USA-STIPENDIATIN

Alina, 15, Virginia

28.07.2020 – Wegen der Corona-Pandemie musste Alina ihr Austauschjahr in den USA frühzeitig abbrechen. Hier blickt sie zurück auf die letzten Monate.

Rückblick auf meinen Austausch

Sommer, Sonne, USA. Was klingt besser? Geplante Ausflüge, der Urlaub, viele Strandtage und mehr Ereignisse standen mir, meiner Gastfamilie und meinen Freunden bevor. Vor einigen Monaten habe ich nicht geahnt, mein Auslandsjahr früher abbrechen zu müssen. Und dann kam Corona…

Seit einigen Monaten bin ich nun wieder in meinem deutschen Zuhause und warte darauf, dass sich ein etwas normalerer Alltag langsam wieder einspielt.

Meine Zeit in den USA war unvergesslich. Ich habe unglaublich viel erlebt und jeden Moment genossen. Ich habe einen tiefen Einblick in die amerikanische Kultur bekommen und viel über das alltägliche Leben, das Schulsystem und auch über die politische Situation dort gelernt.

Politik live in Washington D.C.

Ein Highlight meines Auslandsjahres war mit Sicherheit die Civic Education Week in Washington D.C. Dort habe ich nicht nur total viele neue Leute und Freunde kennengelernt, ich habe zudem Politik “live” erlebt. Wir hatten viele Seminare und uns wurde sogar die Möglichkeit gegeben, Politiker und Angestellte des Senats und des Repräsentantenhauses persönlich zu treffen und mehr über ihr Leben zu erfahren.

Die Vorwahlen habe ich in den USA aufmerksam verfolgt. Überall gab es Plakate, Werbungen im Fernsehen und Aufsteller neben den Straßen. In meinem "US History Unterricht" haben wir oft am Morgen über die gestrigen Ereignisse geredet und an einigen Tagen die Kandidaten neutral diskutiert. In meinem Umkreis, also unter meinen Freunden und in meiner Gastfamilie, wurde jedoch nicht viel über Politik geredet. Ich habe den Eindruck bekommen, dass es ein sehr empfindliches Thema dort ist, gerade da es nur zwei große Parteien gibt, die sehr unterschiedliche Ansichten haben und Ziele verfolgen.

Tanz und Sport an der Highschool

Kurz vor meiner Abreise gab es noch ein ziemlich großes Event in meiner Highschool. Es stand der Junior Ring Dance an. Das ist eigentlich das gleiche wie Prom, nur dass es ein Tanz für die Elf- und nicht Zwölfklässler der Schule ist. Traditionell macht man sich erst mit seinen Freunden fertig, geht dann Dinner essen und wie es sich gehört, wird mit guter Musik viel getanzt – und der "slow dance" darf dabei auch nicht fehlen! ;)

Als das "spring quarter" anfing, wurden wieder neue Sportarten an meiner High School angeboten. Im Herbst habe ich Hockey gespielt und im Frühling bin ich ins Tennis-Team gekommen. Leider ist auch für die anderen Spieler die ganze Saison nach ein paar Wochen Training ins Wasser gefallen.

Corona – erst Witze, dann leere Regale  

Zu Anfang des Ausbruchs des Virus hat sich in meinem Alltag noch nichts verändert. Es wurde von den meisten nicht ernst genommen und hier und da habe ich sogar Witze über Corona gehört. Als sich dann von Tag zu Tag die Fälle rasant vermehrten, wurde die Situation kritischer. In den Supermärkten waren viele Regale wie leergefegt, denn eine Einschränkung der Kaufmenge gab und gibt es in den USA nicht.

In der Schule wurde es ein immer größeres Thema und wir haben uns in fast allen Fächern damit auseinandergesetzt.

