Weltraumwetter

Droht Gefahr aus dem All?

12.08.2020 – Auch im Weltraum gibt es Wetter. Und das kann uns Erdbewohnern gefährlich werden. Mit Strahlen, Satelliten und Sonnenstürmen beschäftigte sich kürzlich sogar der Bundestag.
Grünes Nordlicht am Himmel von Norwegen
In Norwegen kann man die Auswirkungen des Weltraumwetters manchmal als sogenanntes Nordlicht beobachten. © shutterstock.com/Peter Baumgartner

"Grün und violett schimmern die Lichter wie bunte Zuckerwatte am tiefblauen Nachthimmel über Nordnorwegen. Aurora borealis, Polarlichter oder Nordlichter werden die Lichterscheinungen genannt, von denen all jene schwärmen, die sie mal erblickt haben. Das Naturphänomen, das der Tourismusbranche und Polarreisenden Glücksmomente beschert, bereitet Wissenschaftlern und Raumfahrtexperten dagegen eher Unbehagen. Deutet es doch auf erhöhte Sonnenaktivitäten und Sonneneruptionen hin." So stimmt die Europäische Weltraumorganisation ESA (European Space Agency) die Leser ihrer Website auf das folgenschwere Thema Weltraumwetter ein.

Was ist Weltraumwetter?

Die Sonne gibt Ströme geladener Teilchen ab, die Fachleute „Sonnenwinde“ nennen. Diese Teilchen können das Magnetfeld unseres Planeten beeinflussen. Zudem gibt es weitere energiereiche Teilchen im All, die sich auf unsere Weltraumregion auswirken. Ein Beispiel dafür ist die galaktische kosmische Strahlung. All diese Teilchen zusammen schaffen bestimmte Bedingungen im Weltraum, das so genannte „Weltraumwetter“.

Was hat das mit der Erde zu tun?

Man könnte sich jetzt fragen, was uns das überhaupt angeht. Schließlich haben wir hier auf der Erde unser eigenes Wetter. Hat das Weltraumwetter auf die Erde oder auf uns selbst einen Einfluss? Manchmal schon. Das Wetter im Weltraum kann unser Leben verändern. Es ist wichtig, das „außerirdische“ Wetter zu verstehen, damit zum Beispiel Gefahren rechtzeitig erkannt und Schutzmaßnahmen getroffen werden können.

Ein Beispiel: Wenn es auf der Sonne besonders stark stürmt und solare Teilchenlawinen auf die Erde prasseln, können die Folgen vielfältig – und schlimmstenfalls gravierend – sein. Computer spielen verrückt, Stromnetze brechen zusammen und Navigationssysteme funktionieren nicht mehr richtig. Es ist wichtig, auf so ein Szenario vorbereitet zu sein.

Ein unvorhergesehener Blackout, also das Zusammenbrechen der Infrastruktur, könnte für die Gesellschaft gefährlich werden. Fällt zum Beispiel der Telekommunikationssektor für mehrere Stunden aus, fällt damit auch eine der wichtigsten Infrastrukturen unserer modernen Gesellschaft weg. Im schlimmsten Fall könnte das Leben kosten.

Woher wissen wir, wie das Weltraumwetter wird?

In Deutschland ist das Weltraumlagezentrum in Uedem in Nordrhein-Westfalen dafür verantwortlich, Daten zum Weltraumwetter zu sammeln. Das passiert mit Hilfe von Messsystemen, die sich sowohl auf der Erde als auch auf Satelliten befinden können. Die Daten werden dem Melde- und Lagezentrum von Bund und Ländern in Uedem in regelmäßigen Abständen mitgeteilt. Dieses Meldezentrum ist Teil des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Auch Daten der European Space Agency ESA und der amerikanischen Ozean- und Atmosphärenbehörde (NOAA) werden dabei berücksichtigt. Aus all diesen Informationen können im Notfall Maßnahmen zur Gegenabwehr abgeleitet werden.

Im Bundestag thematisierte die AfD-Fraktion das Weltraumwetter und stellte dazu eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung.

Wie das mit Kleinen und Großen Anfragen funktioniert und warum sie wichtig sind, erfahrt ihr in unserem Video:

Die AfD wollte in ihrer Kleinen Anfrage unter anderem wissen, mit welchen Institutionen die Bundesregierung beim Thema Weltraumwetter in Kontakt steht, ob es weitere Erkenntnisse zu Sonnenstürmen und deren Auswirkungen auf Europa gibt und ob der Bundesregierung Erkenntnisse darüber vorliegen, ob Sonnenaktivitäten das Weltklima und die Erderwärmung beeinflussen.

Die ausführlichen Antworten der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der AfD findet ihr hier.

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