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kurz zusammengefasst

Haushalt 2027: Wofür ist wie viel Geld eingeplant?

3. September 2026

Wie viel Geld sieht der Haushaltsentwurf der Bundesregierung für welches Ressort vor? Hier gibt es den Überblick.

Ein 50-Euro-Schein ist zu einem Dach gefaltet uns steht auf Säulen aus 2-Euro-Münzen.

© pexels

Artikel

In der ersten Sitzungswoche nach der parlamentarischen Sommerpause berät der Bundestag über den Regierungsentwurf für den Bundeshaushalt 2027. Dieser Entwurf sieht vor, dass der Bund im kommenden Jahr 555,4 Milliarden Euro ausgeben kann. Das sind 30,9 Milliarden mehr als 2026.

Hier ein kurzer Überblick darüber, für welches Ressort der Haushaltsentwurf wie viel Geld einplant, in der Reihenfolge, in der die Etats im Plenum beraten werden:

Finanzen
Der Etat des Bundesministeriums der Finanzen sieht im kommenden Jahr Ausgaben in Höhe von rund 11,1 Milliarden Euro vor. Damit liegt der Ausgabeansatz um rund 242 Millionen Euro höher als 2026.

Wofür das Geld unter anderem ausgegeben wird: Versorgung der Beamtinnen und Beamten sowie Richterinnen und Richter, Entschädigung für Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung, Zollverwaltung, Bundeszentralamt für Steuern, Beauftragte der Bundesregierung für Ostdeutschland
Verkehr
Im Etat des Bundesministeriums für Verkehr sind Ausgaben in Höhe von 26,43 Milliarden Euro aus dem Kernhaushalt vorgesehen (2026: 27,9 Milliarden Euro).

Wofür das Geld unter anderem ausgegeben wird: Bundesfernstraßen, Bedarfsplanmaßnahmen an Bundesstraßen, Radwege an Bundesstraßen, Bundesschienenwege, Lärmsanierung an bestehenden Schienenwegen, Verbesserung der Verkehrsverhältnisse der Gemeinden, Bundeswasserstraßen, Luftfahrt
Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit
Für 2027 sind im Etat des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) Ausgaben in Höhe von 2,74 Milliarden Euro eingeplant (2026: 2,77 Milliarden Euro).

Wofür das Geld unter anderem ausgegeben wird: Zwischen- und Endlagerung radioaktiver Abfälle, Investitionen zur Verminderung von Umweltbelastungen, Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel, Bundesnaturschutzfonds, nukleare Sicherheit und den Strahlenschutz
Digitales und Staatsmodernisierung
Für das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) sind im Regierungsentwurf für den Bundeshaushalt 2027 Ausgaben in Höhe von rund 1,44 Milliarden Euro vorgesehen. Das sind rund 84,6 Millionen Euro mehr als das für 2026 ausgewiesene Soll von 1,36 Milliarden Euro.

Wofür das Geld unter anderem ausgegeben wird: IT-Infrastruktur des Bundes, Steuerung Cybersicherheit des Bundes, digitale Innovationen, Staatsmodernisierung und Bürokratierückbau
Wirtschaft und Energie
Der Etatentwurf des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) sieht für 2027 Ausgaben von 5,55 Milliarden Euro vor. Damit verkleinert sich der Etat, der 2026 noch 5,90 Milliarden Euro betrug.

Wofür das Geld unter anderem ausgegeben wird: Industrieforschung, Fördermaßnahmen für Automobilindustrie, Luftfahrt und maritime Wirtschaft, energie- und wirtschaftspolitische Zusammenarbeit mit der Ukraine, Strompreiskompensation, Um- und Neubau klimaneutraler Netze
Bundeskanzler und Bundeskanzleramt
Der Etat des Bundeskanzlers und des Bundeskanzleramts soll 2027 auf rund 5,16 Milliarden Euro steigen. Das sind rund 165,5 Millionen Euro mehr als im Soll 2026. Wesentlicher Grund für den Anstieg sind erneut höhere Ausgaben für den Bundesnachrichtendienst (BND).

