Stipendiatin aus den USA

Lorena, 18, Coburg

12.09.2019 – Deutsch wird Lorenas vierte Sprache sein und lernen will es die US-Amerikanerin in Coburg - ein Stipendienprogramm des Bundestages und des US-Kongresses machen es möglich. Julia hat Lorenas Vorfreude ins Deutsche übersetzt.

September 2019: Abenteuer Deutsch

Texanerin mit mexikanischen Wurzeln 

Hi! Ich bin Lorena Sandoval, 18 Jahre alt und ich werde ein Jahr in Deutschland verbringen, ein Stipendienprogramm des Bundestages und des US-Kongresses machen es möglich. Ich komme aus Austin in Texas. Allerdings habe ich mexikanische Wurzeln. Meine Eltern hatten irgendwann entschieden, dass ich verstehen sollte, wo ich herkomme. Deshalb habe ich ungefähr 14 Jahre meines Lebens in Mexiko verbracht. Währenddessen war ich aber regelmäßig in Texas – ich sollte schließlich auch meinen Geburtsort kennen. 

Austin ist eine wunderschöne Stadt. Und im Gegensatz zu anderen Gegenden in den USA auch eine sehr diverse. Wir haben Naturgebiete wie Barton Springs oder Zilker Park und wir haben die 360 Bridge. 

Ich habe meinen Schulabschluss schon hinter mich gebracht. Ich hätte nie gedacht, dass ich nach der Schule nicht sofort anfange zu studieren. Aber ich weiß, dass dieses Jahr sehr lohnend sein wird. Ich denke, es wird eine großartige Erfahrung, die mich für die Uni und für das Leben überhaupt vorbereiten wird.  

Worauf ich mich freue 

Ich liebe nichts mehr als Sprachen zu lernen. Deutsch wird meine vierte Sprache. Ich freue mich riesig darauf, im nächsten Jahr Neues zu erfahren und zu lernen. Die ersten Monate werden bestimmt eine Herausforderung, denn ich kann noch gar kein Deutsch. Aber ich hoffe, dass ich schnell einen Anfang machen und dann jeden Tag schneller dazu lernen kann. 

Abgesehen davon, dass ich die Sprache lernen werde, wird mir das Leben in einer neuen Gemeinschaft bestimmt dabei helfen, mich schneller anzupassen und offener zu sein. In Coburg, wo ich wohnen werde, werde ich Sport betreiben, was neu für mich ist. Bisher habe ich eigentlich keinen Sport gemacht. Aber im Sommer habe ich mit meiner Gast-Schwester gesprochen und sie hat mich gefragt, ob ich Volleyball mit ihr spielen möchte. Ich bin gespannt, wie das wird. 

Pläne fürs Ehrenamt 

Ich würde außerdem gerne Freiwilligenarbeit leisten. So lerne ich bestimmt neue Leute kennen. In den USA arbeite ich ehrenamtlich als Englisch-Lehrerin für Flüchtlinge und Migranten. Wenn ich das hier weitermachen könnte, wäre das toll! Ich glaube, Leute könnten von mir Englisch lernen und mir gleichzeitig Deutsch beibringen, das wäre eine Win-Win-Situation. 

Botschafterin in Deutschland 

Eins meiner wichtigsten Ziele für dieses Jahr ist es, Leuten hier zu zeigen, dass Amerikaner nicht alle gleich aussehen oder sind. Bei den Vorbereitungskursen für das Austauschjahr waren alle aus unterschiedlichen Teilen der USA. Das hat mich darüber nachdenken lassen, was unsere Aufgabe als Botschafter ist in diesem Jahr. Sie mag leicht erscheinen, aber das ist sie nicht. Die USA sind so groß und so vielseitig, es ist unmöglich, dass alle Amerikaner gleich sind. Mein Job ist es dieses Jahr, anderen die USA näher zu bringen – ob es um Politik geht oder um Lifestyle –, dabei aber immer daran zu erinnern, dass wir alle verschieden sind. Gleichzeitig will ich natürlich viel über meine deutsche Gemeinschaft lernen – die sich bestimmt auch von anderen in Deutschland unterscheidet. 

Ich freue mich, dass ich in Bayern gelandet bin. Ich habe gehört und gelesen, dass es hier sehr traditionell zugeht. Ich hoffe, ich werde viel rumkommen, mit dem Zug oder dem Bus – ein großer Unterschied zu Austin, wo man nicht gut mit dem Zug wegkommt. 

Meine Gastfamilie ist sehr süß. Ich kann es nicht erwarten, sie kennenzulernen. Im Vergleich zu meiner Familie zuhause ist meine Gastfamilie sehr groß, das wird eine Umstellung. Coburg scheint eine sehr schöne Stadt zu sein, mit einem Schloss auf einem Hügel. 

Ich kann wirklich gar nicht in Worte fassen, wie aufgeregt ich bin! 

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