PPP-Stipendiatin in den USA
Maja, 17, von Thüringen nach Iowa
5. November 2026
Von Greiz in Thüringen nach Grimes in Iowa. Maja lebt für zehn Monate in den USA und erzählt hier von ihrem neuen Alltag, der sich wie ein High-School-Film anfühlt.
Für Maja fühlt sich ihr neues Leben manchmal wie ein High-School-Film an. © privat
Hey!
Ich bin Maja, 17 Jahre alt und komme aus dem kleinen Greiz in Thüringen. In meiner Freizeit spiele ich gerne Klavier, gehe tanzen, ins Gym, verbringe Zeit auf dem Eis oder engagiere mich ehrenamtlich bei GenOst Jugendfonds.
Dank des Parlamentarischen Patenschaft-Programms (PPP) darf ich das Schuljahr 2026/27 als Juniorbotschafterin Deutschlands in den USA verbringen. Ich habe mich schon immer für andere Kulturen interessiert und ich liebe es zu reisen. Umso mehr wuchs der Wunsch, für eine längere Zeit in einem anderen Land zu leben, neue Menschen kennenzulernen und in eine neue Kultur einzutauchen.
Dieser Traum ist nun Wirklichkeit geworden! Für die nächsten zehn Monate lebe ich bei einer Gastfamilie in Grimes, einer Stadt in der Nähe von Des Moines, der Hauptstadt Iowas. Ich freu mich riesig darauf, euch in den nächsten Monaten einen Einblick in meinen amerikanischen Alltag zu geben und zu berichten, was es bedeutet, in Iowa zu leben!
Wie alles begann
Ein Auslandsjahr in den USA war schon immer etwas, was ich mir sehnlichst gewünscht habe. Ob Familienmitglieder, die selbst ein Auslandsjahr oder Urlaub in den USA gemacht haben, oder meine Schwester, die drei Monate in Atlanta, Georgia, verbracht hat – alle kamen mit wunderschönen Erinnerungen und unglaublichen Geschichten zurück. So wurde mein Wunsch, selbst einmal für längere Zeit in den USA zu leben, immer größer und ich suchte nach Möglichkeiten, diesen Traum wahr werden zu lassen.
2024 bewarb ich mich deshalb zum ersten Mal für das Parlamentarische Patenschafts-Programm (PPP). Ich war von Anfang an total begeistert und wollte dieses Stipendium unbedingt bekommen. Obwohl ich das Stipendium damals nur ganz knapp nicht bekommen habe, hielt mich das nicht davon ab, mich ein Jahr später noch einmal zu bewerben. Diesmal ging ich mit etwas mehr Gelassenheit an die Sache heran.
Von der Bewerbung im Juni 2025 über das Auswahlgespräch im Oktober bis hin zum Warten auf die Rückmeldung war alles unglaublich aufregend und zugleich nervenaufreibend. Ich versuchte, jeden Schritt mitzunehmen und zu genießen, denn allein dieser Weg war schon eine Erfahrung. Und dann kam endlich der 11. Februar 2026. Während einer Freistunde ging ich von der Schule nach Hause und öffnete unseren Briefkasten. Als ich die Nachricht sah, konnte ich es kaum glauben: Ich fliege tatsächlich für ein Jahr in die USA!
Für die nächsten zehn Monate lebt Maja in Grimes, Iowa – einer Kleinstadt in der Nähe von Des Moines, dem State Capital von Iowa. © privat
Das Abenteuer beginnt!
Am 20. August war es dann endlich so weit! Am Flughafen Leipzig verabschiedete ich mich von meiner Familie und meinen Freunden. Ich war unglaublich aufgeregt und konnte noch gar nicht richtig begreifen, dass ich jetzt wirklich für zehn Monate weg sein würde.
Gemeinsam mit anderen Stipendiaten, die ich bereits beim Vorbereitungsseminar in Lauenburg kennengelernt hatte, ging es über Frankfurt nach Chicago. Von dort flog ich mit einer anderen Stipendiatin weiter nach Des Moines in Iowa.
Meine Gastfamilie hatte vor mir bereits vier Austauschschüler aufgenommen. Eine davon, die aus Tschechien stammt, hatte ich sogar während eines Urlaubs mit meiner Mutter in Prag getroffen. Da haben wir uns ein bisschen über ihr Auslandsjahr ausgetauscht, was mir schon vorher einiges an Nervosität genommen hat.
