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Vivian Tauschwitz (CDU/CSU): Offizierin

Von der Bundeswehr in den Bundestag

Letzte Aktualisierung: Naomi Webster-Grundl

Im Interview erzählt Vivian Tauschwitz (CDU/CSU), was die Berufe einer Offizierin und einer Abgeordneten gemeinsam haben und was sie am meisten an ihrem alten Beruf vermisst.

Zwei Fotos zweigen dieselbe Frau in einer Bundeswehruniform. Auf dem linken Bild schüttelt sie jemandem die Hand, auf dem rechten Bild blickt sie in die Kamera.

Bevor Vivian Tauschwitz (CDU/CSU) Abgeordnete des Bundestages wurde, war sie Offizierin bei der Bundeswehr. © Vivian Tauschwitz

Frau Tauschwitz, was war Ihr Beruf, bevor Sie Bundestagsabgeordnete wurden?

Ich war Soldatin, genauer: Offizierin bei der Bundeswehr. Ausgebildet wurde ich als Drohnenzugführerin und im Bereich der Heeresaufklärungstruppe. Eingesetzt war ich vor allem in der Kompanieführung der fahrzeuggebundenen Spähaufklärung. Auftrag dieser Kompanie ist es, im feindlichen Gebiet Informationen zu sammeln. Später in der militärischen Sicherheit habe ich unter anderem die Soldaten dabei unterstützt, ihre Sicherheitsüberprüfung durchzuführen, habe ausgebildet und zum Beispiel über die Gefahren von Sabotage und Spionage aufgeklärt.

Hat politisches Engagement in dem Beruf auch schon eine Rolle für Sie gespielt?

Ich war immer schon politisch sehr interessiert und es war auch eines meiner absoluten Lieblingsfächer in der Schule. Ich habe mich in Projekten engagiert, war Schulsprecherin und habe Politikwissenschaft im Bachelor und internationale Beziehungen und Rechtswissenschaft im Master studiert.

Ich war aber sehr lange in keiner Partei. Als ich mich entschieden habe, dass ich auch parteipolitisch aktiv sein will, habe ich mich für die CDU entschieden. Meine politische Karriere ist dann von der kommunalen Ebene und der Verbandsarbeit bis zum Bundestagsmandat gewachsen.

Und wenn man bestimmte Dinge in der Politik macht, dann muss man das als Soldatin angeben. Also grundsätzlich ist es nicht verpflichtend, dass Soldaten angeben, dass sie in einer Partei sind. Wenn man aber Ämter anstrebt, auch auf kommunaler Ebene oder auf Kreisebene, dann meldet man das seinem Vorgesetzten, da damit auch Rechte und Pflichten einhergehen. Wenn man zum Beispiel im Kreistag ist, kann es sein, dass man als Soldatin nicht versetzt wird, weil man ja eine Verantwortung vor Ort hat.

Wie hat Ihr berufliches Umfeld auf den Jobwechsel reagiert?

Mir hat mal ein Vorgesetzter gesagt: „Irgendwann müssen Sie sich entscheiden, ob Sie Politik machen wollen oder ob Sie in der Bundeswehr höhere Dienstgrade anstreben.“ Als sich die Möglichkeit ergeben hat, für den Bundestag zu kandidieren, habe ich gesagt: Ich probiere es jetzt einfach. Als dann klar war, dass ich in den Bundestag gewählt worden bin, hat ein anderer Vorgesetzter einfach nur gesagt: „Jetzt dienen Sie Deutschland halt an anderer Stelle.“

Was war die größte Umstellung von dem Beruf als Offizierin zu dem als Bundestagsabgeordnete?

Gerade im Werdegang als Truppenoffizier gibt es viele Versetzungen und unterschiedliche Ausbildungsabschnitte und man muss sich immer wieder auf etwas Neues einlassen. Man ist immer wieder an einem neuen Ort, alle wissen, wie es läuft und man selbst muss es jetzt schnell lernen. Und so war es auch, als ich hier im Bundestag ankam.

Könnten Sie sich vorstellen, in Ihren alten Beruf zurückzukehren?

Man hat ein Rückkehrrecht und ich kann mir das durchaus vorstellen. Man müsste schauen, ob der vorherige Dienstposten noch das Richtige ist oder ob man in einen anderen Bereich wechselt, in dem man seine Qualifikationen aus dem Bundestag besser einbringen kann. Je nachdem, wie lange ich im Bundestag sein werde, muss man dann natürlich reflektieren, ob die Bundeswehr noch Nutzen an mir hat, wenn ich so lange nicht mehr im Beruf gewesen bin.

Welche Fähigkeiten aus dem alten Beruf sind Ihnen besonders nützlich im Beruf als Abgeordnete?

Verantwortung für die Entscheidung zu übernehmen, die man trifft. Strukturiertes Arbeiten und Kommunizieren, sodass meine Mitarbeitenden auch wissen, was mein Ziel ist und was ich will.

Identifizieren Sie sich noch mit Ihrem alten Beruf?

Die Soldaten sind für mich immer noch Kameraden. Und die aktuelle geopolitische Lage stellt sie in den Fokus, sodass ich auch als Verteidigungspolitikerin eine große Verantwortung gegenüber meinen Kameraden fühle.

Was vermissen Sie an dem Beruf als Offizierin?

Ich muss mir jetzt jeden Morgen überlegen, was ich anziehe. Das musste ich früher nicht, das hat viel Zeit gespart. Das vermisse ich schon sehr oft, weil es dann nicht morgens schon mit einem Struggle losgeht. (lacht)

Zur Person

Vivan Tauschwitz

ist seit 2025 Mitglied des Deutschen Bundestages und ordentliches Mitglied ihrer Fraktion im Verteidigungsausschuss und im Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union. Sie ist außerdem Schriftführerin, unterstützt also die Präsidentin oder ihre Vizes bei der Sitzungsleitung im Plenum.