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PPP-Stipendiaten in den USA

Mara, 16, von Hessen nach Kansas

5. November 2026

In den USA tauscht Mara ihre Ballettschuhe gegen Laufschuhe, und auch sonst lässt sie sich in ihrem Auslandsjahr auf viele neue Sachen ein. In ihrem Blog berichtet sie über ihre Erlebnisse.

Eine junge Frau mit langen braunen Haaren steht in einem Stadion vor einer Sitzreihe mit roten Klappsitzen. Sie trägt ein graues Top und eine kurze Jeanshose. Im Hintergrund sind zahlreiche Menschen zu sehen, viele davon in blauen Trikots mit gelben Akzenten und Spielernamen, darunter 'Stafford' und 'Donald'. Auf dem Spielfeld spielen zwei Football-Teams gegeneinander. Die Tribünen im Hintergrund sind gut gefüllt.

Während ihrer Zeit in Kansas durfte der Besuch eines Spiels des American-Football-Teams Kansas City Chiefs nicht fehlen. © privat

Zur Person

Hey,

ich bin Mara, 16 Jahre alt und komme aus dem Wahlkreis Groß-Gerau. Dank des PPP darf ich mein Auslandsjahr 2026/27 in den USA verbringen.

In Deutschland habe ich über längere Zeit Ballett getanzt, bin regelmäßig laufen gegangen und war Teil der Schülervertretung meiner Schule. In den USA konnte ich viele neue Clubs und Sportarten ausprobieren und war Teil des Cross-Country-Teams und des Debattierteams. Außerdem bin ich in weiteren Clubs an meiner Schule aktiv. Darunter der International Club und der Interact Club, der zum Beispiel Spenden für gemeinnützige Zwecke sammelt.

Seit ich mich erinnern kann, habe ich davon geträumt, ein Schuljahr an einer High School in den USA zu verbringen. Der „Schoolspirit“, die Footballspiele und das Schulsystem haben mich schon immer fasziniert. Aber auch die politischen Unterschiede zwischen Deutschland und den USA fand ich schon immer interessant. Als ich dann von meiner Familie auf das Parlamentarische Patenschafts-Programm (kurz PPP) aufmerksam gemacht wurde, wurde mir schnell klar: Dieses Stipendium ist die perfekte Möglichkeit, damit mein Traum von einem Leben in den USA Wirklichkeit wird.

Das Warten während der Bewerbungsphase war das Schwierigste für mich. Nach einer schriftlichen Bewerbung, einer persönlichen Auswahlrunde und einem Gespräch mit meinem Patenabgeordneten, kam dann endlich die Zusage. Ich darf ein Jahr in den USA verbringen! Ich konnte es gar nicht glauben.

Der Beginn meiner Reise

Am 10. August durfte ich mit einer Gruppe weiterer Stipendiaten vom Frankfurter Flughafen nach Washington, D. C., fliegen. Der Abschied von meiner Familie war nicht einfach, auch wenn mir in diesem Moment noch gar nicht so wirklich bewusst war, dass ich sie während der nächsten zehn Monate nur in Videocalls sehen würde.

Bevor ich bei meiner Gastfamilie ankam, war ich ziemlich nervös. Ich habe keine Geschwister in Deutschland und war sehr überrascht, dass ich gleich vier in meiner Gastfamilie habe. Hinzu kam, dass mein Koffer auf dem Hinflug von der Airline nicht registriert und deshalb in Frankfurt gelassen wurde. Das hat meine Nervosität nicht gerade gesenkt, allerdings bin ich sehr dankbar, dass mir die Betreuer meiner Austauschorganisation geholfen haben und wir direkt nach der Ankunft im Flughafen Hotel bei der Airline angerufen und einen „Baggage Claim“ ausgefüllt haben. Ungefähr eineinhalb Wochen später wurde mir mein Koffer dann ein Glück gebracht.

Drei Personen stehen eng beieinander in einer hellen Flughafenhalle. Die Person in der Mitte hält einen silberfarbenen Rollkoffer mit einer hellgrauen Jacke darauf. Alle drei lächeln. Im Hintergrund sind weitere Menschen, ein Informationsschalter und Gepäckstücke zu sehen. Die Person in der Mitte trägt ein dunkelgrünes T-Shirt mit dem weißen Schriftzug 'EXPERIMENT'.

