Kriminalstatistik

"Heroin ist rückläufig"

03.07.2019 – Welche Straftaten nehmen zu? Welche ab? Und welchen Anteil haben Jugendliche daran? Im Interview erzählt uns Heike Lippert vom Bundeskriminalamt Hintergründe zur Polizeilichen Kriminalstatistik.
Heike Lippert ist eine der Expertinnen vom Bundeskriminalamt für die Polizeiliche Kriminalstatistik. © Tim Lüddemann

Warum fühlen die Menschen sich unsicherer als früher, obwohl die Straftaten deutlich zurückgehen? Was sind typische Jugend-Straftaten? Und welche Drogen sind mehr, welche weniger im Umlauf als früher? Diese Fragen beantwortet die Kriminalhauptkommissarin Heike Lippert im Video-Interview:

Nur angezeigte Fälle

Sämtliche Daten zu Altersstruktur und Staatsangehörigkeit von Straftätern oder auch zur Beziehung von Opfern zu Tatverdächtigen werden auf der Webseite des BKAs veröffentlicht. Heike Lippert erzählte uns, dass dabei alle angezeigten Straftaten erfasst werden. Das bedeutet, dass die Statistik nichts darüber aussagt, ob die angezeigten Straftäter tatsächlich auch verurteilt werden. Die Polizeiliche Kriminalstatistik wird auch noch von anderen Faktoren beeinflusst, zum Beispiel vom Anzeigeverhalten – nicht alle Opfer erstatten Anzeige. So entsteht das so genannte Dunkelfeld der nicht erfassten Straftaten. Immer wieder gibt es auch Fälle, die nicht eindeutig einem Täter zugeordnet werden können.Da die Statistik nur Straftaten erfasst, die auch einen konkreten Beschuldigten haben, werden diese Fälle nicht erfasst.

Daten für die Öffentlichkeit

Heike Lippert schilderte uns ihren Eindruck, dass die Öffentlichkeit die Polizeiliche Kriminalstatistik meist positiv wahrnehme. Bürger, Politiker oder Studenten, die Informationen für ihre wissenschaftliche Arbeit einholen möchten, würden sich häufig an das Bundeskriminalamt wenden. Das BKA erhält von den Landeskriminalämtern selbst keine personenbezogenen Daten. In der Polizeilichen Kriminalstatistik werden nur folgende Informationen erfasst: das Delikt, der Tatort und die Tatzeit, Opfer und Schäden, Aufklärungsergebnisse, Alter, Geschlecht, Nationalität und andere Merkmale der Tatverdächtigen sowie das Verhältnis vom Opfer zum Tatverdächtigen. Außerdem steht dort auch, ob eine Schusswaffe benutzt wurde, ob der Tatverdächtige zur Tatzeit unter Drogeneinfluss stand und wie der Tatort zum Wohnort des Tatverdächtigen steht.

Über Heike Lippert

Heike Lippert ist stellvertretende Leiterin des Referats Polizeiliche Kriminalstatistik und Dunkelfeldforschung im Bundeskriminalamt. Als 1. Hauptkommissarin ist sie Sachgebietsleiterin für alle Angelegenheiten in Bezug auf die Polizeiliche Kriminalstatistik.

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