Bundesfreiwilligendienst

Als 'Bufdi' in Kita und Schule helfen

08.05.2019 – Nach der Schule in den Arbeitsalltag reinschnuppern – einmal in einer deutschen Kita und einmal in einer Förderschule in Südafrika. Nina hat gleich zwei Freiwilligendienste gemacht.
Nina (ganz rechts) bei ihrem Austausch in Südafrika Foto: privat

Ich wurde "Bufdi"

In der Abi-Zeit habe ich wie alle überlegt, was danach kommt. Die Idee, einen Freiwilligendienst zu absolvieren, kam mir dann ziemlich schnell. Ich wollte später im sozialen Bereich studieren und erhoffte mir davon erste Arbeitserfahrung. Nach dem Schulalltag war ich auch neugierig auf eine Neues und Abwechslungsreicheres. Also begann ich über den Bundesfreiwilligendienst in einer kleinen Kindertagesstätte zu arbeiten. Ich wurde ein sogenannter ‚Bufdi‘.

Irgendwo zwischen Praktikantin und Azubi

Die Arbeit in der Kita kannte ich in Ansätzen von Praktika her, dennoch war es als Freiwillige eine absolut neue Perspektive. Zu Beginn war es für mich sehr anstrengend, 40 Stunden in der Woche zu arbeiten. Ich hatte vorher in einem Minijob gearbeitet und musste mich auch erst daran gewöhnen, jetzt weniger Geld zu verdienen. Doch nachdem ich mich eingearbeitet hatte, fiel mir die 40-Stunden-Woche leichter – und auch der Gedanke, mit weniger Geld auszukommen.

Ein größeres Problem stellte anfangs allerdings meine Position bei der Arbeit dar. Sowohl einige Kollegen als auch einige Eltern behandelten mich als eine Art Praktikantin. Ich musste mich erst ein paar Monate einarbeiten, die Gruppe wechseln und vor allem bei den Eltern meine Position klarstellen, die dann irgendwo zwischen Praktikantin und Auszubildender lag. Und dort fühlte ich mich sehr wohl. Mir wurde Verantwortung übertragen, aber nicht so viel, dass ich überfordert gewesen wäre. Nur in äußersten personellen Notstandsituationen musste ich den Erzieherschlüssel ausgleichen. Sonst fungierte ich als eine Ergänzung der Erzieher und Erzieherinnen.

Von Stressbewältigung bis Umweltschutz

Während des Bundesfreiwilligendienstes gibt es in regelmäßigen Abständen Seminare, bei denen Bufdis aus der ganzen Region fünf Tage zusammenkommen. Da nicht alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer meiner Seminargruppe aus dem Bereich Kita kamen, behandelten wir verschiedene Themen. Diese Themen hatten nicht zwangsläufig etwas mit meiner Arbeit zu tun, interessierten mich dennoch. Unter anderem befassten wir uns mit Umweltschutz, politischer Bildung, Stressbewältigung und Gebärdensprache.

Alles in allem war der BFD für mich eine tolle Erfahrung. Ich konnte viel lernen und habe wichtige Impulse für meinen weiteren Weg bekommen. Ich könnte mir sogar vorstellen, nach meinem Studium noch einmal ein Bundesfreiwilligendienst zu absolvieren. Anders als ein Freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr kann man den BFD in jedem Alter machen.

Ins Ausland nach Südafrika

Nach meinem BFD startete ich direkt meinen nächsten Freiwilligendienst mit dem Austauschprogramm weltwärts in der Nähe von Kapstadt in Südafrika. Ich arbeitete in einer Schule für Kinder mit geistiger Behinderung. Ich wollte neue Arbeitserfahrungen sammeln, mein Englisch verbessern und etwas von der Welt sehen. Vor Ort beschäftigten mich dann die Themen ,,white privilege'' und Apartheid sehr. Dazu kam, dass mich die Kriminalität in Südafrika und die Wasserknappheit sehr belastete. Kriminalität ist eines der ärgsten Probleme in dem Land, weltweit besitzt Südafrika eine der höchsten Kriminalitätsraten. Und als ich dort war, herrschte in der Region um Kapstadt so akuter Wassermangel, dass die Regierung an zentralen Plätzen Wasser austeilen musste. Deshalb entschied ich mich nach fünf Monaten, den Dienst abzubrechen.

Seither beschäftige ich mich in meinem Alltag viel mehr mit Themen wie sozialer Ungerechtigkeit. Trotz des Abbruchs war auch diese zweite Erfahrung sehr wertvoll für mich.

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