Time to say good-bye

Auf den Tag der Abreise konnte ich mich ehrlich gesagt nicht sehr freuen. Ich wusste im Hinterkopf, dass ich meine Familie wiedersehen würde, aber das abrupte Ende meines Auslandsjahres hat mir meine Freude ein wenig genommen. Nachdem ich erfuhr, dass es für mich nach Hause geht, habe ich so viel wie möglich mit meinen Freunden und meiner Gastfamilie unternommen.

An einem Tag haben wir "Top-Golf" gespielt, wobei wir die Bälle von einer Platform in hängende Netze schießen sollten. An den anderen Tagen war ich am Strand, habe gepicknickt und bei Freunden übernachtet. Der Tag meiner Rückkehr kam schließlich, es war sehr emotional, aber letztendlich war es natürlich auch schön, meine Familie in Deutschland wieder in den Armen zu halten.

Zurück in Deutschland - Zukunftspläne schmieden

Jetzt geht es für mich natürlich wieder in die Schule, damit ich in zwei Jahren mein Abitur machen kann. Durch meine Zeit in den USA und das intensive Englischsprechen habe ich gemerkt, wie sehr ich die Sprache liebe und diese auf jeden Fall weiter in meinen Alltag integrieren möchte. Ich plane, nach meinem Abschluss erneut ins Ausland zu gehen, mich ehrenamtlich zu engagieren und meine Kenntnisse in einer möglichen internationalen Arbeitskarriere anzuwenden.

Der Austausch hat mir eine unglaubliche Chance gegeben, bei der ich sehr wertvolle Erfahrungen sammeln konnte und neue Menschen kennengelernt habe. Ich habe neue Freundschaften geschlossen und werde diese mit Sorgfalt pflegen.

Während der sieben Monate in einem anderen Land bin ich gewachsen, habe viel dazugelernt, und das werde ich im Leben nie vergessen! Die Tiefpunkte haben mich geprägt und mir beigebracht, dass es schlecht laufen kann, aber immer wieder besser wird. Man muss sein Leben selbst in die Hand nehmen, um gewünschte Ziele zu erreichen und sich nicht nur auf äußere Umstände verlassen. Dass ich mir nicht viele Erwartungen machen sollte, egal was bevorsteht, habe ich auch gelernt. Je weniger man sich vorstellt oder erwartet, desto positiver wird man überrascht.

Es war unglaublich toll, ein Teil so eines Programms zu sein und ich bin sehr dankbar dafür.

Ich hoffe, ihr habt einen kleinen Einblick in mein Leben in den USA bekommen können. Es hat Spaß gemacht diesen Blog zu schreiben!

Und hiermit sage ich bye-bye! :)

Dezember 2019: Showtime!

In den vergangenen Wochen veranstaltete meine Schule mehrere große Events. Zuerst hatten alle Herbst-Sportarten eine "Awardshow", bei der einzelne Sportler oder Teams vor der ganzen Schülerschaft geehrt wurden. Eine gute Freundin von mir wurde als "wertvollste Spielerin" des Feldhockey-Teams geehrt, was mich sehr freute. 

Zudem habe ich bei einem Theaterstück sowie bei einer Talentshow zugeschaut und – wie es sich für ein richtiges Highschool-Girl gehört – meine Basketball-Schulmannschaft bei einem wichtigen Spiel intensiv angefeuert: Goooo Grizzlies! 

Ich genieße diese einzigartige Schulgemeinschaft sehr, da ich diesen intensiven Zusammenhalt in meiner deutschen Schule so nicht kenne. Hier steht die gesamte Schule hinter den Teams und wirklich jeder Schüler ist stolz, ein Teil seiner Schule zu sein. Das kann man besonders an den Outfits sehen, denn es werden Schul-Pullis oder Shirts nicht nur bei den Spielen, sondern auch im Alltag getragen.

Safari Park, Ballett und Schlittschuh 

An den Wochenenden unternehme ich meist viel mit meiner Gastfamilie oder mit meinen Freunden. Wir haben bereits einen Safari Park besucht, waren bei einem Ballett (“The Nutcracker”) und sind Schlittschuh gelaufen. Aber auch die alltäglichen Einkäufe sind immer wieder eine neue Erfahrung. Natürlich durfte das X-Mas-Shopping nicht fehlen –  glücklicherweise hatte ich schnell alle Geschenke beisammen.

