hektischen Sommer, in dem ich gearbeitet, Zeit mit Freunden verbracht und die letzten Momente mit meiner Familie genossen hatte, packte ich meine Koffer und schon bald war ich in Washington, D.C., bereit, die 25 Menschen kennenzulernen, die mich während dieses Auslandsjahres begleiten würden. Die Orientierung verlief in rasendem Tempo, und jeden Tag stand von 8 bis 23 Uhr etwas auf dem Programm. Zu den Höhepunkten gehörten der Besuch der deutschen Botschaft, eine Simulation zur internationalen Diplomatie sowie das Zusammensein auf der Dachterrasse des Hotels und die Gespräche mit meinen CBYX-Kollegen. Dann, am 7. August um 17 Uhr, stiegen wir in ein Flugzeug zum Frankfurter Flughafen und unser Abenteuer in Deutschland begann!
Zugegeben, anfangs war ich der deutschen Kultur gegenüber etwas verschlossen. Die Dinge waren einfach ein bisschen anders als in den USA. Zum Beispiel sind deutsche Kissen quadratisch statt rechteckig und bestehen alle aus Daunen. Auch mein erster Eindruck von der deutschen Sprache war nicht gerade der beste. Ich hatte in der High School Französisch gelernt, und in einer völlig anderen Sprache von vorne anzufangen, war super frustrierend. Ich benutzte ständig französische Wörter und Redewendungen, weil ich die deutschen nicht kannte. Glücklicherweise ging diese Phase schnell vorbei, und als ich mich bei meiner Bonner Gastfamilie wohler fühlte und meine Mitschüler besser kennenlernte, dachte ich immer weniger an mein Leben in den USA. Bestimmte Dinge stören mich natürlich immer noch (ich meine hier vor allem den Mangel an Trinkbrunnen), aber ich habe gelernt, mich anzupassen.
Der Beginn meiner Deutschlandreise
In den ersten beiden Monaten unseres Aufenthalts in Deutschland besuchten wir eine Sprachschule in Bonn, der ehemaligen Hauptstadt Westdeutschlands und dem Geburtsort der Haribo-Gummibärchen.
Mein Tagesablauf in Bonn sah folgendermaßen aus: Ich stand um 7:20 Uhr auf und nahm den Bus um 8:12 Uhr zur AIB, meiner Akademie. Mein Unterricht begann um 8:45 Uhr und dauerte bis 13:00 Uhr, dann gab es Mittagessen. Die Aktivitäten am Nachmittag variierten im Laufe der Woche. Manchmal hatten wir Tutorien, also festgelegte Zeiten zum Erledigen der Hausaufgaben, und an anderen Tagen unternahmen wir Ausflüge in die Umgebung. Gelegentlich hatten wir den Nachmittag einfach frei. In diesem Fall ging ich in den Bonner Hofgarten, um dort mit meinen Freunden abzuhängen.
Ihre ersten Monate in Deutschland haben Clara bereits nach Nürnberg, Bonn, Köln und zum Schloss Augustusburg geführt. © privat
Meine Einstellung zur deutschen Sprache änderte sich schnell von Gleichgültigkeit zu aktivem Interesse, als wir etwas über die Fälle lernten. Im Englischen wird „me“ nur als Objekt eines Satzes verwendet, niemals als Subjekt. Das Deutsche übernimmt dieses System und erweitert es noch, indem es Artikel wie „die“ und „ein“ je nach Kasus verändert. Wie auch immer, Grammatik ist cool, und ich begann zu begreifen, wie man eine völlig neue Sprache lernt. Ausgestattet mit einem Satz Anki-Karteikarten und dem BBC-Leitfaden „German Grammar for GCSE“ fühlte ich mich bereit, die Welt zu erobern.
Ein weiterer toller Aspekt an Bonn waren all die Ausflüge und Besichtigungen, die unser Programm für uns organisiert hat. In unserer ersten Woche in Bonn fuhren wir nach Brühl, um einen Hochseilgarten zu besuchen und an Teambuilding-Aktivitäten teilzunehmen. Auf dem Weg dorthin kamen wir an einem riesigen Schloss vorbei, von dem ich sofort wusste, dass ich es besuchen wollte. Am nächsten Wochenende kehrte ich zu dem Schloss zurück, das, wie ich inzwischen erfahren hatte, Schloss Augustusburg hieß – ein Rokoko-Palast, der für Clemens August, den Kurfürsten von Köln, erbaut worden war. Die prunkvollen Marmortreppen haben mich absolut umgehauen. Gar nicht schlecht für einen kurzen Nachmittagsbesuch.
Auch der Kölner Dom hat mich überrascht. Nachdem ich schon so viel davon gehört hatte, war ich mir sicher, dass er meine Erwartungen nicht erfüllen würde. Als ich zum ersten Mal aus dem Kölner Hauptbahnhof trat und den Dom über mir aufragen sah, wurde mir klar, dass ich mich geirrt hatte.
