USA-STIPENDIATIN

Alina, 15, Virginia

07.08.2019 – Englisch ist jetzt schon ganz easy für sie: Alina staunt über den US-"school spirit", mag ihr Field Hockey Team hat ihren 16. Geburtstag abroad gefeiert.

Oktober 2019: Homecoming, Hockey und ein völlig anderes Schulsystem

Vorfreude auf Halloween 

Halloween, Halloween, Halloween! Seit Beginn des Oktobers dreht sich hier alles nur noch um die „Spooky Season“. In den Nachbarschaften sind jetzt schon alle Häuser herbstlich und auch gruselig dekoriert und Kürbisse sieht man in jedem Schaufenster.

Ich bin jetzt schon fast zwei Monate hier und entdecke trotzdem noch täglich neue Dinge oder Gewohnheiten, die ich aus Deutschland nicht kenne. Täglich Englisch zu sprechen ist jetzt schon total normal für mich geworden. Ich fühle mich hier sehr wohl, obwohl die ersten Wochen anstrengend (und natürlich erlebnisreich) waren. Neue Freunde kennenzulernen und in einem komplett neuen Umfeld zu leben braucht Zeit und die habe ich mir genommen.

Endlich 16 

Im September habe ich meinen 16. Geburtstag gefeiert. In den USA ist das ein sehr großer Geburtstag, da man ab diesem Alter bereits den Führerschein machen darf und dann allein Auto fahren kann. Für mich war es einfach ein schöner Schultag und eine kleine Feier mit Ballons, Geschenken und Kuchen mit meiner Gastfamilie, Großeltern und deren Austauschschülern am Abend. 

Schule in den USA 

Zum Zeitpunkt meines letzten Eintrages hatte meine High School noch nicht begonnen, aber jetzt ist schon meine sechste Woche angebrochen, weswegen ich jetzt mal ein wenig über das amerikanische Schulleben berichte. Das Schulsystem hier ist sehr anders: Für ein halbes Schuljahr habe ich nun JEDEN Tag die selben vier gewählten Kurse. Das bedeutet zwar, weniger Schulbücher zu schleppen, aber es ist trotzdem anstrengend… Hier habe ich auch nur Halbjahresklassen, was für uns Schüler bedeutet, dass wir den Stoff eines ganzen Jahres in einem halben Jahr abgedeckt haben müssen – Lernen, Test, Lernen, Test, …  In Deutschland hat man viel mehr Kurse in der Woche und jeder Schultag sieht daher ganz anders aus. 

Trotzdem genieße ich meine High School sehr. Besonders positiv an amerikanischen Schulen ist mir der „School Spirit“ aufgefallen, denn alle Schüler und Lehrer sind sehr stolz auf die Schule und zeigen das auch oft, indem wir alle Schul-Sportmannschaften und Klubs stark unterstützen. 

Homecoming und Hockey 

Letzte Woche war "Homecoming Week" und die ganze Schule, alle Flure und die Cafeteria waren super bunt dekoriert. Es gab einen Wettkampf zwischen allen Jahrgängen und mein Jahrgang­­ – the Juniors – hat den Deko-Wettbewerb gewonnen.

Die Woche vor dem großen Homecoming Football Game hatten wir "Spirit Week", bei der sich alle Schüler und auch die Lehrer jeden Tag nach einem Motto anziehen mussten. Am Ende dieser Woche hatten wir den lang ersehnten "Homecoming Dance", zu dem ich mit einer Freundesgruppe gegangen bin. Es war wie in den Filmen: Es gab gute Musik, es wurde viel getanzt und man hatte viel Spaß mit seinen Freunden. 

Wie schon in meinem letzten Eintrag erwähnt, bin ich sehr froh und stolz, ein Teil des Field Hockey Teams zu sein, da ich hierdurch viele nette Mädchen kennengelernt habe und die Möglichkeit bekommen habe, hier den Sport zu machen, der mir Spaß macht. Vor zwei Wochen hatten wir die sogenannte „Senior Night“. Wir hatten erst ein Hockeyspiel, auf das eine kleine Feier und Ehrung folgte. Diese Nacht wurde speziell den Seniors im Team gewidmet, um sie zu ehren und zu feiern, da sie nun das letzte Jahr im Team sind und danach die Schule verlassen. Auch ich wurde geehrt, da ich nur dieses Schuljahr hier bin und so wie die Seniors die Schule dann wieder verlassen muss. Es hat sehr viel Spaß gemacht und ein paar Tränen sind auch gekullert...

