Engagement

Was wirklich wichtig ist

21.08.2019 – Viele Menschen in Deutschland setzen sich für andere ein: in Vereinen, Projekten, Initiativen. Die Politik unterstützt sie dabei – und diskutiert immer wieder neue Ideen.
Demonstration, Schild mit der Aufschrift "Vielfalt" und dem durchgestrichenen Wort "Einfalt"
Für Vielfalt demonstrieren hier Magdeburger auf der „Meile der Demokratie“. © Jens Wolf/dpa

Über Demokratie aufklären, den Opfern extremistischer Gewalttaten helfen oder anerkannte Flüchtlinge in die Gesellschaft integrieren – das alles sind Möglichkeiten, sich für die Demokratie, Gewaltfreiheit und die Gesellschaft einzusetzen. Und das geschieht überall in Deutschland in unzähligen Projekten. 

Über 600 solcher Projekte unterstützt das bundesweite Programm „Demokratie leben!“. Ende des Jahres läuft es aus. Ein Folgeprogramm ist aber in der Planung, denn das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) hat beschlossen, die Förderung fortzusetzen. Wie genau, dafür wurden im Unterausschuss „Bürgerschaftliches Engagement“ des Bundestages Ideen gesammelt. 

Derweil hat die Grünen-Fraktion einen Antrag vorgelegt, in dem eine ganze Reihe von Vorschlägen aufgezählt sind, was die Bundesregierung noch tun könnte, um engagierte Bürger zu unterstützen. 

„Demokratie leben!“ 

Das Programm der Bundesregierung will ein „vielfältiges, gewaltfreies und demokratisches Miteinander“ fördern. 115,5 Millionen Euro werden 2019 in diesem Sinne an Initiativen, Vereine und engagierte Bürger vergeben. 

Um Impulse für das Folgeprogramm zu sammeln, hat der Unterausschuss „Bürgerschaftliches Engagement“ Beteiligte eingeladen, die über ihre bisherigen Erfahrungen mit „Demokratie leben!“ berichteten. 

Thomas Heppener etwa, der im Familienministerium für das Thema Demokratieförderung zuständig ist, sagte, für die Weiterentwicklung des Programms sei es wichtig, Projektträger vor Ort noch mehr zu unterstützen. Sie wüssten schließlich am besten, welche Art von Engagement in ihrer Region besonders helfe. 

Christian Lüders vom Deutschen Jugendinstitut betonte, dass besonders junge Initiativen gefördert werden sollten. Das Programm sei insbesondere für junge Menschen geeignet. 

Weitere Ideen 

Vor neun Jahren, im Oktober 2010, hat die Bundesregierung eine Engagementstrategie aufgesetzt. Darin haben CDU/CSU und SPD formuliert, wie sie die ehrenamtliche Tätigkeit der Menschen unterstützen möchten – sei es im Sportverein, bei der freiwilligen Feuerwehr oder im Sozialbereich. Das anstehende Jubiläum haben die Grünen zum Anlass genommen, in einem Antrag festzuhalten, wie man die Strategie auffrischen könnte. 

Denn, so heißt es im Antrag, die Strategie gleiche „einem Flickenteppich von nebeneinander laufenden Programmen“; sie sei außerdem zu unkoordiniert und es sei schwer festzustellen, welche Wirkung sie überhaupt hätte. Die Strategie müsse deshalb grundlegend erneuert werden. Dabei geht es der Fraktion um vier Bereiche: die rechtlichen Bedingungen, die Digitalisierung, die Schulen und das Einbinden aller Menschen.

Engagement an Schulen 

Viel ungenutztes Potential sehen die Grünen auch im Bereich der Schulen und Hochschulen. Immerhin würden dort sehr, sehr viele junge Menschen erreicht. Deshalb schlägt die Fraktion vor, die Freiräume im Rahmen der Ganztagsschule besser zu nutzen und das „Service Learning“ zu etablieren. Dabei wird das Lernen einer neuen Fähigkeit mit der Ausübung von bürgerschaftlichem Engagement verbunden. Zum Beispiel besuchen Grundschüler, wenn sie lesen lernen, ein Seniorenheim in ihrer Nähe und veranstalten dort einen Lesenachmittag. 

Um all diese Ideen umzusetzen und möglichst alle Menschen in Deutschland einzubinden, fordern die Grünen die Einrichtung einer „Deutschen Engagementsstiftung“

Der Antrag wurde bis jetzt noch nicht im Plenum beraten. Die Meinungen der anderen Fraktionen zu den Vorschlägen stehen noch aus. mitmischen.de wird berichten. 

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