PPP-Stipendiat in den USA
Malte, 16, von Hamburg nach Washington State
21. Oktober 2026
In seinem Blog berichtet Malte von seinem Austauschsjahr-Alltag zwischen Tennis-Training und School Spirit.
Magnus geht dieses Schuljahr auf die Emerald Ridge High School, deren Farben Grün und Weiß sind; das Schulmaskottchen ist ein Jaguar. © privat
Moin,
mein Name ist Malte und ich bin 16 Jahre alt. Durch das Parlamentarische Patenschafts-Programm habe ich die Möglichkeit bekommen, ein Jahr in Puyallup, Washington State, zu verbringen.
In meiner Freizeit spiele ich Tennis, bin Mitglied der Jugendfeuerwehr und singe gerne im Chor.
Mit dem Auslandsjahr ist für mich ein großer Traum in Erfüllung gegangen, ein neues Land, eine neue Kultur und viele neue Leute kennenzulernen. Ich freue mich sehr, hier über meine Eindrücke und Erlebnisse zu erzählen.
Das Abenteuer beginnt
Am 10. August war es endlich so weit: Mein Abenteuer in den USA begann. Um 5 Uhr morgens hieß es: Abschied von meiner Familie nehmen und in ein neues Kapitel aufbrechen. In Frankfurt traf ich meine Betreuer und die anderen Stipendiaten. Gemeinsam flogen wir nach Washington, D.C., wo zunächst ein Vorbereitungsseminar stattfand.
Am 12. August ging meine Reise weiter nach Seattle. Ich war unglaublich gespannt darauf, meine Gastfamilie endlich persönlich kennenzulernen und mein neues Zuhause für das kommende Jahr zu sehen. Am Flughafen wurde ich herzlich empfangen. Mein Gastbruder hatte sogar ein selbstgebasteltes Plakat dabei, das mich sofort willkommen fühlen ließ.
Malte fühlte sich von Anfang an willkommen in seiner Gastfamilie. © privat
Eingewöhnung und viel Neues
Bereits am nächsten Tag hatte ich einen Termin an der Emerald Ridge High School, meiner neuen Schule für das kommende Jahr. Dort lernte ich meine Student Counselor kennen. Sie erklärte mir das amerikanische Schulsystem, zeigte mir die wichtigsten Bereiche der Schule und half mir, meinen Stundenplan zusammenzustellen. Student Counselors unterstützen Schüler bei der Kurswahl, koordinieren Stundenpläne und stehen ihnen bei schulischen oder persönlichen Problemen als Ansprechpartner zur Seite.
Für mein erstes Semester habe ich die Fächer Business Law, Englisch, American History, Introduction to Flight, Mathematik und Französisch gewählt. Besonders beeindruckt hat mich die große Auswahl an Kursen. Viele Fächer konnte ich selbst auswählen, was sich deutlich von meiner Schule in Deutschland unterscheidet. Schon zu diesem Zeitpunkt freute ich mich darauf, neue Menschen kennenzulernen und verschiedene Unterrichtsfächer auszuprobieren.
Da nach meiner Ankunft noch Sommerferien waren, hatte ich zunächst Zeit, die Umgebung und die amerikanische Kultur kennenzulernen. Gemeinsam mit meiner Gastfamilie besuchte ich ein Baseballspiel, ging mit meinen beiden Gastbrüdern auf dem Mount Rainier wandern und war auf einem Konzert. So konnte ich bereits in den ersten Wochen viele neue Eindrücke sammeln und mich gut einleben.
Von Wandern bis Baseball-Spiel – bis die Schule losging, hat Malte schon einiges erlebt. © privat
Am 2. September war dann mein erster Schultag. Ich war gespannt darauf, neue Freunde zu finden, meine Kurse kennenzulernen und das amerikanische Schulsystem aus erster Hand zu erleben. Schon der Schulweg war ein kleines Abenteuer, denn jeden Morgen fahre ich mit einem traditionellen gelben Schulbus zur Schule. Darauf hatte ich mich besonders gefreut.
Der erste Schultag war aufregend, aber auch etwas überwältigend. Mit rund 1.600 Schülern ist meine High School deutlich größer als meine Schule in Deutschland. Anfangs war es nicht ganz einfach, sich auf dem großen Schulgelände zurechtzufinden. Zum Glück waren viele Mitschüler neugierig und hilfsbereit, sodass ich mich schnell eingelebt habe. Um 14:55 Uhr endete mein erster Schultag. Ich ging mit vielen neuen Eindrücken nach Hause und freute mich bereits auf die kommenden Wochen.
