Lexikon
ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ#

Überhangmandat

Überhangmandate entstehen, wenn eine Partei bei der Wahl zum Bundestag mehr Direktmandate über die Erststimmen erhält, als ihr Sitze im Bundestag gemäß der Anzahl der Zweitstimmen zustehen. Das hat zur Folge, dass der Bundestag sich erweitert. Die jeweilige Partei kann also mehr Mitglieder ins Parlament schicken, als ihr der Anteil an den Zweitstimmen verspricht.

Die Berechnungen hierzu werden pro Bundesland durchgeführt. Ein Beispiel: Eine Partei darf aus einem Bundesland elf Abgeordneten in den Bundestag entsenden. Nun haben aber 13 Kandidaten dieser Partei in diesem Bundesland bereits per Erststimme ein Direktmandat errungen. Dies kann ihnen niemand mehr "wegnehmen". Somit erhält die Partei in diesem Bundesland zwei Überhangmandate. Es bleibt also bei 13. Übrigens käme in diesem Beispiel kein einziger Kandidat über die entsprechende Landesliste dieser Partei mehr in den Bundestag.

Allerdings würden nun durch die Überhangmandate die tatsächlichen Mehrheitsverhältnisse, die über die Zweitstimmen zustandekommen, verfälscht werden. Die Überhangmandate einer Partei werden deshalb mittels Ausgleichsmandaten für die anderen Parteien ausgeglichen, damit die Mehrheiten wieder stimmen.

Scheidet ein Abgeordneter aus, der durch ein Überhangmandat einen Sitz im Deutschen Bundestag erhalten hat, wird dieses Mandat nicht nachbesetzt. Das aktuelle Parlament hat statt den per Gesetz eigentlich vorgesehen 598 Abgeordneten derzeit 709 Abgeordnete. Ihr ahnt, woran das liegt: Es gibt 111 Überhang- und Ausgleichsmandate.

Wie funktioniert die Bundestagswahl?

© DBT

Was ist ein Direktmandat?

© Deutscher Bundestag

Kommentare