Am Flughafen wurde Mara erst so richtig bewusst, dass sie ihre Familie und Freunde in Deutschland für die nächsten zehn Monate nicht sehen würde. © privat

Die ersten Wochen in Grandview, Missouri

Nach diesem eher schwierigen Start hat sich dann aber das meiste von selbst ergeben. Meine Gastfamilie war super herzlich und hat mich wie ein richtiges Familienmitglied behandelt. Während der ersten Wochen, in denen ich noch keine Schule hatte, unternahmen wir einiges zusammen, und meine ursprünglichen Sorgen, in so einer großen Familie zu leben, stellten sich als absolut unbegründet heraus.

Denn es gibt einige Vorteile, vier Gastgeschwister zu haben. Es war meistens mindestens eine Person zu Hause, was mir besonders während der ersten Wochen geholfen hat. So habe ich mich nie alleine gefühlt und bin innerhalb weniger Wochen ein Teil einer mir vorher fremden Familie geworden. Auch wenn ich manchmal Personen oder Routinen aus Deutschland vermisst habe, war meine Gastfamilie immer für mich da. Dafür bin ich mehr als dankbar und hatte rückblickend nie starkes Heimweh.

Im linken Bildbereich stehen zwei junge Frauen auf einem Sportfeld, sie halten gemeinsam ein großes Schild mit bunten Buchstaben und Sonnenblumen, das den Schriftzug 'SENIOR SUNRISE' zeigt. Beide tragen karierte Hosen und lächeln in die Kamera. Im rechten Bildbereich steht eine junge Frau in Freizeitkleidung vor einer Tribüne, im Hintergrund ist ein Footballspiel mit Spielern und Zuschauern zu sehen.

High School, Cross-Country, Football: Mara taucht bereits in den ersten Wochen ihres Auslandsjahres voll in die US-amerikanische Kultur ein. © privat

Die ersten Wochen in den USA haben sich angefühlt wie in einem Film und es hat einige Wochen gedauert, bis ich wirklich realisiert habe, dass ich die nächsten zehn Monate hier verbringen würde.

Meine Woche bestand hauptsächlich aus meinem High-School-Alltag, meinem Cross-Country-Training und Unternehmungen mit meiner Gastfamilie. In der Schule konnte ich einige interessante Fächer ausprobieren, zum Beispiel Grandview Creamics, Creative Writing und KC Folklore (lokale Geschichte über Kansas City).

Auch das Training mit dem Cross-Country-Team wurde schnell zum Highlight meines Tages, obwohl es eine große Umstellung für mich war, täglich direkt nach der Schule Training zu haben und dann am Wochenende an den sogenannten „Meets“ (so werden die Wettbewerbe für Cross Country genannt) teilzunehmen. Allerdings gewöhnt man sich daran und macht so auch schnell Fortschritte in seinem Sport.

Samstags ging es also für meine Gastschwester und mich immer früh morgens zu den „Cross-Country-Meets“. Sonntags gingen alle zusammen in die Kirche, die definitiv anders ist als in Deutschland. Es werden Worship-Songs gesungen, die „Youth-Group“ kommt jeden Mittwoch zusammen, alle sind super herzlich und unterstützen sich gegenseitig.

Im Vordergrund läuft eine Person mit einem rosa T-Shirt und einer kurzen schwarzen Hose auf einer Grasbahn. Das T-Shirt trägt einen gut lesbaren Aufdruck mit dem Wort 'CROSS COUNTRY' und eine Startnummer '111'. Im Hintergrund sind weitere Personen auf der Laufstrecke zu sehen, eine davon trägt dunkle Kleidung und eine Mütze. Rechts und links der Strecke ist Rasen, im Hintergrund steht eine große Halle mit grauem Dach. Die Szene spielt bei Tageslicht.

An ihrer High School entdeckt Mara den Sport Cross-Country für sich. © privat

Neben all den positiven Erfahrungen, die ich in meinen ersten Monaten machen durfte, hatte ich auch mit einigen Schwierigkeiten an meiner High School zu kämpfen. Diese haben letztlich dazu geführt, dass ich nach meinen ersten zwei Monaten aus Grandview in Missouri nach Louisburg in Kansas gezogen bin.

Wie dieser Umzug, der Wechsel der Gastfamilie und mein neuer Alltag aussehen, erfahrt ihr in meinem nächsten Blogeintrag.