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PPP-Stipendiatin in den USA

Mila, 17, von Baden-Württemberg nach Texas

29. Oktober 2026

Mila lebt plötzlich in einer Welt, wie sie nur aus Filmen und Medien kannte: Cowboyhüte, Football-Spiele und Homecoming. Hier erzählt sie von ihrem neuen Leben in Texas.

Eine junge Frau mit langen blonden Haaren steht vor dem Brandenburger Tor.

Das PPP führt Mila für ein Schuljahr nach Texas. © privat

Zur Person

Hey!

Ich heiße Mila, bin 17 Jahre alt, und komme aus Oberkochen – einer kleinen Stadt in Baden-Württemberg. Nun darf ich jedoch Burleson, einen Vorort von Fort Worth in Texas mein neues Zuhause nennen! 

Hier lebe ich mit meiner Gastmutter und einer immer variierenden Anzahl an Hunden. Es sind jedoch immer mehr als vier Hunde im Haus – momentan sind es sechs!

In meiner Freizeit tanze ich Ballet, lese und fotografiere, weshalb ich hier in Amerika auch am Yearbook mitarbeite. Zusätzlich hab ich hier mit Tennis angefangen!

„Liebe Mila, aktuell haben wir von deinem Patenabgeordneten die offizielle Mitteilung erhalten, dass du für deinen Wahlkreis das Stipendium des 43. PPP erhalten hast – ganz herzlichen Glückwunsch!” 

Ich saß im Unterricht, als mich diese E-Mail erreicht hat und die darauffolgenden Unterrichtsstunden gehörten definitiv zu den längsten und härtesten, die ich je durchstehen musste – nicht etwa, weil der Stoff so schwer war, sondern weil meine Gedanken ganz woanders waren: in Amerika.

Ein Leben im Klischee

​Mittlerweile sind nicht mehr nur meine Gedanken hier, sondern auch ich selbst seit fast zwei Monaten schon. Vieles sieht echt genauso aus, wie man es aus Filmen kennt, und auch viele der Klischees, die man außerhalb der USA im Kopf hat, treffen voll zu. Das Essen ist größtenteils wirklich ungesund, riesig und vollgepumpt mit Zusatzstoffen. Der School Spirit ist genauso real wie die Menschen, die hier in Texas mit den typischen Cowboy-Outfits in Stiefeln und mit Hut rumlaufen.

Eine Collage aus sechs Farbfotografien zeigt verschiedene Szenen. Oben links sind mehrere große Bildschirme in einer rustikalen Bar zu sehen, auf denen Sportübertragungen laufen. Rechts daneben hängen Cowboyhüte und Geweihe an einer roten Holzwand. In der Mitte rechts stehen mehrere Paar Cowboystiefel ordentlich aufgereiht in einem Regal. Unten links posieren zwei Frauen in eleganten Kleidern vor einem mit Luftballons geschmückten Torbogen. In der Mitte unten läuft eine Gruppe Footballspieler in voller Ausrüstung über ein Spielfeld. Unten rechts stehen Fast-Food-Getränkebecher mit dem Aufdruck 'Hat Creek' sowie Pommes und Burger in rot-weiß karierten Pappschalen auf einem Tisch.

Cowboystiefel, Fastfood, Homecoming, Footballspiele – in ihrem Austauschjahr ist Mila bislang schon einigen Klischees begegnet. © privat

Mein erstes Football-Spiel beispielsweise fühlte sich völlig surreal an, weil es so sehr der Vorstellung davon entsprach: Alle in den Schulfarben gekleidet, tanzende Cheerleader, das Jubeln bei jedem Score und die Halbzeitshow. Dieser Abend war definitiv besonders für mich! Genauso wie die ganzen anderen „typischen” Momente und Highlights wie etwa Homecoming.

Ich bin ziemlich zufrieden mit meinem Placement in Burleson, Texas, denn es gibt so viele Sachen bei mir in der Nähe. Ich brauche nur 15 Minuten, bis ich in Fort Worth bin. Ein bisschen länger und ich bin schon in Dallas und generell gibt es bei mir in der Nähe vieles, das man machen kann, da es von mir aus nicht weit bis zu sämtlichen Läden und Malls ist. Das bin ich definitiv nicht gewöhnt, da ich aus einer relativ kleinen Stadt bin, die auf einem Hügel im Wald liegt. Das bringt mich auch zu einer Sache die mir hier fehlt: Natur. Ich bin es gewohnt, von Natur, Grün und Bäumen umgeben zu sein, jedoch gibt es das hier, wo ich in Texas wohne, leider nicht wirklich.

Eine Collage zeigt einen gelben Schulbus und eine amerikanische Wohngegend.

Mila fühlt sich wohl in dem Ort, den sie für zehn Monate ihr Zuhause nennt: Burleson, Texas. © privat

In Fort Worth habe ich bei dem Event „Wheels for Wellness“ mit anderen Austauschschülern aus meiner Gegend ehrenamtlich ausgeholfen. Danach konnten wir selbst auch noch die Car-Show anschauen. Die ehrenamtliche Arbeit an sich war ziemlich langweilig, aber es war sehr interessant, die ganzen Oldtimer zu sehen. Und auch wie eine Großstadt in Amerika aussieht.

Eine Collage zeigt drei Straßenaufnahmen in einer Stadt mit Oldtimern.

In Fort Worth war Mila bei dem Oldtimer-Event „Wheels for Wellness“. © privat

Wo liegt Deutschland eigentlich?

Was wahrscheinlich auch viele andere Austauschschüler erleben, ist, dass man Fragen gestellt bekommt, die einem zeigen, dass viele US-Amerikaner wenig Ahnung von Europa haben.

Ich hab mittlerweile aufgehört zu zählen, wie oft ich schon gefragt wurde, ob man in Deutschland Deutsch spricht und ob ich Deutsch sprechen kann (sogar von einer Lehrerin!). Drei Leute haben Deutschland mit dem Vereinigten Königreich verwechselt. Nachdem ich einer Person gesagt hab, dass ich aus Deutschland komme, hat sie gefragt, wo das ist. Laut einem anderen Mädchen leben wir in Deutschland in einer Monarchie und haben keine Handys.

Dieses Nichtwissen hat meiner Meinung nach nicht nur etwas damit zu tun, was in der Schule gelehrt oder eben nicht gelehrt wird, sondern auch mit fehlender Neugier.

Gespannt, was noch kommt

Das ist natürlich nur ein kleiner Ausschnitt von dem, was hier bisher erlebt habe! Mein Alltag findet ja plötzlich in einem ganz anderen Teil der Welt statt, der sich in den vielen Hinsichten stark von Deutschland unterscheidet – sei es im Positiven wie auch im Negativen. Ich freue mich auf jeden Fall, die verschiedenen Seiten der USA erkunden und davon berichten zu dürfen!