Schließlich habe ich mich schnell an die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel gewöhnt. Mit meinem Deutschlandticket erreiche ich innerhalb einer Stunde fast alle Orte, an die ich in Bonn möchte. Und das Beste daran: Da ich nicht selbst fahre, kann ich während der Fahrt Musik hören oder lesen. U-Bahn- und Stadtbahnsysteme sind hier weit verbreitet. In Bonn zum Beispiel durchziehen sechs Bahnlinien die Stadt und in Nürnberg, wo meine Langzeitgastfamilie wohnt, gibt es sieben Straßenbahnlinien und drei U-Bahn-Linien, sodass ich selten länger als zehn Minuten warten muss, um irgendwohin zu gelangen. Wenn überhaupt, bin ich hier mobiler, weil es sowohl günstiger ist (das Deutschlandticket kostet nur etwa 2,25 Euro pro Tag) als auch einfacher, sich fortzubewegen.
Hello!
My name is Clara. I’m from Fort Wayne, Indiana, and last year I got the incredible opportunity to study in Germany with the CBYX Vocational Program. Aside from brezels, my favorite German pastry is streuselbrötchen. In the US, I spend my time sewing, playing the piano, reading and hanging out with my friends. My goals for this year include reading an entire book in German and learning an uncommon sport (right now I’m deciding between badminton and bouldering). Anyways, you should follow my blog to find out more about my adventures in Germany!
Pre-Departure Orientation and first days in Bonn
My year in Germany began rather suddenly. After a frantic summer spent working, hanging out with friends and savoring my last moments with my family, I packed my bags, and soon enough, I was in Washington D.C., ready to meet the 25 people who would be accompanying me during this year abroad. Orientation was super fast-paced, and there was something scheduled from 8 to 11 each day. Highlights include visiting the German embassy, an international diplomacy simulation, and hanging out on the roof of the hotel and talking with my fellow CBYXers. Then, at 5pm on August 7th, we boarded a plane to Frankfurt International Airport, starting our adventure in Germany!
At first, I will admit I was a little closed off to German culture. Things were just a little too different from the US. For example, German pillows are squares rather than rectangles and are all feather down. My first impression of the German language wasn't the best either. I took French in high school, and starting over in a completely different language was super frustrating. I constantly said French words and phrases because I didn’t know the German translations. Thankfully, this phase passed quickly, and as I became more comfortable with my Bonn host family and got to know my cohort more, I started thinking less about my life back in the US. Certain things still bother me, of course (looking at you, lack of water fountains), but I’ve learned to adapt.
Beginning my German Journey + a couple day trips
For the first two months of our time in Germany, we attended language school in Bonn, the former capital of West Germany, and the birthplace of Haribo gummy bears.
My daily routine in Bonn went like this. I woke up at 7:20 am and took the 8:12 bus to AIB. My classes start at 8:45 and go until 1:00, when we eat lunch. Afternoon activities would vary throughout the week. Sometimes we had tutorial, which was structured time to do homework, and other days we had excursions throughout the region. Occasionally we would just have the afternoon free. If that was the case, I would go to the Bonn Hofgarten to hang out with my friends.
During her first few months in Germany, Clara has already visited Nuremberg, Bonn, Cologne, and Augustusburg Palace. © privat
My attitude towards German quickly changed from indifference to active interest when we learned about cases. In English, me is only used as the object of a sentence, never the subject. German takes this system and adds on to it, changing articles like die and ein depending on the case. Anyways, grammar is cool, and I was starting to figure out how to learn an entirely new language. Armed with a set of Anki flashcards and the BBC’s German grammar for GCSE guide, I felt ready to take on the world.
Another great thing about Bonn was all of the trips and visits our program organized for us. Our first week in Bonn, we visited Brühl for a high ropes course and team building activity. On our way there, we passed a giant castle that I knew I wanted to visit. The next weekend, I returned to what I learned was Schloss Agustusburg, a Rocco Palace built for Clemens August, the elector of Cologne. I was absolutely blown away by the opulent marble staircases. Not so bad for a quick afternoon visit.
Cologne Cathedral also surprised me. After hearing about it so much, I was sure it wouldn’t live up to expectations. When I walked out of the Cologne Hauptbahnhof for the first time and saw the Dom towering over me, I realized I was wrong.
Finally, I’ve quickly become accustomed to taking public transport. With my Deutschlandticket, I can get about everywhere I want to go in the city of Bonn within an hour. Even better, because I’m not driving, I can listen to music or read during the trip. Subway systems and light rail are super common here. Bonn, for example, has 6 lines of trains crisscrossing the city, and Nürnberg, where my long-term host family is, has 7 tram lines and 3 U-Bahn lines, so I rarely have to wait more than 10 minutes to go anywhere. If anything, I have more mobility here because it's both cheaper (the Deutschlandticket only costs about 2.25 euro per day), and easier to travel.