Jeden Tag ein neues Motto...

Die letzten Schultage vor den Winterferien (die nur zehn Tage lang sind…) waren besonders ereignisreich. Es fand eine Motto-Woche statt: ALLE Schüler und ALLE Lehrer mussten sich täglich nach einem anderen Motto verkleiden und so den Schultag verbringen. Der Montag war PJ-Day (Pyjama Day) und fast alle Schüler und Lehrer kamen mit Schlafanzügen in die Highschool. So gemütlich habe ich noch nie einen Schultag verbracht. Dienstags war das Thema "Weihnachten in Hawaii" – natürlich mit Hawaii-Shirt und Blumenkranz. An den folgenden Tagen gab es noch weitere Mottos. So kann Schule auch viel Spaß machen. :))

Wie geht „Powderpuff“? 

Vor ein paar Wochen hatte ich mich für das "Powderpuff-Spiel" meiner Highschool angemeldet. Das ist eine Art Football Game, bei dem die Mädchen die Spieler und die Jungs Cheerleader sind. Zudem wird nicht “getackelt”, stattdessen werden dem Gegner Bändchen von der Hüfte gezogen. Gespielt wurde Juniors gegen Seniors (11. gegen 12. Klasse). 

Vor dem Match hatten wir einige Male trainiert und am Mittwoch war es dann so weit. Da es am Vortag stark geregnet hatte, war es sehr schlammig auf dem Feld. Meine Rolle war die des Centers (mittlerer Spieler, der immer den Football zwischen den Beinen hindurch dem Quarterback zuwirft) – so hatte ich fast immer die meisten Ball-Kontakte… ;-)) Trotz des Wetters hat es super viel Spaß gemacht und es war auch total lustig, die Jungs als Cheerleader an der Nebenlinie tanzen zu sehen.

Aktuell bin ich mit meiner Gastfamilie und einer befreundeten Familie (die Lehrerin, die mir geholfen hatte, diese neue Familie zu finden) auf dem Weg nach Tennessee. Während der Winterferien unternehmen wir eine kleine Rundreise und erkunden den Nachbar-Bundesstaat. Ich bin schon ganz gespannt, welche Erlebnisse mich hier erwarten. Beim nächsten Mal werde ich auch davon berichten.

November 2019: Alles Truthahn oder was?

Im November drehte sich alles um Thanksgiving. In den Einkaufsläden gab es gefühlt nur noch Truthähne zu kaufen und die Fitness-Studios waren überfüllt mit Leuten, die sich vorab schon die Pfunde für das kommende Thanksgiving-Essen abtrainiert haben.

Es gibt hier die Tradition, dass bei vielen Familien im Oktober "Friendsgiving"-Partys mit allen Verwandten und Freunden veranstaltet werden. Ich durfte auch an dieser Tradition teilnehmen und habe viele Freunde meiner Gastfamilie kennengelernt. Den 28. November habe ich mit meinen Gasteltern und vielen weiteren Familienmitgliedern verbracht. Der Tag war wirklich schön und das Essen war auch sehr lecker. An diesem Abend bin ich “dreifach-satt” eingeschlafen und habe in dieser Nacht nur von Truthähnen und Kartoffelbrei geträumt. ;)

Football & Education 

Am folgenden Tag sind meine Gasteltern mit mir nach Charlottesville gefahren, um dort gemeinsam das Wochenende zu verbringen. Das Highlight dieses Wochenendes war definitiv mein erstes College Football Game: University of Virginia gegen Virginia Tech. Das Stadion war total voll mit Familien, ihren Kindern und natürlich den Studenten der Colleges. Die Stimmung war überwältigend und ich habe tatsächlich einigermaßen die Regeln des Spiels verstanden (allerdings nur mit Hilfe meines Gastvaters…). 

