USA-Stipendiat

Theodor, 20 Jahre, West Virginia

28.08.2018 – Theo aus Bayern ist schnell gerannt, weit gereist und hat viel gegessen. Außerdem hat er sich eingehend mit den Zwischenwahlen beschäftigt. Lest mehr über das Jahr des Bundestags-Stipendiaten in den USA in seinem Blog.

Dezember 2018: Ein sportliches Jahr

Seit ich 12 Jahre alt bin, bin ich Imker und habe mich daher entschieden, auch in den USA einem Imkerverein beizutreten. Ende September war in Princeton, einer Nachbarstadt, ein Herbstmarkt. Dort habe ich dann mit dem örtlichen Imkerverein Honig verkauft und über Bienen und Deutschland informiert. Die Leute im Imkerverein sind sehr nett und wir treffen uns jeden Monat ein Mal. Insgesamt ist es interessant zu erfahren, welche Unterschiede es zwischen der Deutschen und amerikanischen Bienenhaltung gibt.

Am letzten Sonntag im September war ich dann zusammen mit ein paar anderen Studenten vomBluefield State College White Water raften, auf dem Gauley River. Das hat sehr viel Spaß gemacht, vor allem weil der Fluss durch ein schönes Hügel-Fels-Tal führt, und es da noch sehr warm war.

Hochzeit mit Hot Dogs

Anfang Oktober war ich zusammen mit meiner Host-Family auf einer Hochzeit einer Verwandten. So habe ich auch einmal eine amerikanische Hochzeit erlebt, auch wenn es wahrscheinlich keine typische war. Die Hochzeit war auf einem Berggipfel, mit sehr guter Aussicht, es ging erst um 17.30 Uhr los und dauerte gerade mal 20 Minuten. Danach gab es Hot Dogs, Hamburger und eine Hochzeitstorte. Kurios fand ich auch, dass sich die Brautleute das erste Stück der Hochzeitstorte um den Mund geschmiert haben. Nach drei Stunden sind wir wieder nach Hause gegangen.

Cascade Falls und Fallschirmspringen

Während der nächsten Woche ist Thies Schröder, ein Teilnehmer des 32. Parlamentarischen Patenschaftsprogramms, zu Besuch gekommen. Mit seiner Hilfe haben wir meine Volunteer-Work in der Bluefield Union Mission arrangiert. Seitdem leiste ich wöchentlich Freiwilligenarbeit. Außerdem haben wir einige Ausflüge unternommen, wie zu den Cascade Falls. Dank eines warmen Tages konnten wir dort sogar schwimmen gehen.

Am 20.Oktober war Bridge-Day in West Virginia. Der Bridge Day ist mit über 100.000 Teilnehmern das größte Volksfest in West Virginia. Die Brücke ist eine der höchsten Brücken der Welt. Am Bridge Day ist sie für den Verkehr gesperrt und zugänglich für Besucher. Die Hauptattraktion sind die spektakulären Fallschirmsprünge von der Brücke ins Tal.

Teilnehmer des Monats

Am 24. Oktober war United Nations Day. Dafür hat die International Students Organization eine Feier für alle Studenten organisiert. Studenten aus über 13 Ländern präsentierten ihr Land dem Publikum und bereiteten ländertypische Speisen zu. Ich habe mich entschieden, eine bayerische Spezialität, nämlich Obazden (Käseaufstrich) zu machen, was sehr gut ankam.

Anfang November habe ich eine E-Mail vom US-Außenministerium bekommen, in der ich aufgrund meines Engagements in Bluefield als Teilnehmer des Monats ausgezeichnet werde. Ich habe sogar eine Art Urkunde bekommen.

Theo - der Auserwählte

Ein weiterer Programmteil des Parlamentarischen Patenschafts-Programms für junge Berufstätige ist das Congressional-Internship-Program (CIP). Die Austauschorganisation Cultural Vistas stellt für alle 75 jungen Berfstätigen fünf Praktikumsplätze zur Verfügung. Die fünf Auserwählten werden für sechs Wochen ein Praktikum im Büro eines Kongress- oder Senatsabgeordneten absolvieren und so die US-Politik hautnah erleben können.

