USA-STIPENDIATIN

Alina, 15, Virginia

07.08.2019 – Für Alina geht es bald für ein Jahr nach Chesapeake. Sie freut sich auf ihre Gastfamilie, zwei Hunde, ihre Highschool, die Hockey-Mannschaft und den nahen Strand.

August 2019: Was kommt in den Koffer?

„Good morning…“

Das sind die zwei Worte, mit denen ich in den nächsten zehn Monaten täglich in den Tag starten werde.

Ich bin Alina, 15 Jahre alt, und wohne in der Nähe von Frankfurt (am Main). Vor wenigen Tagen hatte ich meinen letzten Schultag hier in Deutschland, an dem ich meine Lehrer und Schulkameraden verabschiedet habe. Nach den Sommerferien werde ich mein großes Abenteuer in Virginia, in der Stadt Chesapeake (ca. 220.000 Einwohner), beginnen. Dort lebe ich dann als neues Familienmitglied bei meinen Gasteltern, ihren zwei kleinen Kindern und zwei Hunden und besuche die Grassfield High School – „Let’s go Grizzlies!“.  

Mein Weg zum Stipendium

Ich bin sehr aufgeregt und kann es gar nicht glauben, dass es schon so bald losgeht. Schon vor zwei Jahren habe ich angefangen, meine Eltern mit Fragen zu löchern und dauernd nur von einem Schuljahr im Ausland zu reden. Daraufhin haben wir uns intensiv informiert, recherchiert und sind dadurch auf das Parlamentarische Patenschafts-Programm (PPP) des Bundestages gestoßen.

Dann hieß es abwarten, bis die Bewerbungsphase im Mai 2018 startete. Danach durchlief ich noch einige Auswahlverfahren und dann hieß es wieder Warten, Hoffen und ‚Daumen-drücken‘. Als mir im Februar 2019 von YFU (der zuständigen Organisation) mitgeteilt wurde, dass ich ausgewählt wurde, habe ich mich unbeschreiblich gefreut.

Die ersten Schritte im PPP

Vor kurzem habe ich auch meinen PPP-Paten, Herrn Dr. Sascha Raabe, den zuständigen Wahlkreisabgeordneten, persönlich getroffen. Ich war zwar anfangs aufgeregt, aber es war ein sehr angenehmes Gespräch. Was ich für mich festgestellt habe: Politiker sind auch nur normale Menschen und man kann sich mit Ihnen auch ganz locker und ungezwungen unterhalten. 

Während meines Aufenthaltes in Amerika werde ich die Rolle einer „Junior-Botschafterin Deutschlands“ übernehmen. Ich überlege mir viele Wege, meiner Gastfamilie die deutsche Kultur ein klein wenig vorzustellen. Zum Beispiel werde ich versuchen, deutsche Gerichte zu kochen oder den Kindern Brüder-Grimm-Märchen vorzulesen (die stammen aus meiner Schulstadt Hanau).

Abschied und Vorfreude

Ende Juni fand meine Abschiedsfeier statt, zu der ich meinen engsten Freundes- und Familienkreis eingeladen hatte. Zum einen, bin ich nun zwar traurig, dass all meine bisherigen Freunde zukünftig weit entfernt sind und ich sie erst in knapp einem Jahr wiedersehe, andererseits freue ich mich aber unglaublich auf meine neuen Erlebnisse und Erfahrungen in der bevorstehenden Zeit in Amerika. 

Ich bin sehr gespannt darauf, neue Dinge zu erleben, andere Menschen kennenzulernen und natürlich endlich Teil einer amerikanischen Highschool sein zu können. Durch Filme oder Serien hat man zwar schon viele Klischees oder Erwartungen im Kopf – „Schüler, die singend auf den Tischen der Cafeteria tanzen“ – jedoch bin ich mir bewusst, dass mein kommendes Jahr an meiner Highschool kein Musical wird und ich mir somit auch keine unrealistischen Erwartungen in den Kopf setze. Ich möchte einfach mit viel Freude und Neugier an die Zeit herangehen und mich auf alles Neue einlassen und mich vielleicht das ein oder andere Mal überraschen lassen.

Schon bald steht das große Problem des „Kofferpackens“ vor mir, welches alle Austauschschüler haben. Ich habe zwar einen, in meinen Augen, riesigen Koffer, es müssen aber einige Gastgeschenke, Hockey-Sachen und natürlich all meine ausgewählten Klamotten hinein. Ich versuche zwar so wenig wie möglich mitzunehmen. Dann muss mein Taschengeld in Amerika halt ein wenig leiden…

Platz für einen Bikini muss trotzdem sein, denn meine Gastfamilie lebt nicht weit vom Strand entfernt. 

Ich bin super aufgeregt und zähle bereits die Tage, Stunden, Minuten bis es endlich losgeht!

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