So, das war’s für dieses Mal – beim nächsten Mal kann ich dann noch mehr über Schule, Land und Leute berichten…See ya! 

September 2019: Reise ins „Land der Träume“

Fast zwei Wochen ist es nun her: Ich lag zuhause schlaflos im Bett und konnte mir nur im Kopf ausmalen, wie es denn in den USA wohl sein würde... Und jetzt sitze ich am Tisch im Haus meiner Gastfamilie, mit der ich die nächsten zehn Monate verbringen werde. 

Am 21. August ging meine große Reise ins „Land der Träume“ los. Mein erster Flugabschnitt ging von Frankfurt nach Washington D.C., bei dem ich glücklicherweise neben zwei Mädchen aus meiner Vorbereitungstagung sitzen konnte. Die Zeit verging „wie im Fluge“… ;-) – und schon hatten wir amerikanischen Boden betreten. 

Bereits am Flughafen in Washington D.C. konnte man das andere Klima spüren; es war feucht, warm und etwas drückend. Der nächste Flug ging nach Norfolk, bei dem ich in Begleitung zweier weiterer Austauschschüler meiner Organisation war. Eine Stunde saßen wir in einer sehr kleinen Maschine und meine Aufregung stieg und stieg. 

Großer Empfang

Angekommen am Flughafen in Norfolk, erwartete mich meine Gastfamilie samt Großeltern und deren Austauschschülerin mit Ballons und Willkommen-Schild. Nach dem gemeinsamen „Dinner“ musste ich aber direkt schlafen, denn am nächsten Tag wartete mein erstes Feldhockey-Training auf mich, bereits um 6 Uhr morgens!

Das Training war anstrengend, aber alle Spielerinnen und Coaches waren sehr nett und haben viel und interessiert mit mir geredet. Nach dem Training habe ich dann endlich die Worte „Du bist im Varsity Team!“ gehört. Ich war sehr erleichtert und jetzt habe ich für die nächste Saison jeden Tag von Montag bis Samstag Training (und wöchentliche Spiele).

Football auf Hawaii-Art 

Am 29. August habe ich meinem High School Football Team zum ersten Mal zugeschaut. Das Thema der Nacht lautete: „Hawaii“. Alle Zuschauer waren passend gekleidet – deswegen hatte ich zum Beispiel eine bunte Blumenkette an. An diesem Abend habe ich viele neue Leute kennengelernt; einige Mädchen meiner Hockeymannschaft haben mich ihren Freunden vorgestellt, es hieß dann: „This is my friend Alina from Germany“. Meine High School hatte zwar dieses Spiel nicht gewonnen, jedoch war der Abend trotzdem sehr schön.

Am Wochenende werde ich den Rest der Familie meiner Gastmutter kennenlernen und wir werden gemeinsam einen Tag in deren Beach House in North Carolina verbringen.

Meine High School-Kurse sind schon gewählt, der Stundenplan ist fertiggestellt. Jetzt muss ich nur noch einige Tage abwarten, bis die High School beginnt. Ich freue mich schon riesig darauf, und durch die Hockey-Mannschaft kenne ich nun sogar schon einige Mädchen, die ich in den Pausen treffen kann!

August 2019: Was kommt in den Koffer?

„Good morning…“

Das sind die zwei Worte, mit denen ich in den nächsten zehn Monaten täglich in den Tag starten werde.