Einige Wochen vor Thanksgiving fand die "International Education Week" statt. Ich hatte dafür eine PowerPoint-Präsentation über Deutschland vorbereitet, die ich im Unterricht vortragen durfte. Ich habe vor zwei Deutsch-Klassen meiner Highschool, meiner Geschichtsklasse, meinem Feldhockey-Team sowie an vier verschiedenen "Middle-Schools" (6.- bis 8.-Klässler) in den Deutsch-Kursen meine Präsentation gehalten. Mir wurde extra vom Schulleiter eine Genehmigung daür ausgestellt. Es hat sehr viel Spaß gemacht und alle Schüler haben auch aufmerksam und interessiert zugehört – so sah es zumindest aus. ;) 

Innerhalb meiner Präsentation hatte ich eine "True or False"-Fragerunde eingebaut, bei der ich festgestellt habe, wie wenig die meisten Schüler über Deutschland wissen. Auf die Frage: "Fahren wir auf der linken Seite der Straße?" gab es in jeder Klasse die Antwort "Ja". Ich habe diese Chance genutzt, um die Schüler über die Stereotype aufzuklären und ihnen die deutsche Kultur etwas näher zu bringen.

Oktober 2019: Geisterhäuser und große Veränderungen

Halloween war ein großes Erlebnis hier in den USA. Ich war auf einer "Pumpkin Carving"-Party, in einem Maisfeld-Labyrinth und habe am Halloween-Abend ein "Haunted House" (Geisterhaus) besucht. Es war eine lustige, aber vor allem eine gruselige Erfahrung und in dieser Nacht taten mir alle Leute leid, die meine Schreie während meines Ganges durch das Geisterhaus ertragen mussten. ;-)

Mein Familien-Wechsel 

Zu Ende Oktober hat sich eine große Veränderung bei mir ergeben: Ich habe meine Gastfamilie gewechselt. Da meine erste Gastfamilie ein junges Pärchen mit zwei sehr kleinen Kindern war und zudem ein weiteres Baby im Laufe des Jahres 2020 erwartet wird, hatten wir als Familie leider oft wenig Zeit und Möglichkeiten, die Tage gemeinsam zu verbringen. Ich hatte mich zwar darauf eingestellt und kam mit der Situation gut zurecht, jedoch lag der Mittelpunkt verständlicherweise mehr auf den kleinen Kindern und der Schwangerschaft.

Meinen Gasteltern war dies bewusst, daher haben sie mich schließlich angesprochen, ob ich nicht die "Host Family" wechseln möchte. Sie wollten mir die Chance geben, eine neue Familie zu finden, die sich aktiver mit mir beschäftigen kann, damit ich meine verbleibenden Monate in den USA intensiver genießen kann. Das war natürlich ein großer Schrecken für mich, da ich mich gerade eingelebt hatte. Doch innerhalb von zwei Wochen habe ich durch eine Lehrerin meiner Highschool eine neue Gastfamilie in unmittelbarer Nähe meiner Schule gefunden. Auch meine Schulfreundinnen und der Hockey-Coach haben sich sehr bemüht, eine neue Familie für mich zu finden, was ich sehr hilfsbereit und unterstützend fand.

Glücklicherweise musste ich die Highschool nicht wechseln und der Schulweg hat sich nur um ein paar Minuten verlängert. Mittlerweile bin ich dort ‘zuhause angekommen’ und bin jetzt sehr glücklich, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe. Meine Gasteltern haben einen gleichaltrigen Sohn und eine ältere Tochter, die nicht mehr zuhause lebt. Wir unternehmen gemeinsam viele Dinge, aber ich habe auch mal Zeit, mich einfach zurückzuziehen und alleine zu relaxen.

