Kindersoldaten

Tod, Verletzung, Traumata

12.02.2020 – Bis zu 300.000 Kinder und Jugendliche sind weltweit in bewaffneten Konflikten als Soldaten im Einsatz. Der "Red Hand Day" am 12. Februar macht alljährlich auf das Problem aufmerksam – auch im Bundestag.
Afrikanischer Junge mit Maschinengewehr auf der Straße.
In vielen afrikanischen Ländern werden Kinder zum Kämpfen gezwungen. Und nicht nur dort. © dpa/Nic Bothma

Die Zahlen sind alarmierend. Zwischen 250.000 und 300.000 Kindersoldaten sind nach Schätzungen der Vereinten Nationen weltweit in kriegerischen Konflikten im Einsatz – manche an der Waffe, viele andere müssen als Träger, Spione oder Nachrichtenübermittler arbeiten. Eine schwere Kinderrechtsverletzung.

Die meisten Kindersoldaten werden in Myanmar vermutet. Dort sollen es mehrere Zehntausend sein. In Kolumbien rechnen die Vereinten Nationen mit 14.000 Fällen. Aber auch in anderen Ländern werden Kinder gezwungen, als Kämpfer ihr Leben zu riskieren, etwa in Somalia, in Syrien, im Südsudan, im Jemen oder in Afghanistan.  

Verheerende Folgen

Für die betroffenen Kinder ist das verheerend. Denn nicht nur begeben sie sich in lebensbedrohliche Situationen oder werden schwer verletzt. Auch tragen sie durch die Erfahrungen im Krieg später lebenslange psychische Schäden mit sich. Hinzu kommt, dass sie während ihrer Einsatzzeit keine Schule besuchen können und deshalb mitunter Bildungsdefizite haben.

Für weibliche Kindersoldaten stellt sich die Lage besonders kritisch dar, sagt das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen Unicef. In vielen Ländern würden Mädchen nämlich häufig auch sexueller Gewalt ausgesetzt. Nicht selten würden sie schwanger werden und seien dadurch noch abhängiger von den menschenverachtenden Kampfgruppen so Unicef. 

Wie viele Mädchen weltweit betroffen sind, ist schwer zu sagen. Das Deutsche Bündnis Kindersoldaten rechten damit, dass zwischen 5 und 20 Prozent aller minderjährigen Kämpfer weiblich sind.

Rote Hände

Jedes Jahr am 12. Februar gibt es vor dem Hintergrund dieser besorgniserregenden Zahlen und Fakten den sogenannten Red Hand Day, einen Aktionstag gegen den Einsatz von Kindersoldaten. Weltweit zeigen an diesem Tag vor allem Kinder und Jugendliche ihre Anteilnahme für ihre Altersgenossen, die zu Waffenhandlungen gezwungen werden. Auch im Bundestag wurde der Red Hand Day begangen. 

Auf Einladung der Kinderkommission (KiKo) bekannten Abgeordnete aller Fraktionen am 11. Februar Farbe gegen dieses schwere Verbrechen an Kindern. Mit einem blutroten Handabdruck auf weißem Papier setzten sie ein klares Stopp-Signal: "Kinder sind keine Soldaten", diese Zeile schrieb der Vorsitzende der Kiko, Matthias Seestern-Pauly (FDP), auf sein Papier. Alle gesammelten Handabdrücke leitet die Kiko übrigens jetzt an die Vereinten Nationen weiter. 

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