Ich bin Alina, 15 Jahre alt, und wohne in der Nähe von Frankfurt (am Main). Vor wenigen Tagen hatte ich meinen letzten Schultag hier in Deutschland, an dem ich meine Lehrer und Schulkameraden verabschiedet habe. Nach den Sommerferien werde ich mein großes Abenteuer in Virginia, in der Stadt Chesapeake (ca. 220.000 Einwohner), beginnen. Dort lebe ich dann als neues Familienmitglied bei meinen Gasteltern, ihren zwei kleinen Kindern und zwei Hunden und besuche die Grassfield High School – „Let’s go Grizzlies!“.  

Mein Weg zum Stipendium

Ich bin sehr aufgeregt und kann es gar nicht glauben, dass es schon so bald losgeht. Schon vor zwei Jahren habe ich angefangen, meine Eltern mit Fragen zu löchern und dauernd nur von einem Schuljahr im Ausland zu reden. Daraufhin haben wir uns intensiv informiert, recherchiert und sind dadurch auf das Parlamentarische Patenschafts-Programm (PPP) des Bundestages gestoßen.

Dann hieß es abwarten, bis die Bewerbungsphase im Mai 2018 startete. Danach durchlief ich noch einige Auswahlverfahren und dann hieß es wieder Warten, Hoffen und ‚Daumen-drücken‘. Als mir im Februar 2019 von YFU (der zuständigen Organisation) mitgeteilt wurde, dass ich ausgewählt wurde, habe ich mich unbeschreiblich gefreut.

Die ersten Schritte im PPP

Vor kurzem habe ich auch meinen PPP-Paten, Herrn Dr. Sascha Raabe, den zuständigen Wahlkreisabgeordneten, persönlich getroffen. Ich war zwar anfangs aufgeregt, aber es war ein sehr angenehmes Gespräch. Was ich für mich festgestellt habe: Politiker sind auch nur normale Menschen und man kann sich mit Ihnen auch ganz locker und ungezwungen unterhalten. 

Während meines Aufenthaltes in Amerika werde ich die Rolle einer „Junior-Botschafterin Deutschlands“ übernehmen. Ich überlege mir viele Wege, meiner Gastfamilie die deutsche Kultur ein klein wenig vorzustellen. Zum Beispiel werde ich versuchen, deutsche Gerichte zu kochen oder den Kindern Brüder-Grimm-Märchen vorzulesen (die stammen aus meiner Schulstadt Hanau).

Abschied und Vorfreude

Ende Juni fand meine Abschiedsfeier statt, zu der ich meinen engsten Freundes- und Familienkreis eingeladen hatte. Zum einen, bin ich nun zwar traurig, dass all meine bisherigen Freunde zukünftig weit entfernt sind und ich sie erst in knapp einem Jahr wiedersehe, andererseits freue ich mich aber unglaublich auf meine neuen Erlebnisse und Erfahrungen in der bevorstehenden Zeit in Amerika. 

Ich bin sehr gespannt darauf, neue Dinge zu erleben, andere Menschen kennenzulernen und natürlich endlich Teil einer amerikanischen Highschool sein zu können. Durch Filme oder Serien hat man zwar schon viele Klischees oder Erwartungen im Kopf – „Schüler, die singend auf den Tischen der Cafeteria tanzen“ – jedoch bin ich mir bewusst, dass mein kommendes Jahr an meiner Highschool kein Musical wird und ich mir somit auch keine unrealistischen Erwartungen in den Kopf setze. Ich möchte einfach mit viel Freude und Neugier an die Zeit herangehen und mich auf alles Neue einlassen und mich vielleicht das ein oder andere Mal überraschen lassen.

Schon bald steht das große Problem des „Kofferpackens“ vor mir, welches alle Austauschschüler haben. Ich habe zwar einen, in meinen Augen, riesigen Koffer, es müssen aber einige Gastgeschenke, Hockey-Sachen und natürlich all meine ausgewählten Klamotten hinein. Ich versuche zwar so wenig wie möglich mitzunehmen. Dann muss mein Taschengeld in Amerika halt ein wenig leiden…

Platz für einen Bikini muss trotzdem sein, denn meine Gastfamilie lebt nicht weit vom Strand entfernt. 

Ich bin super aufgeregt und zähle bereits die Tage, Stunden, Minuten bis es endlich losgeht!

Das ist das PPP
So funktioniert die Bewerbung
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