Oktober 2019: Homecoming, Hockey und ein völlig anderes Schulsystem

Vorfreude auf Halloween 

Halloween, Halloween, Halloween! Seit Beginn des Oktobers dreht sich hier alles nur noch um die „Spooky Season“. In den Nachbarschaften sind jetzt schon alle Häuser herbstlich und auch gruselig dekoriert und Kürbisse sieht man in jedem Schaufenster.

Ich bin jetzt schon fast zwei Monate hier und entdecke trotzdem noch täglich neue Dinge oder Gewohnheiten, die ich aus Deutschland nicht kenne. Täglich Englisch zu sprechen ist jetzt schon total normal für mich geworden. Ich fühle mich hier sehr wohl, obwohl die ersten Wochen anstrengend (und natürlich erlebnisreich) waren. Neue Freunde kennenzulernen und in einem komplett neuen Umfeld zu leben braucht Zeit und die habe ich mir genommen.

Endlich 16 

Im September habe ich meinen 16. Geburtstag gefeiert. In den USA ist das ein sehr großer Geburtstag, da man ab diesem Alter bereits den Führerschein machen darf und dann allein Auto fahren kann. Für mich war es einfach ein schöner Schultag und eine kleine Feier mit Ballons, Geschenken und Kuchen mit meiner Gastfamilie, Großeltern und deren Austauschschülern am Abend. 

Schule in den USA 

Zum Zeitpunkt meines letzten Eintrages hatte meine High School noch nicht begonnen, aber jetzt ist schon meine sechste Woche angebrochen, weswegen ich jetzt mal ein wenig über das amerikanische Schulleben berichte. Das Schulsystem hier ist sehr anders: Für ein halbes Schuljahr habe ich nun JEDEN Tag die selben vier gewählten Kurse. Das bedeutet zwar, weniger Schulbücher zu schleppen, aber es ist trotzdem anstrengend… Hier habe ich auch nur Halbjahresklassen, was für uns Schüler bedeutet, dass wir den Stoff eines ganzen Jahres in einem halben Jahr abgedeckt haben müssen – Lernen, Test, Lernen, Test, …  In Deutschland hat man viel mehr Kurse in der Woche und jeder Schultag sieht daher ganz anders aus. 

Trotzdem genieße ich meine High School sehr. Besonders positiv an amerikanischen Schulen ist mir der „School Spirit“ aufgefallen, denn alle Schüler und Lehrer sind sehr stolz auf die Schule und zeigen das auch oft, indem wir alle Schul-Sportmannschaften und Klubs stark unterstützen. 

Homecoming und Hockey 

Letzte Woche war "Homecoming Week" und die ganze Schule, alle Flure und die Cafeteria waren super bunt dekoriert. Es gab einen Wettkampf zwischen allen Jahrgängen und mein Jahrgang­­ – the Juniors – hat den Deko-Wettbewerb gewonnen.

Die Woche vor dem großen Homecoming Football Game hatten wir "Spirit Week", bei der sich alle Schüler und auch die Lehrer jeden Tag nach einem Motto anziehen mussten. Am Ende dieser Woche hatten wir den lang ersehnten "Homecoming Dance", zu dem ich mit einer Freundesgruppe gegangen bin. Es war wie in den Filmen: Es gab gute Musik, es wurde viel getanzt und man hatte viel Spaß mit seinen Freunden. 

Wie schon in meinem letzten Eintrag erwähnt, bin ich sehr froh und stolz, ein Teil des Field Hockey Teams zu sein, da ich hierdurch viele nette Mädchen kennengelernt habe und die Möglichkeit bekommen habe, hier den Sport zu machen, der mir Spaß macht. Vor zwei Wochen hatten wir die sogenannte „Senior Night“. Wir hatten erst ein Hockeyspiel, auf das eine kleine Feier und Ehrung folgte. Diese Nacht wurde speziell den Seniors im Team gewidmet, um sie zu ehren und zu feiern, da sie nun das letzte Jahr im Team sind und danach die Schule verlassen. Auch ich wurde geehrt, da ich nur dieses Schuljahr hier bin und so wie die Seniors die Schule dann wieder verlassen muss. Es hat sehr viel Spaß gemacht und ein paar Tränen sind auch gekullert...