Ende Oktober wurde ich darüber informiert, dass ich in der finalen Auswahl bin. Nachdem ich auch das Telefoninterview absolviert hatte, musste ich noch ein paar Tage warten, ehe ich dann Anfang November informiert wurde, dass ich als Teilnehmer ausgewählt wurde.

Athlet des Monats

Die Cross-Country Saison hier mitzuerleben, war eine Freude für mich. Seit September haben wir fünf Wettkämpfe absolviert und in jedem Wettkampf war ich der Teamschnellste. Deshalb wurde ich im September zum Athleten des Monats gekührt.

Am 7. November fand unser letzter Wettkampf der Saison statt, nämlich die Conference-Meisterschaften. Dafür sind wir neun Stunden nach Virginia Beach gefahren. Der Wettkampf fand erst am Freitag statt, so hatte ich am Donnerstag Zeit, Virginia Beach zu erkunden.

Am Freitag sind wir im 8 km-Crosslauf gegen 20 andere Collegeteams angetreten. Für mich war es ein sehr erfolgreiches Rennen. Ich bin als siebter von 150 Teilnehmern ins Ziel gekommen, mit einer ordentlichen Zeit von 27:30 Minuten. Die ersten sieben wurden ausgezeichnet als "First Team All-America", eine prestigeträchtige Auszeichnung. Damit bin ich der erste Cross-Country Läufer in der Geschichte von Bluefield State, dem das gelungen ist. Die Teamwertung war mit Gesamtplatz 12 zwar nicht so gut, dennoch war mein Coach mit dem Wettkampf zufrieden.

Raketen und Ponys

Eine Woche später bin ich dann zusammen mit dem Bland County High-School Thin-Sat Team, bei dem ich freiwillig helfe, elf Stunden nach Wallops Island zum Virgninia Space Center gefahren. Unser Team hat einen Satelliten gebaut, der an Bord einer Rakete zur Internationalen Raumstation gebracht wurde. Deshalb wurden wir dorthin eingeladen.

Wir hatten die Gelegenheit, uns im Visitor-Center über die NASA Missionen und die Technik zu informieren und den Raketenstart live mitzuerleben. Da der Raketenstart wegen des schlechten Wetters um zwei Tage verschoben wurde, hatten wir die Gelegenheit, im nahegelegenen Naturschutzreservat Chincoteage und Assanteage Island, das für seine wilden Ponys bekannt ist, Sightseeing zu machen.

Essen und essen

Ende November habe ich mein erstes Thanksgiving mit meiner Gastfamilie gefeiert. Wir haben am Vormittag die Vorbereitungen für das Thanksgiving Dinner begonnen. Neben dem 21 Pound schweren Truthahn gab es Stuffing (Füllung), Kartoffelbrei, Austern, Erbsen, Süßkartoffeln, Cranberry-Soße, und als Nachtisch Pumpkin Pie. Davor noch eine kleine Vorspeise. Kurz gesagt, ein riesengroßes Dinner, bei dem sich die gesamte Familie trifft und gemeinsam eine tolle Zeit verbringt. Mir hat es sehr gefallen und es war interessant, diesen Brauch kennenzulernen.

November 2018: So hat Theo die Wahl erlebt

Anfang November haben in den USA Zwischenwahlen stattgefunden, bei denen der Senat (zum Teil) und das Repräsentantenhaus neu gewählt wurden. Ich möchte hier berichten, wie ich die Zwischenwahlen in West Virginia erlebt habe, einem der konservativsten Staaten in den USA.

Wahlkampf mal anders

Zum Fernsehwahlkampf kann ich leider nichts berichten, da meine Gastfamily, untypischerweise für die USA, keinen Fernsehanschluss hat. Eine andere Art des Wahlkampfes ist das Plakatieren am Straßenrand. Egal, ob auf großen Leinwänden oder auf kleinen Schildern, überall konnte man sehen, dass bald Wahlen sind. Was ich besonders bemerkenswert fand ist, dass in vielen Vorgärten Wahlwerbung zu sehen war.