Trotzdem war die Reise eine ziemliche Achterbahnfahrt der Gefühle. Einerseits freute ich mich riesig, andererseits war ich natürlich nervös, meine Gastfamilie endlich kennenzulernen. Umso schöner war es, als wir uns am Flughafen in Des Moines gegenüberstanden und meine Aufregung sich ziemlich schnell legte.
Die ersten Tage
Viel Zeit zum Ankommen hatte ich allerdings nicht, denn ich kam gerade einmal vier Tage vor Schulbeginn in Iowa an. Obwohl ich erst gegen 23 Uhr gelandet war, ging es am nächsten Morgen direkt weiter. Um sechs Uhr stand nämlich schon mein erstes High-School-Event an: Senior Sunrise!
Dabei treffen sich alle Seniors, also die Schülerinnen und Schüler der zwölften Klasse, früh am Morgen auf dem Footballfeld, um gemeinsam den Sonnenaufgang anzuschauen. Am Ende des Schuljahres gibt es dann das Gegenstück, den Senior Sunset.
Ich war total aufgeregt, weil ich meinen zukünftigen Jahrgang noch gar nicht kannte. Zum Glück nahm mich eine Freundin meiner Gastschwester mit, sodass ich direkt die ersten Leute kennenlernen konnte. Als ich dann mit meinem ersten Stück Pizza auf dem Footballfeld saß, fühlte ich mich wirklich wie in einem amerikanischen High-School-Film!
Senior Sunset und die Iowa State Fair waren Highlights der ersten Wochen von Majas Auslandsjahr. © privat
Aber auch die kleinen Dinge waren in den ersten Tagen aufregend. Das erste Mal bei Target oder Walmart einkaufen, eine amerikanische Mall besuchen oder einfach die erste Nacht im neuen Zuhause verbringen. Irgendwie war alles so ungewohnt und gleichzeitig wurde mir langsam klar, dass das jetzt wirklich mein Alltag für die nächsten zehn Monate sein würde.
Ein Erlebnis, das mir besonders in Erinnerung geblieben ist, war die Iowa State Fair, die ich an ihrem letzten Tag gemeinsam mit meiner Gastfamilie besuchte. Dort gab es von Fahrgeschäften über Tiere bis hin zu unglaublich vielen verschiedenen Essensständen wirklich alles Mögliche. Ich konnte einiges Neues ausprobieren und gleichzeitig schon ein bisschen mehr von Iowa kennenlernen.
Meine amerikanische High School und alles, was dazu gehört
Am 24. August war mein erster richtiger Schultag! Vor Schulbeginn durfte ich meine Fächer selbst wählen. Ich entschied mich unter anderem für US History, Economics, Spanish III und Art I. Schon dabei fiel mir auf, wie anders das amerikanische Schulsystem im Vergleich zu Deutschland ist. Besonders überrascht war ich von der Größe meiner Schule, aber auch davon, wie wichtig Sport hier ist, was ich selbst beim Volleyballspielen schnell gemerkt habe.
Zum Glück war ich nicht die Einzige, für die alles neu war. Insgesamt sind wir fünf Austauschschüler an meiner High School. Die anderen kommen aus Frankreich, Island, Tadschikistan und Belgien. Obwohl wir aus unterschiedlichen Ländern kommen, sitzen wir irgendwie alle im selben Boot und so entstanden auch schon die ersten Freundschaften.
Footballspiele, gelbe Schulbusse und Homecoming – das High-School-Leben ist bislang genau so, wie Maja es sich ausgemalt hat. © privat
Natürlich durfte auch die erste Fahrt mit einem typisch gelben Schulbus nicht fehlen! Genauso wie mein erstes Footballspiel, bei dem ich erst einmal verstehen musste, was auf dem Feld überhaupt passiert. Viele Dinge, die ich bisher nur aus Filmen kannte, erlebe ich jetzt plötzlich selbst.
Auch Homecoming war ein wunderschönes Erlebnis, besonders weil ich diesen Moment gemeinsam mit anderen Austauschschülern erleben konnte. Ob das gemeinsame Fertigmachen oder das Fotosmachen am See, es war auf jeden Fall eine Erfahrung, die ich in Erinnerung behalten werde!