Mein Schulalltag
An einem normalen Wochentag stehe ich gegen 6:30 Uhr auf und bereite mich auf die Schule vor. Gegen 7:30 Uhr verlasse ich das Haus und mache mich auf den Weg zur Bushaltestelle. Meistens komme ich gegen 8:15 Uhr an der Schule an und habe noch etwas Zeit, mich mit Freunden zu unterhalten, bevor der Unterricht um 8:25 Uhr beginnt.
Jede Unterrichtsstunde dauert 50 Minuten. Zwischen den einzelnen Stunden gibt es jeweils fünf Minuten Pause, um in den nächsten Klassenraum zu wechseln. Anders als in Deutschland haben hier die Lehrer eigene Klassenräume, während die Schüler zwischen den Stunden wechseln.
Nach meiner zweiten Unterrichtsstunde habe ich jeden Tag „Homeroom“. Diese Stunde bietet die Möglichkeit, Hausaufgaben zu erledigen, für Tests zu lernen oder organisatorische Dinge zu erledigen. Nach der dritten Stunde folgt eine 30-minütige Mittagspause, bevor der Unterricht bis 14:55 Uhr weitergeht.
Besonders praktisch finde ich, dass wir jeden Tag dieselben Unterrichtsfächer haben. Dadurch fällt es leichter, Routinen zu entwickeln und Mitschüler besser kennenzulernen. Lediglich montags beginnt die Schule eine Stunde später, weshalb die Unterrichtsstunden an diesem Tag etwas kürzer sind.
Nach Schulschluss geht es für mich direkt zum Tennis-Training. Wenn ich gegen 17:30 Uhr nach Hause komme, esse ich etwas und erledige anschließend Hausaufgaben oder bereite mich auf bevorstehende Tests vor.
Für Malte ist es jeden Tag ein kleines Abenteuer mit dem gelben Schulbus zur High School zu fahren. Und Tennis-Training gehört für ihn auch zu jedem Schultag. © privat
Zudem gehe ich jeden Sonntag mit meiner Gastfamilie in die Kirche. Anfangs war das für mich eine neue Erfahrung, da sich einige Traditionen und Abläufe von denen in Deutschland unterscheiden. Mittlerweile gehört der Kirchenbesuch fest zu meinem Wochenablauf. Besonders schön finde ich die offene Atmosphäre und die Möglichkeit, neue Menschen kennenzulernen. So bekomme ich nicht nur Einblick in den Glauben, sondern auch in einen wichtigen Teil der amerikanischen Kultur.
Sport als wichtiger Teil des Schullebens
Sport spielt an meiner High School eine sehr große Rolle und ist ein wichtiger Bestandteil des Schulalltags. Die Schule bietet eine große Auswahl an Sportarten. Für die Herbstsaison habe ich mich für Tennis entschieden, da ich diesen Sport bereits in Deutschland gespielt habe. Alternativ hätte ich auch American Football, Wasserball oder Cross-Country wählen können.
Schon vor dem offiziellen Schulbeginn fanden die sogenannten „Tryouts“ für die Sportteams statt. Dabei wird geprüft, ob die Schüler die Voraussetzungen für das jeweilige Team erfüllen. Nach den ersten Trainingseinheiten wurde ich ins Tennis-Team aufgenommen.
Nur zwei Tage nach Schulbeginn hatten wir bereits unser erstes Auswärtsspiel. Besonders spannend fand ich die gemeinsame Busfahrt mit dem Team zur gegnerischen Schule. Es war ein großartiges Gefühl, meine Schule bei einem Wettkampf vertreten zu dürfen.
Neben dem täglichen Training haben wir zweimal pro Woche Ligaspiele. Interessant finde ich vor allem, wie selbstverständlich Sport in den Schulalltag integriert ist. Wenn wegen eines Auswärtsspiels Unterricht verpasst wird, ist das völlig normal. Außerdem werden täglich die Ergebnisse der verschiedenen Sportteams über die Lautsprecheranlage bekannt gegeben.
Sport trägt hier außerdem stark zum sogenannten „School Spirit“ bei. Unsere Schulfarben sind Weiß und Grün, und das Schultier ist ein Jaguar. Jede Schule hat ihre eigenen Farben und ein Symbol oder Maskottchen, mit dem sich die Schüler identifizieren. Dadurch entsteht ein starkes Gemeinschaftsgefühl, das man im gesamten Schulalltag spürt.
Die ersten Wochen in den USA waren für mich voller neuer Erfahrungen, Herausforderungen und spannender Erlebnisse. Ich habe bereits viele neue Menschen kennengelernt, interessante Einblicke in die amerikanische Kultur erhalten und freue mich auf alles, was mich in den kommenden Monaten noch erwartet.