Aber die eben beschriebenen Arten sind mehr oder weniger auch in Deutschland bekannt. Folgende Art des Wahlkampfes kenne ich aus Deutschland nicht: Egal, mit welchem Werbemittel, überall wurde Negativwerbung für den jeweils anderen Kandidaten gemacht. Ganz getreu dem Motto: Wenn ihr meinen Kontrahenten wählt, wählt ihr den Teufel und habt die Hölle auf Erden.

Insgesamt kann ich zum Wahlkampf sagen, dass er viel intensiver und mit wesentlich mehr Aufwand geführt wird. Für die Senatswahl zum Beispiel wurden in West Virginia von beiden Kandidaten zusammen 16 Millionen US-Dollar investiert.

Wählen am Automaten

Trotz dieses Aufwands ist die Wahlbeteiligung vergleichsweise gering. Nur 47 Prozent der Wahlberechtigten haben in den Midterm-Elections ihre Stimme abgegeben, was allerdings der Höchststand seit 50 Jahren war. Zum Vergleich: Bei der Bundestagswahl 2017 lag die Wahlbeteiligung bei 71,5 Prozent. Ich hatte am Wahltag die Möglichkeit einen Freund bei der Wahl zu begleiten.

In den Wahllokalen haben die Wahlhelfer, die zur Hälfte aus Demokraten und zur Hälfte aus Republikanern bestehen müssen, eine Liste mit allen Wahlberechtigten. Man muss seinen Pass vorzeigen und unterschreiben. Es gibt keinen Wahlschein, wie in Deutschland, der abgegeben werden muss. Wenn man unterschrieben hat, wird man zum Wahlautomaten begleitet, dieser wird dann freigegeben und man kann mit dem Wählen beginnen.

"I voted today"

Dieses Jahr standen in Mercer County ein Senator, der Repräsentant des Districts, zwei State Supreme Court Richter, das West Virginia House of Delegates, der State Senate und der County Comissioner zur Wahl.

Nachdem man seine Stimme abgegeben hat, bekommt jeder einen Aufkleber mit der Beschriftung: "I voted today" um andere zu motivieren, auch wählen zu gehen. Außerdem hatte ich am Wahltag die Möglichkeit, den Mercer County Clerk Verlin Moye zu treffen. Ein County-Clerk ist unter anderem für die Durchführung von Wahlen zuständig. Er hat mir erzählt, dass es 14.000 registrierte Demokraten, 11.000 registrierte Republikaner und 17.000 unabhängige Wähler in Mercer County gibt.

Außerdem hat er mir erklärt, wie die Auszählung funktioniert und kontrolliert werden kann, dass die Wahlautomaten nicht manipuliert werden. Ein wesentlicher Vorteil der Wahlautomaten ist, dass die Auszählung der abgegebenen Stimmen schneller geht. In Mercer County stand bereits 1,5 Stunden nach Schließung der Wahllokale das vorläufige amtliche Wahlergebnis fest.

Demokraten vs. Republikaner

Am meisten habe ich mich für die Wahl des U.S. Senats und des Repräsentantenhauses interessiert. Ein U.S.-Senator wird regulär für sechs Jahre gewählt. Der Vertreter West Virginias im Senat ist der demokratische Seniorsenator Joe Manchin. Er hat seinen Sitz seit 2010 inne und stand auch in diesem Jahr wieder zur Wahl. Er war zuvor bereits zwei Amtszeiten Gouverneur von West Virginia und nachdem, was ich Gesprächen entnehmen konnte, ein ziemlich beliebter Politiker in West Virginia.

Donald Trump hat West Virginia 2016 mit einem Vorsprung von 42 Prozent gewonnen. Fünf Mal innerhalb eines Jahres hat der Präsident Wahlkampf für Patrick Morrisey, den republikanischen Herausforderer gemacht. Der war vor seinem politischen Engagement Lobbyist für die Pharmaindustry und stammt ursprünglich aus New Jersey. 46 Prozent der West Virginians haben ihm seine Stimme gegeben. Genug waren es dennoch nicht, Joe Manchin konnte seinen Sitz halten.