So, das war’s für dieses Mal – beim nächsten Mal kann ich dann noch mehr über Schule, Land und Leute berichten…See ya! 

September 2019: Reise ins „Land der Träume“

Fast zwei Wochen ist es nun her: Ich lag zuhause schlaflos im Bett und konnte mir nur im Kopf ausmalen, wie es denn in den USA wohl sein würde... Und jetzt sitze ich am Tisch im Haus meiner Gastfamilie, mit der ich die nächsten zehn Monate verbringen werde. 

Am 21. August ging meine große Reise ins „Land der Träume“ los. Mein erster Flugabschnitt ging von Frankfurt nach Washington D.C., bei dem ich glücklicherweise neben zwei Mädchen aus meiner Vorbereitungstagung sitzen konnte. Die Zeit verging „wie im Fluge“… ;-) – und schon hatten wir amerikanischen Boden betreten. 

Bereits am Flughafen in Washington D.C. konnte man das andere Klima spüren; es war feucht, warm und etwas drückend. Der nächste Flug ging nach Norfolk, bei dem ich in Begleitung zweier weiterer Austauschschüler meiner Organisation war. Eine Stunde saßen wir in einer sehr kleinen Maschine und meine Aufregung stieg und stieg. 

Großer Empfang

Angekommen am Flughafen in Norfolk, erwartete mich meine Gastfamilie samt Großeltern und deren Austauschschülerin mit Ballons und Willkommen-Schild. Nach dem gemeinsamen „Dinner“ musste ich aber direkt schlafen, denn am nächsten Tag wartete mein erstes Feldhockey-Training auf mich, bereits um 6 Uhr morgens!

Das Training war anstrengend, aber alle Spielerinnen und Coaches waren sehr nett und haben viel und interessiert mit mir geredet. Nach dem Training habe ich dann endlich die Worte „Du bist im Varsity Team!“ gehört. Ich war sehr erleichtert und jetzt habe ich für die nächste Saison jeden Tag von Montag bis Samstag Training (und wöchentliche Spiele).

Football auf Hawaii-Art 

Am 29. August habe ich meinem High School Football Team zum ersten Mal zugeschaut. Das Thema der Nacht lautete: „Hawaii“. Alle Zuschauer waren passend gekleidet – deswegen hatte ich zum Beispiel eine bunte Blumenkette an. An diesem Abend habe ich viele neue Leute kennengelernt; einige Mädchen meiner Hockeymannschaft haben mich ihren Freunden vorgestellt, es hieß dann: „This is my friend Alina from Germany“. Meine High School hatte zwar dieses Spiel nicht gewonnen, jedoch war der Abend trotzdem sehr schön.

Am Wochenende werde ich den Rest der Familie meiner Gastmutter kennenlernen und wir werden gemeinsam einen Tag in deren Beach House in North Carolina verbringen.

Meine High School-Kurse sind schon gewählt, der Stundenplan ist fertiggestellt. Jetzt muss ich nur noch einige Tage abwarten, bis die High School beginnt. Ich freue mich schon riesig darauf, und durch die Hockey-Mannschaft kenne ich nun sogar schon einige Mädchen, die ich in den Pausen treffen kann!

August 2019: Was kommt in den Koffer?

„Good morning…“

Das sind die zwei Worte, mit denen ich in den nächsten zehn Monaten täglich in den Tag starten werde.

Ich bin Alina, 15 Jahre alt, und wohne in der Nähe von Frankfurt (am Main). Vor wenigen Tagen hatte ich meinen letzten Schultag hier in Deutschland, an dem ich meine Lehrer und Schulkameraden verabschiedet habe. Nach den Sommerferien werde ich mein großes Abenteuer in Virginia, in der Stadt Chesapeake (ca. 220.000 Einwohner), beginnen. Dort lebe ich dann als neues Familienmitglied bei meinen Gasteltern, ihren zwei kleinen Kindern und zwei Hunden und besuche die Grassfield High School – „Let’s go Grizzlies!“.  

