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PPP-Stipendiat in den USA

Magnus, 15, von Bautzen nach Texas

12. Oktober 2026

Für zehn Monate lebt Magnus in Texas. Hier nimmt er euch mit in seinen Alltag.

Ein junger Mann und zwei Erwachsene stehen in einer Flughafenhalle und halten ein Schild hoch, auf dem Welcome Magnus steht.

Magnus wurde von seinen Gasteltern am Flughafen in Dallas, Texas in Empfang genommen. © privat

Zur Person

Was geht!

Mein Name ist Magnus, ich bin 15 Jahre alt und komme aus dem schönen Haselbachtal im Landkreis Bautzen in Sachsen. Ich bin sehr dankbar, meinen Traum eines Auslandsjahres in den USA mit dem PPP in Plano, Texas, verbringen zu dürfen.

Meine Hobbys in Deutschland sind (oder waren) Leistungs- und Rettungsschwimmen sowie Breaking, Theater und Gesellschaftstanz. Hier in den USA bin ich im „Speech and Debate-, Politics-Club“ und im „Track and Field“ aktiv.

Ich bin schon immer sehr an Politik interessiert – sowohl an der deutschen als auch an der US-Amerikanischen. Deswegen freue ich mich riesig, euch durch meinen „American Dream“ mitnehmen zu dürfen, und hoffe, ihr habt Spaß beim Lesen. 

Meine Reise begann vor etwa eineinhalb Jahren, als auf einmal Mitschüler anfingen, von Auslandsjahren zu reden und wie schön es doch wäre, mal ein Jahr in einem anderen Land zu leben. Als ich daraufhin über Wochen hinweg immer nur noch über ein Jahr im Ausland nachdenken konnte, stand es fest: Ich muss ein Auslandsjahr machen!

Also machte ich mich auf die Suche und stieß ziemlich schnell auf die Webseite des Bundestages. Das Programm klang so verlockend, dass ich mich auf schnellstem Weg beworben habe. Nach etwa einer dreivierteljährigen Bewerbungsphase, wobei etwa 95 Prozent nur Warten und Hoffen waren, um in die nächste Runde der Bewerbungsphase zu kommen, kam der ersehnte Anruf im Januar 2026: Ich darf das nächste Schuljahr in den USA verbringen!

Abschied und die letzten Tage in Deutschland

Bevor es für mich im August mit dem Gruppenflug nach Washington, D.C. ging, musste ich mich davor natürlich, wie es sich für einen Junior-Botschafter gehört, würdig verabschieden. Darum habe ich ein paar Tage vor dem Abflug noch eine Abschiedsparty für meine Freunde und Familie gemacht. Für mich waren die letzten Tage vor dem Abflug etwas belastend. Zu wissen, dass man alles, was man macht, jede kleine Aktivität – wie zum Beispiel Spazierengehen in meinem Dorf, Fußball oder Mario Kart mit meinen Freunden spielen – für die nächsten zehn Monate so nicht machen kann.

Sieben Jugendliche posieren mit einer halb USA, halb Deutschland-Flagge.

Magnus hat sich von seinen Freunden mit einer Feier verabschiedet. © privat

Aber was fehlte noch, bevor man auf einen anderen Kontinent fliegt? Natürlich der gepackte Koffer. Was packe ich in meinen Koffer, um ein Jahr in einem anderen Land zu wohnen? Wie will man ein ganzes Leben in einen Koffer bekommen? Am Ende habe ich meine Sachen vakuumverpackt und so konnte ich ungefähr die Hälfte meines Kleiderschranks mitnehmen. Also war ich nun bereit, mein Abenteuer in die Vereinigten Staaten zu starten! 

Hinreise und Ankunft

Einen Tag vor Abflug sind meine Eltern und ich nach Frankfurt am Main aufgebrochen. Eine sechsstündige Fahrt später standen wir dann vor dem Flughafen, von dem ich am nächsten Tag in das Abenteuer meines Lebens aufbrechen würde. Ich kann euch sagen: Die Nacht war sehr schlaflos und von Aufregung geprägt. Am nächsten Morgen ging es dann früh zum Flughafen, um pünktlich am Schalter von United Airlines zu stehen. Hier habe ich das erste Mal die anderen Stipendiaten getroffen. Dann habe ich mich von meinen Eltern verabschiedet und es ging voller Spannung und vielleicht mit einem ganz kleinen mulmigen Gefühl zum Flugzeug, in dem ungefähr die Hälfte der Passagiere PPP-Stipendiaten waren.

Eine Collage zeigt einen Jugendlichen und die Aufnahme von einem Park in einer Großstadt.

Angekommen in Washington, D.C., fühlt sich Magnus zum ersten Mal wie eine Junior-Botschafter. © privat

In Washington ging es dann in ein Konferenz-Hotel, wo ich mich das erste Mal wie ein richtiger Junior-Botschafter gefühlt habe. Das erste Mal die amerikanische Kultur mit den andern Stipendiaten zu erleben, war sehr einzigartig, weil viele von den Stipendiaten so wie ich auch noch nie in den USA waren. Zwei Tage später ging es dann für alle weiter zu ihren Gastfamilien, die sich auf alle Staaten verteilen. Für mich war mein nächstes Ziel der Flughafen von Dallas, Texas, wo meine Gastfamilie schon auf mich wartete. 