Spannendes Rennen

Das Rennen um den Sitz im Repräsentantenhaus war genauso spannend. Der Demokrat Richard Ojeda trat gegen die Republikanerin Carol Miller an. Der Sitz in meinem District war seit Mai unbesetzt. Richard Ojeda hat sehr viel Wahlkampf betrieben. Carol Miller hingegen hat kaum Wahlkampf gemacht und sich vor allem darauf berufen, dass sie Präsident Trump in allem unterstützt, was im konservativen West Virginia von Vorteil ist. Die Wähler ignorierten das hohe Engagement von Richard Ojeda und wählten Carol Miller für die nächsten zwei Jahre ins Amt.

Theo hofft für Demokraten

Ich bin sehr froh, dass ich in einem Wahljahr in den USA sein durfte und diesen sehr spannenden Prozess hautnah miterleben konnte. Nach vielen Gesprächen mit einheimischen Leuten glaube ich, dass es eine gute Wahl für die Demokratie gewesen ist. Zwar haben die Demokraten nicht die Mehrheit im U.S. Senat zurückgewonnen, aber immerhin im Repräsentantenhaus. Was nach Einschätzung vieler Einheimischer und Experten das Beste für das politische System in den USA ist. So müssen beide Parteien in Zukunft wieder Kompromisse finden und es wird hoffentlich Politik für eine Mehrheit der Amerikanerinnen und Amerikaner gemacht.

September 2018: Lernen, laufen, Limotrinken

Seit einem Monat bin ich nun in Bluefield. Mit der Gastfamilie, meinem 71-jährigen Host John und seiner Schwester Elizabeth, verstehe ich mich sehr gut. Außerdem lebt in der Familie noch ein zweiter Deutscher. Alexander kommt aus dem Ruhrgebiet und hat am Bluefield State CollegeRechtswissenschaften studiert und macht jetzt ein einjähriges Praktikum in einer Rechtsanwaltskanzlei vor Ort.

Nachdem ich am 10. August in Bluefield angekommen bin, ging am Montag gleich das College los. Ich besuche für ein Semester das Bluefield State College, das im ganzen Bundesstaat für sein Engineering-Programm, also Ingenieur-Programm, bekannt ist. In dieser Woche haben wir die ersten Prüfungen geschrieben.

Ganz schön viel zu lernen

Das Studium ist eher mit klassischem Schulunterricht in Deutschland als mit einem Studium zu vergleichen. In den Vorlesungen sind maximal 20 Studenten und man bekommt in jedem Fach mindestens einmal pro Woche Hausaufgaben, die bewertet werden und mit bis zu 25 Prozent in die Gesamtnote einfließen.

Meine Kurse sind Solid State Electronics, Circuit Analysis, Basic Communication und English Composition. Damit bin ich gut ausgelastet. Besonders schwer sind die Kurse zwar nicht, da ich das meiste schon während meiner Ausbildung gelernt habe, aber die Hausaufgaben nehmen immer einige Zeit in Anspruch.

Kirchgang am Sonntag

Außerdem bin ich noch im Cross-Country-Team des Colleges, mit dem ich mich jeden Abend zum Training treffe. Meine Befürchtungen, dass die Sprache für mich ein großes Problem wird, hat sich glücklicherweise nicht bewahrheitet, und ich fühle mich bisher sehr wohl am College.

Auch die Wochenenden sind im letzten Monat immer sehr ereignisreich gewesen. Jeden Sonntag gehe ich mit meiner Gastfamilie in die Kirche. Am ersten Wochenende nach meiner Ankunft bin ich mit dem Tennisteam des Colleges zu einem NASCAR-Race (National Association for Stock Car Auto Racing) nach Bristol in Tennesee gefahren.

Limo für alle

Dort hatte ich die Gelegenheit, als Volunteer zu arbeiten, also als ehrenamtlicher Helfer. Das war ein sehr interessantes Event, denn bei einem NASCAR-Race fahren 20 Autos auf einer 800 Meter langen Runde in einem Stadion mit 100.000 Menschen 500 Mal im Kreis. Mit der Zeit wurde es etwas langweilig, war aber dennoch einen Besuch wert.