Wofür das Geld unter anderem ausgegeben wird: Bundesnachrichtendienst (BND), Erweiterungsbau des Bundeskanzleramts, Sport und Ehrenamt, Olympiabewerbung, Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, Kultur und Medien
Auswärtiges Amt
Der Einzelplan für das Auswärtige Amt sieht für 2027 Ausgaben in Höhe von 5,9 Milliarden Euro vor (2026: 6 Milliarden Euro).

Wofür das Geld unter anderem ausgegeben wird: Sicherung von Frieden und Stabilität, Humanitäre Hilfe und Krisenprävention, Pflege kultureller Beziehungen zum Ausland, Auslandskulturarbeit
Verteidigung
2027 sollen die Verteidigungsausgaben mit 139,6 Milliarden Euro zum wiederholten Male einen neuen Höchststand erreichen und um 31,4 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr wachsen. Der reguläre Wehretat beläuft sich dabei auf geplante Ausgaben von 109,7 Milliarden Euro (2026: 82,7 Milliarden Euro). Die weiteren Ausgaben in Höhe von 29,9 Milliarden Euro sollen aus dem Sondervermögen „Bundeswehr“ finanziert werden.

Möglich werden die Steigerungen der Verteidigungsausgaben durch das 2022 vom Bundestag beschlossene Sondervermögen Bundeswehr in Höhe von 100 Milliarden Euro sowie durch eine Grundgesetzänderung am Ende der 20. Legislaturperiode, die die Verteidigungsausgaben von den Beschränkungen der sogenannten Schuldenbremse befreite.

Wofür das Geld unter anderem ausgegeben wird: Militärische Beschaffung, Wehrforschung, Entwicklung und Erprobung, Personalausgaben der Streitkräfte, Unterbringung der Soldaten, Erhalt und Betrieb der Kasernen
Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Für den Etat des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sollen 9,47 Milliarden veranschlagt werden. 2026 betrug der Etat noch 10,05 Milliarden.

Wofür das Geld unter anderem ausgegeben wird: bilaterale staatliche Entwicklungszusammenarbeit, bilaterale technische Zusammenarbeit, bilaterale finanzielle Zusammenarbeit, Krisenbewältigung, Unterstützung von Geflüchteten und Aufnahmeländern
Inneres
Der Haushalt des Bundesinnenministeriums (BMI) soll nach dem Etatentwurf der Bundesregierung für das kommende Jahr ein Ausgabenvolumen von gut 16,71 Milliarden Euro aufweisen. Das sind gut 951 Millionen Euro mehr als im BMI-Etat für das laufende Jahr vorgesehen sind.

Wofür das Geld unter anderem ausgegeben wird: Bundespolizei, Bundeskriminalamt (BKA), Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV), Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf), Bundeszentrale für politische Bildung (BpB), Statistisches Bundesamt
Justiz und Verbraucherschutz
Für den Etat des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz sind im kommenden Jahr Ausgaben in Höhe von rund 1,2 Milliarden Euro vorgesehen – ebenso wie im Jahr 2026.

Wofür das Geld unter anderem ausgegeben wird: Personal, Zuschüsse an den Verbraucherzentrale Bundesverband, Verwaltungsausgaben, Patent- und Markenamt, Bundesamt für Justiz, Bundesgerichtshof, Bundesverwaltungsgericht, Bundesfinanzhof, Bundespatentgericht
Landwirtschaft, Ernährung und Heimat
Der Etatentwurf des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat für 2027 umfasst 6,97 Milliarden Euro. Im Vergleich zu 2026 mit 6,99 Milliarden Euro ist dies eine kleine Reduktion.

Wofür das Geld unter anderem ausgegeben wird: landwirtschaftliche Sozialpolitik, Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK), gesundheitlichen Verbraucherschutz und Ernährung, Förderung des Umbaus der Tierhaltung
Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Für das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) sind im Regierungsentwurf für den Bundeshaushalt 2027 Ausgaben in Höhe von rund 15,48 Milliarden Euro vorgesehen. Das sind rund 1,19 Milliarden Euro weniger als 2026 (16,66 Milliarden Euro). Der Rückgang geht vor allem auf niedrigere Ansätze bei den gesetzlichen Familienleistungen zurück.