Die ersten Wochen in Texas

Da ich an einem Mittwoch angekommen bin, hatte ich noch den Rest der Woche, um mich an mein neues Leben in den USA zu gewöhnen. Am ersten Tag sind wir direkt schon Rad gefahren und haben die Nachbarschaft erkundet. Mein Placement ist eine Vorstadt von Dallas und hat ungefähr 400.000 Einwohner. Das ist ein riesiger Unterschied zu meinem kleinen Dorf in Deutschland, in dem ich nahezu jeden Einwohner mit Namen kenne.

An meinem fünften Tag fing dann auch schon meine Schule an. In den ersten Tagen war der Schulalltag sehr anders, aber ich habe mich schnell daran gewöhnt und viele Mitschüler haben mich nach der ersten Woche schon als „den Deutschen“ erkannt, was zu meinen Gunsten als Kompliment benutzt wird. Mein Stundenplan stand schon am ersten Tag fest und ich konnte in meinen neuen Fächern Theater, Weltgeschichte und Geometrie relativ schnell den Anschluss finden. Mir wurde schnell klar, dass tatsächlich die meisten Vorurteile über Amerikaner und insbesondere Texaner nicht stimmen. Ich durfte in meinem neuen Alltag immer wieder auf Menschen (ohne Cowboyhut und Stiefel) treffen, die sehr nett und interessiert an meiner Geschichte und an meinem Leben sind. 

State Fair of Texas

Nach den ersten Wochen ging es mit meiner Gastfamilie zum ersten großen Highlight: der „State Fair of Texas“. Die State Fair gibt es in fast jedem Bundesstaat und ist eine Art Kirmes. Das Gelände ist riesig und es gibt Fahrgeschäfte ohne Ende und natürlich auch Essensstände in Massen. Da ich vegan lebe, wie auch meine Gasteltern, gab es für uns leider nur einen veganen Stand auf der gesamten State Fair. Wir sind dann für jede Mahlzeit und jeden Snack zu diesem Stand gegangen, der sehr viel Tex-Mex-Essen (eine Mischung von texanischem und mexikanischem Essen) anbot. Da das Essen so gut war, wurde dieser Stand dann auch zu meinem Lieblingsort der State Fair.

Eine Collage zeigt einen Jugendlichen mitten in Kürbis-Dekoration und vor einer riesigen Cowboy-Figur.

Manchmal ist die USA ein Klischee: Von allem viel und große Varianten. © privat

Da dieses Jahr auch das 250-jährige Jubiläum der Vereinigten Staaten gefeiert wird, gab es in dem ganzen Trubel natürlich auch sehr viele US-amerikanische und texanische Flaggen und sehr viel Militär, was hier zur Kultur gehört. Um alles auf der State Fair zu sehen, haben wir in einem Hotel in der Innenstadt von Dallas übernachtet. Was für mich sehr komisch war, ist, dass man hier wirklich alles frittiert: Von frittierter Melone bis zu frittiertem Bier habe ich echt alles gesehen.

Natürlich gab es auch sehr viele Shows, etwa den Rekordhalter im Bowlingkugel-Jonglieren. Man merkt auf jeden Fall, dass man sich in Texas befindet, weil ein großer Teil der Fair auch aus Autos besteht. Man kann jeden Autotyp dort finden. Von Sportwagen bis zum Tesla Cybertruck war echt alles dabei. Im Großen und Ganzen ist die State Fair echt ein sehr guter Ort, wenn man auf Action und Kultur steht und ich liebe es, dort hinzugehen. 

Mein neues Zuhause

Mein Placement, also der Ort, an dem ich aktuell in der Gastfamilie lebe, habe ich erst ziemlich spät erfahren – um genau zu sein: einen halben Monat vor Abflug. Dadurch konnte ich mich nur teilweise darauf vorbereiten, was mich hier in den USA erwarten wird. Zu meinem Glück habe ich eine sehr nette Gastfamilie – bestehend aus Gastmutter, Gastvater und zwei Katzen. Wir ernähren uns alle drei vegan. Wir wohnen in einem einstöckigen Haus und ich habe mein eigenes Zimmer mit Bad. Wir leben in einer sehr netten Nachbarschaft und ich kann morgens mit meinem Fahrrad zum Training und dann zur Schule fahren.

Ein Zimmer mit Bett, Schreibtisch, Regal und einer halb USA, halb Deutschland-Flagge.

Magnus fühlt sich sehr wohl in seinem texanischen Zuhause. © privat

Vor ein paar Wochen lag die Durchschnittstemperatur tatsächlich noch zwischen 35 und 40 Grad Celsius. Das hat sich jetzt aber zum Glück etwas abgekühlt und der Durchschnitt liegt nur noch bei 25 Grad. Jetzt können wir endlich den Garten nutzen und draußen Abendbrot essen. Mein Placement und mein neues Leben in den USA gefallen mir sehr und ich bin unendlich dankbar, dass ich so etwas erleben darf.

Jetzt habt ihr einen kleinen Einblick in mein Leben als Jugendlicher in den USA bekommen und ich bedanke mich dafür, dass ihr bis hierhin gelesen habt. Habt noch einen wunderschönen Tag und bis zum nächsten Mal.