Mein Weg zum Stipendium

Ich bin sehr aufgeregt und kann es gar nicht glauben, dass es schon so bald losgeht. Schon vor zwei Jahren habe ich angefangen, meine Eltern mit Fragen zu löchern und dauernd nur von einem Schuljahr im Ausland zu reden. Daraufhin haben wir uns intensiv informiert, recherchiert und sind dadurch auf das Parlamentarische Patenschafts-Programm (PPP) des Bundestages gestoßen.

Dann hieß es abwarten, bis die Bewerbungsphase im Mai 2018 startete. Danach durchlief ich noch einige Auswahlverfahren und dann hieß es wieder Warten, Hoffen und ‚Daumen-drücken‘. Als mir im Februar 2019 von YFU (der zuständigen Organisation) mitgeteilt wurde, dass ich ausgewählt wurde, habe ich mich unbeschreiblich gefreut.

Die ersten Schritte im PPP

Vor kurzem habe ich auch meinen PPP-Paten, Herrn Dr. Sascha Raabe, den zuständigen Wahlkreisabgeordneten, persönlich getroffen. Ich war zwar anfangs aufgeregt, aber es war ein sehr angenehmes Gespräch. Was ich für mich festgestellt habe: Politiker sind auch nur normale Menschen und man kann sich mit Ihnen auch ganz locker und ungezwungen unterhalten. 

Während meines Aufenthaltes in Amerika werde ich die Rolle einer „Junior-Botschafterin Deutschlands“ übernehmen. Ich überlege mir viele Wege, meiner Gastfamilie die deutsche Kultur ein klein wenig vorzustellen. Zum Beispiel werde ich versuchen, deutsche Gerichte zu kochen oder den Kindern Brüder-Grimm-Märchen vorzulesen (die stammen aus meiner Schulstadt Hanau).

Abschied und Vorfreude

Ende Juni fand meine Abschiedsfeier statt, zu der ich meinen engsten Freundes- und Familienkreis eingeladen hatte. Zum einen, bin ich nun zwar traurig, dass all meine bisherigen Freunde zukünftig weit entfernt sind und ich sie erst in knapp einem Jahr wiedersehe, andererseits freue ich mich aber unglaublich auf meine neuen Erlebnisse und Erfahrungen in der bevorstehenden Zeit in Amerika. 

Ich bin sehr gespannt darauf, neue Dinge zu erleben, andere Menschen kennenzulernen und natürlich endlich Teil einer amerikanischen Highschool sein zu können. Durch Filme oder Serien hat man zwar schon viele Klischees oder Erwartungen im Kopf – „Schüler, die singend auf den Tischen der Cafeteria tanzen“ – jedoch bin ich mir bewusst, dass mein kommendes Jahr an meiner Highschool kein Musical wird und ich mir somit auch keine unrealistischen Erwartungen in den Kopf setze. Ich möchte einfach mit viel Freude und Neugier an die Zeit herangehen und mich auf alles Neue einlassen und mich vielleicht das ein oder andere Mal überraschen lassen.

Schon bald steht das große Problem des „Kofferpackens“ vor mir, welches alle Austauschschüler haben. Ich habe zwar einen, in meinen Augen, riesigen Koffer, es müssen aber einige Gastgeschenke, Hockey-Sachen und natürlich all meine ausgewählten Klamotten hinein. Ich versuche zwar so wenig wie möglich mitzunehmen. Dann muss mein Taschengeld in Amerika halt ein wenig leiden…

Platz für einen Bikini muss trotzdem sein, denn meine Gastfamilie lebt nicht weit vom Strand entfernt. 

Ich bin super aufgeregt und zähle bereits die Tage, Stunden, Minuten bis es endlich losgeht!

Das ist das PPP
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