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Wie erkenne ich Sex-Täter im Netz?

20.11.2019 – Was euch beim Chatten misstrauisch machen sollte und was ihr am besten tut, wenn ihr das Gefühl habt, dass euch ein Erwachsener im Netz anmacht.
Mädchen in sozialem Netzwerk am Laptop
Nie zu viele Informationen preisgeben, wenn man den Chat-Partner nicht persönlich kennt! © shutterstock.com/Andrey_Popov

Lustiger Zufall? Der Typ, den ihr eben erst im Chat kennengelernt habt, spielt auch Volleyball, mag die gleichen Bands und war erst gestern im selben Film wie ihr. So auffällig viele gleiche Interessen können Zufall sein – oder ein Trick. Auf jeden Fall sollten sie euch misstrauisch machen. Denn Erwachsene, die sich im Internet an Minderjährige heranmachen wollen, tun oft so, als seien sie selbst Jugendliche mit den gleichen Hobbys. 

Warn-Signale 

Wenn jemand Fremdes im Chat also sehr viele gleiche Interessen hat, ist das ein Warn-Signal. Ihr solltet hellhörig werden. Das Gleiche gilt, wenn jemand gleich am Anfang viele persönliche Informationen abfragt und möglichst schnell eure Handy-Nummer haben oder über Skype oder soziale Netzwerke Kontakt aufnehmen will. 

Richtig misstrauisch solltet ihr werden, wenn die Person möchte, dass ihr eure Webcam einschaltet und behauptet, seine eigene sei kaputt. Wenn das Gegenüber oft sexuelle Anspielungen macht oder gar um intime Bilder und Videos von euch bittet. 

Weitere Zeichen, dass sich hinter einem Chat-Namen vielleicht ein Erwachsener mit bösen Absichten verbirgt, können sein, dass er sich als Model-Agent ausgibt oder sonst irgendwie verspricht, euch zu Geld zu verhelfen. Wenn er euch Geschenke, zum Beispiel in Form von Online-Gutscheinen, macht. 

Sobald ein Kontakt euch sagt, ihr solltet niemandem von eurer Bekanntschaft erzählen, könnt ihr sicher davon ausgehen, dass etwas faul ist. 

Was tun? 

Wenn euch also im Netz Cybergrooming begegnet, wenn ein Erwachsener euch vorspielt, er sei in eurem Alter, um sexuell mit euch anzubandeln, was dann? 

Gebt nicht zu viel preis! Erzählt einem Fremden im Netz nicht zu viel von euch, egal wie nett er fragt. Gebt schon gar keine Informationen raus, mit denen er euch klar identifizieren kann. Und seid sparsam mit Fotos und Videos. Verschickt nichts, wovon ihr nicht wollen würdet, dass jeder beliebige Fremde es sieht. 

Sagt deutlich Stopp! Wenn eine Chat-Situation irgendwie unangenehm wird, dann blockiert den Kontakt. Und meldet ihn unbedingt auch dem Betreiber des Portals, damit er es nicht gleich beim Nächsten versucht. 

Redet darüber! Ob Freunde, Eltern oder andere Erwachsene, denen ihr vertraut, ihr solltet auf jeden Fall jemandem davon erzählen. Auch wenn euch die Situation peinlich ist. Oft haben Menschen viel mehr Verständnis, als man befürchtet. Und am Ende haben mehr Leute schon ähnliche Situationen erlebt, als ihr denkt. Gemeinsam fühlt man sich stärker und findet besser eine Lösung. 

Lasst euch nicht einschüchtern! Es ist typisch, dass Täter versuchen zu drohen, zum Beispiel damit, eure Fotos öffentlich zu machen, wenn ihr nicht macht, was sie wollen. Cybergrooming ist strafbar. Sexuelle Belästigung verstößt gegen das Gesetz, auch wenn sie ‚nur‘ im Internet stattfindet. Wenn jemand also aufdringlich wird, sichert die Beweise, macht Screenshots von euren Chat-Verläufen und dann wendet euch an die Polizei. Je mehr Informationen sie von euch bekommt, desto leichter kann sie den Täter stellen. 

Auf der Seite klicksafe.de findet ihr viele gute Tipps, übrigens auch zu vielen anderen Online-Themen wie zum Beispiel Hate Speech, Fake-News, Datensicherheit, Urheberrecht oder Internet-Abzocke.  

(jk)

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