Tag der Begegnung

Frühstück mit großen Fragen

30.09.2016 – "Krieg und Frieden" lautete das Oberthema bei den "Tagen der Begegnung" im Bundestag. Jugendliche aus ganz Deutschland hatten die Möglichkeit mit Abgeordneten aller Fraktionen über Werte in der Politik zu diskutieren – und über VIP-Tickets.
Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert begrüßt die Teilnehmer der "Tage der Begegnung" im Bundestag. © Achim Melde

Mit Abgeordneten diskutieren, die Arbeit des Parlaments live erleben und zu den ganz großen Fragen diskutieren – das konnten Jugendliche aus ganz Deutschland an den "Tagen der Begegnung" in Berlin. Vom 21. bis zum 23. September durften die Teilnehmer an Workshops, Diskussionen und Veranstaltungen zum Thema Glauben, Werte und Politik im Bundestag teilnehmen.

Drei Tage lang stellten die Jugendlichen den Politikern ihre Fragen: Was haben Glaube und Politik miteinander zu tun? Wie kann Politik für junge Menschen gestaltet werden? Und dürfen Abgeordnete VIP-Tickets annehmen?

Gespannt auf Bundestagspräsidenten

"Es ist spannend, die Meinungen der Politiker so zu hören", findet Anna-Lena (20), "und nicht nur das, was man von ihnen immer im Fernsehen sieht". Sie ist zusammen mit Laura (17) von dem Pastor ihrer Gemeinde auf die Veranstaltung aufmerksam gemacht worden. Und auch Johnny (19), der in seiner Heimat Hildesheim eine Stadt-Schüler-Vertretung gegründet hat, freut sich auf den direkten Dialog mit den Abgeordneten.

Mit Spannung erwarteten alle die Begrüßung des Bundestagspräsidenten Prof. Dr. Norbert Lammert (CDU), dem Schirmherrn der Veranstaltung. "Nur die Fußballmannschaft im Bundestag ist älter als die 'Tage der Begegnung'. Deshalb beteilige ich mich seit langer Zeit und sehr gern an beiden Institutionen", eröffnete er die Veranstaltung. Damit hatte der Präsident des Deutschen Parlaments das Eis gebrochen und die jungen Zuhörer auf seiner Seite.

Oberthema "Krieg und Frieden"

Auch ernste Fragen um "Krieg und Frieden", dem inoffiziellen Oberthema der "Tage der Begegnung", sprach Lammert an. Wie im Fall von Syrien glaube er nicht, dass es ein Patentrezept zur Lösung gebe, aber dass alle Politiker nach Antworten suchen müssen. "Die Delegation von Verantwortung reicht dabei nicht aus", sagte er.

Auf Einladung der Bundestagsabgeordneten Hartmut Koschyk und Steffen Bilger (beide CDU/CSU), Dietmar Nietan (SPD) und Friedrich Ostendorff (Bündnis 90/ Die Grünen) stellten sich Politiker und Experten aus der Wirtschaft den Fragen der Jugendlichen. So gab es am zweiten Tag Gesprächsrunden zu Themen wie "Christ sein und Politik", "Krieg und Frieden – im Blick auf Armenien" oder "Politik für junge Menschen". In den Workshops und auch bei Treffen am Abend konnten die Jugendlichen mit Politikern aller Fraktionen in Kontakt kommen und auch ganz persönlich nachfragen.

Beim Kaffee mit Politikern

"Das Besondere an den Tagen der Begegnung ist, dass wir Abgeordnete im Gespräch mit den Jugendlichen ihre Sicht auf die Dinge mitbekommen können", sagte Dietmar Nietan (SPD). "Wir müssen mit den Menschen reden und ihnen zuhören".

Wie auch Eric (25), der über einen Abgeordneten aus seiner Heimat in Baden-Württemberg von den Tagen der Begegnung erfahren hat, freuen sich viele besonders auf das Frühstück am letzten Tag in Berlin. Dort können die Teilnehmer mit über 40 Vertretern des Parlaments bei einem Kaffee diskutieren. Denn die Jugendlichen haben viele spannende Fragen, nicht nur zum Thema "Krieg und Frieden".

Ein Junge möchte wissen, wie die Politiker die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) bewerten. Eine andere Teilnehmerin fragt, was die Wahlerfolge von populistischen Parteien bei den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin für die Politik bedeuten. Und generell wollen viele wissen, was junge Leute tun können, um mehr an der Politik teilzunehmen.

"Ich muss etwas tun"

"Es ist klasse, dass wir hier fraktionsübergreifend diskutieren können", sagte Nicolas (19), der auch in seiner Heimatstadt politisch aktiv ist. "Aber es wäre noch besser, wenn wir mit debattieren und abstimmen könnten – wie bei einem Jugendparlament".

Verantwortung übernehmen und handeln, das findet auch Prof. Dr. Norbert Lammert wichtig. Er zitiert Hans Fritz Scholl, den Widerstandskämpfer zur Zeit des Nationalsozialismus und Bruder von Sophie Scholl, ebenfalls Widerstandskämpferin: "Nicht: Es muss etwas geschehen. Sondern: Ich muss etwas tun".

Laura Heyer

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