Wofür das Geld unter anderem ausgegeben wird: Elterngeld, Kindergeld, Maßnahmen zur Stärkung von Demokratiebildung und Extremismusprävention, Freiwilligendienste, Bildungs- und Betreuungsinfrastruktur
Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen
Im Hauhsaltsentwurf für 2027 sind für das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen 7,5 Milliarden Euro eingeplant. 2026 waren es noch 7,7 Milliarden Euro.

Wofür das Geld unter anderem ausgegeben wird: Sozialer Wohnungsbau, Finanzierung des Wohngeldes, Städtebauförderung, Baumaßnahmen des Bundes in Berlin und Bonn
Gesundheit
Der Bundeshaushalt 2027 sieht erheblich weniger Mittel für den Gesundheitsetat vor: Es sind Ausgaben in Höhe von rund 14,33 Milliarden Euro geplant, rund 7,43 Milliarden Euro weniger als im laufenden Jahr (21,77 Milliarden Euro). Die vorgesehenen Ausgaben für die gesetzliche Krankenversicherung sind im Vergleich zum Vorjahr um 4,3 Milliarden gesunken.

Wofür das Geld unter anderem ausgegeben wird: gesetzliche Krankenversicherung, Pflegevorsorge, Pandemiebereitschaftsverträge, gesundheitliche Aufklärung der Bevölkerung, Erhöhung der Cybersicherheit für Einrichtungen der Gesundheitsversorgung, Forschungsvorhaben und -einrichtungen, internationales Gesundheitswesen
Arbeit und Soziales
Der Haushalt des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales bleibt auch 2027 mit 201,46 Milliarden Euro der mit Abstand ausgabenstärkste Einzelplan des Bundeshaushalts. Das sind rund 4,12 Milliarden Euro mehr als 2026 (197,34 Milliarden Euro).

Wofür das Geld unter anderem ausgegeben wird: Rentenversicherung, Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung, Grundsicherung für Arbeitsuchende, Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderungen
Forschung, Technologie und Raumfahrt
Für das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt sind Ausgaben in Höhe von 21,97 Milliarden Euro vorgesehen. Für 2026 sind rund 21,82 Milliarden Euro veranschlagt. Der Etat bleibt damit nahezu konstant.

Wofür das Geld unter anderem ausgegeben wird: Forschung für Innovationen, Hightech Agenda Deutschland, Wettbewerbsfähigkeit des Wissenschafts- und Innovationssystems, Bildungsfinanzierung, Talent- und Fachkräfteförderung, BAföG, Beitrag an die Europäische Weltraumorganisation (ESA)
Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität
Aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität sollen im kommenden Jahr rund 54,9 Milliarden Euro verausgabt werden. Das sind rund 3,1 Milliarden Euro weniger als im Soll 2026 mit 58,1 Milliarden Euro.

Wofür das Geld unter anderem ausgegeben wird: Zuweisungen an die Länder auf Grundlage des Länder- und Kommunal-Infrastrukturfinanzierungsgesetzes, Klima- und Transformationsfonds, Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur, Investitionen in die Krankenhausinfrastruktur, Investitionen in die Energieinfrastruktur, Investitionen in die Bildungs- und Betreuungsinfrastruktur, Investitionen in die Forschung und Entwicklung, Investitionen in die Digitalisierung, Investitionen in den Wohnungsbau, Investitionen in die Sportinfrastruktur

Fragen & Antworten

Das Geld für den Bundeshaushalt kommt aus den Einnahmen des Bundes. Diese setzen sich aus Steuern, sonstigen Einnahmen und Krediten zusammen. Die wichtigsten Einnahmequellen sind Umsatzsteuer, Lohn- und Einkommensteuer sowie Energie- und Tabaksteuer. Im Idealfall gibt der Bund nicht mehr Geld aus, als er einnimmt. In den vergangenen Jahren hatte der Bund mehr Ausgaben als Einnahmen und musste daher durch Schulden (Nettokreditaufnahme) das Gleichgewicht wiederherstellen.

Ein Sondervermögen ist ein wirtschaftlich selbständiger Nebenhaushalt, der zur Erfüllung einer einzelnen begrenzten Aufgabe des Bundes bestimmt ist. Zur Deckung der Ausgaben eines Sondervermögens kann der Bund ermächtigt werden, Kredite aufzunehmen.