Roy Kühne (CDU/CSU)

„Für konstruktive Kritik bin ich offen“

13.09.2019 – Auf dem Land in Niedersachsen – Lucas hat Roy Kühne (CDU/CSU) getroffen und von ihm erfahren, wie sein Arbeitsalltag im Wahlkreis aussieht, wie er sich von den Wochen in Berlin unterscheidet, was daran Freude macht und was doch manchmal nervt.
Selfie von drei Männern
Lucas mit Roy Kühne (in der Mitte) und Achim Lenz, dem Intendanten der Gandersheimer Domfestspiele. Dort fand das Gespräch statt. © privat

Ländliche Schönheit 

Man trifft ja nicht jeden Tag einen Bundestagsabgeordneten. Ich bin also schon gespannt bis aufgeregt vor unserem Treffen. Doch als ich Roy Kühne bei bestem Wetter in einem Café nahe den Gandersheimer Domfestspielen sehe, ist die Nervosität schnell verflogen. Er wirkt nicht wie ein Anzug-und-Krawatten-Mann, sondern ganz locker und entspannt. Wir kommen schnell ins Gespräch. Zuerst erklärt er mir, warum er die Domfestspiele als Treffpunkt ausgesucht hat: „Um zu zeigen, dass ein vielfältiges und qualitativ hochwertiges Kulturangebot auch im ländlichen Raum und auch bei uns möglich ist.“ 

Roy Kühnes Wahlkreis liegt ziemlich genau in der Mitte Deutschlands, in Niedersachsen, und heißt Goslar-Northeim-Osterode – das klingt schon recht dörflich. Der 51-Jährige mag den ländlichen Charme. Und er findet es schade, dass viele sich über die Schönheit der Region gar nicht mehr freuen, sondern alles „schlechtreden“. Andererseits gebe es zum Glück auch sehr engagierte Menschen: „Sie setzen sich mit viel Herzblut für unsere Region ein.“ 

Gemeinsam etwas erreichen 

Diese Engagierten will Roy Kühne unterstützen, mit ihnen will er zusammenarbeiten. Deshalb ist er in die Politik gegangen. „Manchmal kann es auch anstrengend sein, das ist klar“, sagt er. „Aber Spaß macht es mir immer. Und wenn ich gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern etwas für die Region erreiche, dann sind diese Anstrengungen auch schnell vergessen.“ 

Wichtig sind Roy Kühne vor allem auch die jungen Leute, die die Frage beschäftigt: Was bringt mir die Zukunft? Er möchte, dass sie das Gefühl haben, dass es hier Angebote für sie gibt. „Dabei geht es einerseits um attraktive Freizeitangebote wie Vereine und Schwimmbäder“, erklärt er, „aber natürlich auch um zukunftssichere und gut bezahlte Arbeitsplätze.“ 

Mit seiner Arbeit will Kühne dazu beitragen. Er ist täglich unterwegs in seinem Wahlkreis. Trifft Menschen, die ein konkretes Anliegen haben. Besucht Unternehmen, um sich über die wirtschaftliche Lage zu informieren. Und: „Ich gehe auch zu vielen Veranstaltungen von Vereinen, um den ehrenamtlich tätigen Menschen für ihren Einsatz zu danken. Auf die Arbeit mit diesen Menschen, die sich genauso wie ich für unsere Region einsetzen, freue ich mich am meisten.“ 

Und zwischendurch Berlin 

An 21 Wochen im Jahr ist Roy Kühne nicht in seinem Wahlkreis unterwegs. Da ist er nämlich in Berlin. Im Bundestag ist der gelernte Sporttherapeut und Physiotherapeut Mitglied des Gesundheitsausschusses. Und dort sieht der Tag dann so aus: „Meine Woche startet dann am Montag mit einer Besprechung mit meinen Berliner Mitarbeitern. In jeder Sitzungswoche gibt es ein Gerüst an festen Terminen. So findet jeden Montagabend die Sitzung der Landesgruppe Niedersachsen und jeden Dienstagnachmittag die Fraktionssitzung der CDU/CSU-Fraktion statt. Der Gesundheitsausschuss tagt am Mittwoch,  Donnerstag und Freitag finden die Plenarsitzungen statt, in welchen wir Abgeordnete Gesetze beraten oder beschließen.“ 

Aber natürlich ist nicht alles in Berlin vorgegeben. Abseits der festen Termine bleibt auch dort Zeit für Treffen mit Menschen und Organisationen. Roy Kühne erklärt: „Bevor wir ein Gesetz beschließen, müssen wir mit den betroffenen Organisationen und Verbänden über die möglichen Auswirkungen des Gesetzes sprechen. Diese Gespräche sind wichtig, damit wir Politiker uns einen Überblick verschaffen können und erkennen, wo noch Änderungen notwendig sind.“ 

Die Anliegen aus dem Wahlkreis bringt er außerdem mit nach Berlin und setzt sich bei den entsprechenden Ansprechpartnern in Berlin dafür ein. 

„Einer der Unterschiede zwischen der Arbeit in Berlin und im Wahlkreis“, überlegt Kühne, „ist mit Sicherheit die Themenvielfalt. In Berlin beschäftige ich mich als Mitglied des Gesundheitsausschusses hauptsächlich mit Gesundheitspolitik. Im Wahlkreis bin ich Ansprechpartner für alle Themen, die den Menschen Sorgen bereiten.“  

Macht es wirklich immer Spaß? 

Roy Kühne freut sich über den Austausch mit Menschen, das merkt man. Trotzdem gibt es eine Sache, die ihn nervt: „wenn Politiker für alles verantwortlich gemacht werden, ohne dass sich die schimpfenden Personen im Rahmen ihrer Möglichkeiten für eine Verbesserung der Situation einsetzen.“ Was nicht heißt, dass er keine Kritik verträgt: „Für konstruktive Kritik bin ich immer offen und ich wünsche sie mir sogar.“ Und das klingt durchaus wie eine Einladung.

Über Roy Kühne

Roy Kühne, 51, sitzt seit sechs Jahren für die CDU/CSU im Bundestag. Er ist studierter Sporttherapeut und Physiotherapeut – kein Wunder also, dass er Mitglied des Ausschusses für Gesundheit ist. Außerdem ist er stellvertretendes Mitglied im Sportausschuss, im Auswärtigen Ausschuss und im Ausschuss für Digitale Agenda. Mehr erfahrt ihr auf seinem Bundestagsprofil.

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