Jugendbegegnung

Auf Spurensuche in der Nazizeit

80 Jugendliche, eine Woche, jedes Jahr eine andere Stadt – die Jugendbegegnung des Bundestages hat Tradition. Junge Menschen erfahren dabei viel über die Zeit des Nationalsozialismus.
Der Besuch von Mahnmalen, wie dieses "Denkmal der heldenhaften Verteidiger Leningrads", oder Vorträge stehen auf dem Programm der jährlichen Jugendbegegnung. © DBT/Saldern

Zu Beginn jeden Jahres gedenkt der Bundestag in besonderer Weise den Opfern des Nationalsozialismus: Anlässlich des Holocaust-Gedenktages am 27. Januar findet jährlich eine Jugendbegegnung statt. Etwa 80 Jugendliche erleben eine gemeinsame Woche und reisen zu bestimmten Schauplätzen des Zweiten Weltkrieges.

Teilnehmer sind Jugendliche zum Beispiel aus Deutschland, Russland, den USA, Polen, Frankreich und anderen Nachbarstaaten Deutschlands. Sie alle engagieren sich in Projekten und Initiativen zur Geschichte des Nationalsozialismus oder gegen Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und Rassismus.

Über 20 Jahre Tradition

Jedes Jahr widmet sich die Begegnung einem anderen Thema: Um sich mit der Geschichte der Leningrader Blockade auseinanderzusetzen, reisten Jugendliche bereits nach Sankt Petersburg. Ziel war auch schon Kiew in der Ukraine, um vor Ort etwas über die nationalsozialistischen Verbrechen wie Besatzung, Zwangsarbeit und Völkermord in Osteuropa zu erfahren.

Auf dem Programm stehen Besichtigungen, Vorträge und Gespräche sowie Treffen mit Zeitzeugen. Am Gedenktag selbst, dem 27. Januar, sind die Jugendlichen wieder zurück in Berlin und erleben traditionell die Gedenkstunde des Bundestages zum "Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus" sowie eine Podiumsdiskussion mit ganz besonderen Gastrednern.

Mit der internationalen Jugendbegegnung beweist der Bundestag, dass sich junge Menschen für Geschichte interessieren: Schon seit 1997 lädt er zu diesem Treffen ein – in ganz unterschiedliche Städte.

Teilnahme nur auf Einladung

Wer selbst in einem der kommenden Jahre an der Jugendbegegnung teilnehmen will, muss sich dafür von der Organisation, bei der er sich engagiert, vorschlagen lassen. Diese wiederum muss allerdings zuvor vom Bundestag für das Programm ausgesucht werden. Dann gibt es eine Einladung vom Bundestagspräsidenten, der Schirmherr der Begegnung ist.

(sh)

Das war die Jugendbegegnung 2020.

Jugendreise
Am Ort des Verbrechens
Eingang zur Gedenkstätte Auschwitz
Vor 75 Jahren wurde das Lager Auschwitz-Birkenau befreit. Die Gedenkstätte erinnert an die schrecklichen Verbrechen, die dort stattfanden. © shutterstock.com/bondvit
Wie konnte geschehen, was in Auschwitz geschah? Was lernen wir für die Zukunft? Mit diesen Fragen machten sich 60 junge Erwachsene auf den Weg zur Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslagers.
Auschwitz-Experte
„Tote auf zwei Beinen“
„Die Schmerzen der eigenen Geschichte" nicht zu scheuen, dafür plädiert Christoph Heubner. © Boris Buchholz
Vor 75 Jahren wurde das Konzentrationslager Auschwitz befreit. Christoph Heubner vom Internationalen Auschwitz-Komitee über die Gaskammern der Nazis, die Gesichter der Opfer und den Hass von heute.
Blog Tag 1
Die Reise in die Vergangenheit beginnt
Lesen und nachdenken: Vorbereitungen auf eine Reise, die sicherlich intensiv werden wird. © Lukas Stern
Mit 60 anderen jungen Menschen zusammen bricht Lukas morgen auf nach Auschwitz. Was ihm davor durch den Kopf geht, hat er in seinem ersten Blog-Beitrag aufgeschrieben.
Blog Tag 2
Ein Foto aus Birkenau
Gruppe von Jugendlichen
In Kennenlernspielen kommen die 60 Jugendlichen zum ersten Mal ins Gespräch. © DBT/Stella von Saldern
Im Bus nach Auschwitz lernt Lukas einige seiner 60 Mitreisenden kennen. Und erfährt, wie sie zur Jugendbegegnung gekommen sind.
Blog Tag 3
"Du gehst ins Gas!"
Unseren Museumführern hören wir per Kopfhörer zu. © DBT/Stella von Saldern
In Auschwitz werden Lukas und die 60 Teilnehmer der Jugendbegegnung durch das ehemalige Lager geführt. Und sprechen mit einer Zeitzeugin, die als Kind das Grauen erlebte.
Blog Tag 4
Und immer wieder Stacheldraht
Fäkalien, Ungeziefer, Seuchen: Bis zu 700 Menschen mussten in einer Baracke leben. © DBT/Stella von Saldern
„Aschedünger“ – dieses Wort fällt einem Jugendlichen ein, nachdem die Gruppe die Baracken von Auschwitz besichtigt und mit einer ehemaligen Zwangsarbeiterin gesprochen hat.
Blog Tag 5
Das elfte Gebot
Das Gelände des Konzentrationslagers Auschwitz bei Nacht
Die Nacht legt sich über Birkenau. © DBT/Stella von Saldern
Das schreckliche Schicksal der Juden in Auschwitz wird nicht nur bei der offiziellen Gedenkfeier lebendig. Bis in die Hotelzimmer der Besucher lässt es sich zurückverfolgen.
Blog Tag 6
Never again!
Der Bundespräsident, der Bundestagspräsident und der israelische Präsident im Gespräch mit Jugendlichen.
Im Dialog mit gleich drei Präsidenten. © DBT/Stella von Saldern
Drei Präsidenten stehen Rede und Antwort: 60 Jugendliche sprechen eine Stunde lang exklusiv mit Reuven Rivlin, Frank-Walter Steinmeier und Wolfgang Schäuble.
Kommentare
Polizist beim Bundestag
„Die Welt schaut auf dich“
Lächelnder Mann
Polizist Zech: "Es ist eine Ehre dafür zu sorgen, dass die Demokratie am Laufen gehalten wird." © Tim Lüddemann
Benjamin Zech arbeitet seit sieben Jahren für die Polizei beim Deutschen Bundestag. Im Interview spricht er über heikle Einsätze im Parlament, Sprayer, Hass-Mails und die ehemalige First Lady Michelle Obama.
Polizeien in Deutschland
Wer regelt was?
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Die Polizisten, die gegen Terroristen vorgehen, sind andere als die, die Blitzer aufstellen oder Einbrecher fangen. Und der Bundestag hat sogar eine ganz eigene Polizei. Diese 19 Polizei-Einheiten gibt es in Deutschland.
Ausbildung
"Wir schützen Politiker"
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Bodyguards sind sie zwar nicht, aber sie schützen das Parlament: die Polizisten beim Deutschen Bundestag. Dort gibt es freie Ausbildungsplätze. Polizeihauptkommissarin Bettina Jahn im Interview.
Bildergalerie
So sieht’s aus bei der Polizei im Bundestag
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186 Polizisten arbeiten aktuell im Deutschen Bundestag, darunter auch Azubis. Hier bekommt ihr einen kleinen Einblick in ihren Arbeitsalltag.