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Positions-Check – wer steht wofür?

Frühstartrente

8. Oktober 2026 Lara Hummel

Mit dem Gesetzesentwurf der Bundesregierung zur Frühstartrente soll bereits für Kinder staatlich in deren Altersvorsorge investiert werden. Wie haben sich die Fraktionen in der Plenardebatte am 25. September 2026 dazu positioniert?

Im Vordergrund hält eine Person ein transparentes, rot-oranges Sparschwein aus Kunststoff mit beiden Händen. Die Arme sind leicht angewinkelt. Im Hintergrund ist ein verschwommener Außenbereich zu erkennen. Die Person trägt ein helles T-Shirt mit einer großflächigen Comicfigur und ein Armband am rechten Handgelenk.

Mit der Frühstartrente soll schon ab sechs Jahren mit dem Sparen für die Altersvorsorge angefangen werden. © picture alliance / dpa-tmn | Zacharie Scheurer

Worum geht's?

Mit der Frühstartrente plant die Bundesregierung die Einführung einer staatlich geförderten privaten Altersvorsorge für Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 18 Jahren. Die staatliche Förderung soll zehn Euro pro Monat und Kind betragen.

Die Frühstartrente ist für alle Kinder ab Geburtsjahr 2020 vorgesehen. Für ältere Kinder können die entsprechenden Verträge ebenfalls abgeschlossen werden, jedoch ist keine staatliche Förderung vorgesehen.

Mathias Middelberg (CDU/CSU)

„Für alle, deren Eltern dieses Depot nicht einrichten, richten wir es ein. Das wird dann von der Bundesbank gemanagt. Das ist ein ganz konkreter Beitrag zur Chancengleichheit, zum chancengleichen Start für Kinder vom Grundschulalter an ins Leben und für ihre persönliche Alterssicherung. Das ist ein Riesenfortschritt bei der Altersvorsorge. Und sogar die Kinder und Jugendlichen, die solche Zuschüsse nicht erhalten, können die Vorteile eines solchen Depots für sich nutzen, indem die Erträge in diesem Depot steuerfrei gestellt sind bis zum Renteneintritt.“

Iris Nieland (AfD)
Eine Frau mit kurzen, welligen, blonden Haaren steht an einem Rednerpult. Sie trägt einen dunklen Blazer über einem hellen Oberteil. Auf dem Pult liegen einige Blätter Papier und ein Glas Wasser. Das Pult ist mit der Aufschrift 'Deutscher Bundestag' versehen. Der Hintergrund ist einfarbig und schlicht.

„Ihr Gesetzentwurf verlangt weder die deutsche Staatsangehörigkeit noch einen dauerhaften Aufenthalt in Deutschland. Wie wollen Sie eigentlich verhindern, dass das Geld, wie beim Kindergeld ja auch, in Größenordnungen ins Ausland fließt? Unser Junior-Spardepot richtet sich an deutsche Kinder mit tatsächlichem Daueraufenthalt in Deutschland.“

Lars Klingbeil (SPD), Bundesminister der Finanzen
Ein mittelalterMann mit braunen kurzen Haaren lehnt in ein graues Sakko und schwarzes Hemd gekleidet an einer Betonwand.

„Wir geben Kindern künftig 10 Euro im Monat als Startkapital für die Altersvorsorge. Das lohnt sich. Es sind kleine Beiträge, aber ich sage hier noch mal: Es lohnt sich für alle. Wir schaffen eine Vorsorge für alle im Alter. Das ist eine Ergänzung zur privaten Altersvorsorge, die wir als Koalition bereits neu aufgestellt haben, und es ist ein wesentlicher Beitrag zu mehr Chancengerechtigkeit. 10 Euro im Monat, das mag vielleicht erst mal wenig klingen. Aber durch den frühen Start kommen über Jahrzehnte große Summen zusammen. Allein aus der staatlichen Förderung kann bis zum Renteneintritt ein Beitrag von 53.000 Euro entstehen.“

Stefan Schmidt (Bündnis 90/Die Grünen)
Ein Mann mit graumelierten, kurzen Haaren trägt einen dunklen Anzug mit weißem Hemd und blauer Krawatte. Er steht aufrecht und lächelt, während er eine Hand locker auf ein Geländer legt. Der Hintergrund ist schlicht und besteht aus einer grauen Wand mit glatter Oberfläche.

„So gut die Idee allerdings auch ist, so schlecht wird sie leider umgesetzt. Denn mit diesem Gesetzentwurf erreicht die Bundesregierung ihre Ziele kaum. Wenn Sie die Frühstartrente für jedes Kind planen, was wir wichtig und richtig finden: Warum wollen Sie dann Kinder davon ausschließen, die älter als sechs Jahre alt sind? Warum soll der 2020 geborene Matteo die Frühstartrente erhalten, seine 2019 geborene Mitschülerin Emma aber nicht? Ältere Jahrgänge komplett von der Frühstartrente auszuschließen, entgegen Ihren Versprechungen, ist schlicht ungerecht.“

Lisa Schubert (Die Linke)
Eine Person mit lockigen, rötlichen Haaren steht vor einer hellgrauen Wand. Sie trägt eine grüne Jacke, ein schwarzes Oberteil und eine blaue Jeans. Die Person blickt direkt in die Kamera und hält die Arme locker an den Seiten. Sie trägt eine runde Brille.

„Finanzbildung muss für alle da sein, nicht nur für diejenigen, deren Eltern ihnen schon mit zwölf Jahren erklären, was ein ETF ist, sondern auch für diejenigen, die von ungleicher Vermögensverteilung betroffen sind. Da muss doch Finanzbildung ansetzen. (…) Finanzbildung darf nicht bei ‚Wie mache ich Rendite?‘ aufhören. Die nächste Frage muss sein: Rendite womit? Denn Geld arbeitet nicht im luftleeren Raum. Wir müssen wissen, welche Investitionen unseren Planeten zerstören. Finanzbildung ist Zukunftssicherung, kein Ausverkauf an die Börse.“

Die Debatte vom 25. September 2026 in voller Länge

mitmischen-Autorin

Lara Hummel

Lara Hummel ist 23 Jahre alt und hat in Frankfurt am Main Politikwissenschaften studiert. Sie ist neben ihrem Studium in der politischen Bildung aktiv und gibt Workshops in Schulen. Für ihr Masterstudium zieht sie nach Leipzig und möchte diese Tätigkeit auch dort weiterführen.