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Social Media

Ethikrat gegen pauschales Verbot für Kinder und Jugendliche

Der Deutsche Ethikrat hat sich gegen ein pauschales Verbot von Social Media für Kinder und Jugendliche ausgesprochen. Gleichzeitig betont er in einer Stellungnahme, dass es eines differenzierten Schutzkonzepts für Kinder und Jugendliche bedürfe und dass der Wert digitaler Medienkompetenz nicht verhandelbar sei.

Eine Person liegt auf einem karierten Untergrund und hält ein Smartphone mit beiden Händen vor das Gesicht. Die Haare sind ausgebreitet, die Fingernägel kurz, an einer Hand ist ein Ring zu sehen. Das Gesicht ist unkenntlich gemacht.

© picture alliance/dpa | Elisa Schu

Im Oktober 2025 hatte Bundestagspräsidentin Julia Klöckner den Deutschen Ethikrat darum gebeten, sich mit der Frage zu befassen, ob es ein Verbot von Sozialen Medien für Kinder und Jugendlichen geben solle. Nun liegt seine Ad-hoc-Stellungnahme mit dem Titel „Schutz, Teilhabe und Befähigung von Kindern und Jugendlichen in der digitalen Welt" vor. Darin enthalten: 13 Empfehlungen des Ethikrates, um den Schutz, die Teilhabe und die Befähigung von Kindern und Jugendlichen im digitalen Raum zu verbessern.

Digitale Räume böten gesellschaftliche Teilhabe. Deshalb sei ein pauschales Verbot nicht der richtige Weg. Allerdings seien Kinder und Jugendlichen in der digitalen Welt auch Risiken ausgesetzt. Sie müssten deshalb lernen, kritische Inhalte zu erkennen. „Der Wert von digitaler Medienkompetenz ist nicht verhandelbar“, sagte der Vorsitzende des Ethikrates, Prof. Dr. Helmut Frister, bei der Übergabe des Berichts an die Bundestagspräsidentin am 11. Juni 2026 in der Bundespressekonferenz.

Bundestagspräsidentin: „Medienkompetenz ist Demokratiekompetenz“

Die Bundestagspräsidentin dankte dem Ethikrat für das „Instrumentarium für die parlamentarische Debatte“. „Die Stellungnahme kommt zum richtigen Zeitpunkt“, so Klöckner. Sie betonte ebenfalls, dass Medienkompetenz eine Schlüsselkompetenz des 21. Jahrhunderts sei: „Medienkompetenz ist Demokratiekompetenz.“ Kinder und Jugendliche müssten lernen, sinnvoll und verantwortungsvoll mit sozialen Medien und Künstlicher Intelligenz umzugehen. Verantwortung sehe sie aber auch bei den Plattformen, die gegen Hass und Manipulation vorgehen müssten.

Das unterstützte Prof. Dr. Judith Simon, die stellvertretende Vorsitzende des Ethikrates, die erklärte, dass der Ethikrat unter anderem ein Verbot süchtig machender Funktionen fordere. Zudem seien eine Konkretisierung des Digital Services Acts und eine Ergänzung um verbindliche Leitlinien notwendig.