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Lexikon



Wehrbeauftragter

Mobbing, kaputte Panzer, Horror-Chefs – wenn Soldaten Probleme haben, können sie sich an den Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages wenden. Und zwar ohne, dass die Betroffenen ihre Vorgesetzten um Erlaubnis fragen müssen. Auf Wunsch bleibt das Ganze anonym. "Anwalt der Soldaten" wird der Wehrbeauftragte daher auch genannt. Seine Mission: Aufklären und wenn nötig Abhilfe schaffen.

Es sind mehrere Tausend Bitten und Beschwerden von Soldaten, die alljährlich beim Wehrbeauftragten ankommen. Daneben gibt es auch sogenannte "meldepflichtige Ereignisse", von denen er und sein Team beim Parlament ohnehin erfahren müssen.

Doch der Wehrbeauftragte wartet nicht nur, bis ein Missstand auf seinem Schreibtisch landet. Er besucht auch häufig unangekündigt die rund 180.000 Mann starke deutsche Truppe im In- und Ausland, um auf dem Laufenden zu sein. Hinzu kommt: Der Wehrbeauftragte prüft auch auf Weisung des Bundestages oder des Verteidigungsausschusses Vorgänge in der Bundeswehr.

Einmal im Jahr legt der "Anwalt der Soldaten" dem Deutschen Bundestag einen Bericht vor. Der sorgt immer für Schlagzeilen in den Medien. Denn in dem über 100 Seiten dicken Schriftstück steht schwarz auf weiß, wo bei der Bundeswehr der Schuh drückt.

Kernaufgabe des "Anwalts der Soldaten": Über die Grundrechte von Soldatinnen und Soldaten wachen und kontrollieren, ob die sogenannten Grundsätze der "Inneren Führung" eingehalten werden. Die "Innere Führung"ist eine Art Kodex, nach dem Soldaten handeln und denken sollen. Dazu gehören: Menschenwürde, Freiheit, Frieden, Gerechtigkeit, Gleichheit, Solidarität und Demokratie. Soldatisches Handeln ist diesen Werten verpflichtet.

Der Wehrbeauftragte wird vom Bundestag gewählt und ist weder Abgeordneter noch Beamter. Aktuell hat das Amt Hans-Peter Bartels (SPD) inne.

Der Wehrbauftragte Dr. Hans-Peter Bartels im Interview

© DBT/Parlamentsfernsehen