Am darauffolgenden Wochenende war in Bluefield ein 5-Kilometer-Straßenlauf anlässlich des Lemonadefestivals. Das Lemonadefestival findet immer Ende August statt und hat seinen Namen daher, dass es, wenn die Temperatur in Bluefield über 90 Grad Fahrenheit (32,2 Grad Celsius) steigt, kostenlose Limonade für alle Bürger gibt. Ich habe an dem Lauf teilgenommen und wurde Zweiter hinter Abraham Kiplagat, einem Kenianer, der 2010 beim ISTAF in Berlin (Leichtathletikveranstaltung) beim 800 Meter Lauf den dritten Platz belegte.

Tennis in New York

Das Labour Day Weekend war besonders lang, der Montag nach dem Wochenende war ebenfalls frei, wie bei uns der 1. Mai. Am Samstagmorgen bin ich mit dem Tennisteam neun Stunden nach New York zu den US Open gefahren. Am Sonntag haben wir uns dort drei Achtelfinale angesehen. Am Abend sind wir noch mit der U-Bahn zum Times Square gefahren, ehe es am Montagmorgen wieder zurück nach Hause ging.

Am letzten Wochenende hat in Bluefield eine 9/11 Gedenkveranstaltung stattgefunden und der Gouverneur von West Virginia, Jim Justice, hat sich dafür angekündigt. Ich war zusammen mit meinem Host dort und hatte die Gelegenheit, ein paar Minuten mit dem Gouverneur zu sprechen und ein Foto zu machen.

August 2018: Ich bin Theo!

Hallo, mein Name ist Theodor. Ich bin 20 Jahre alt, komme aus Neuses bei Scheinfeld (Bayern), einem 50-Einwohner-Dorf, und habe eine Ausbildung zum Elektroniker für Geräte und Systeme gemacht. Schon während meiner Ausbildung kam ich auf den Gedanken, einmal ins Ausland zu gehen, um meine Sprachkenntnisse zu verbessern, aber vor allem um Einblick in andere Kulturen und Länder zu bekommen.

Viele Blickwinkel

Meiner Meinung nach muss man die Welt aus verschiedenen Blickwinkeln sehen. Man sollte Verständnis für andere Kulturen aufbringen, andere Denkweisen kennenlernen, um Entscheidungen besser nachvollziehen und um Halbwahrheiten richtig stellen zu können. Ich bin schon immer politisch interessiert gewesen. 2016 habe ich am Planspiel Jugend und Parlament des Deutschen Bundestages teilgenommen.

Sorgen vor der Abreise

Dabei bin ich auf das Parlamentarische-Patenschaftsprogramm (PPP) für junge Berufstätige aufmerksam geworden. Nachdem ich mich genauer darüber informiert habe, habe ich festgestellt, dass dieses Programm optimal für mich ist. Einerseits bekomme ich durch das Einführungs- und Zwischenseminar einen optimalen Einblick in die Politik Amerikas, und andererseits lerne ich bei meiner Gastfamilie die örtliche Kultur kennen und während des Studiums und der Praktikumsphase das amerikanische Bildungssystem und die Arbeitswelt dort.

Kurz vor der Abreise hatte ich dann allerdings schon einige Sorgen, schließlich werde ich ein ganzes Jahr weit weg von Zuhause verbringen. Werde ich das College gut meistern? Werde ich die Professoren und den neuen Unterrichtsstoff verstehen? Werde ich Anschluss finden? Werde ich mich verständigen können? Werde ich ab Januar einen Job finden? All diese Fragen habe ich mir gestellt.

New York in drei Tagen

Dann war er da, der Tag der Ausreise. Am 7. August sind wir, die 75 Teilnehmer des Berufstätigen-PPPs gemeinsam von Frankfurt nach New York geflogen. Die 7,5 Stunden Flug vergingen recht schnell. In New York angekommen, sind wir zusammen mit einem Bus nach Manhattan gefahren. Aber erst als ich die Skyline gesehen habe, habe ich realisiert, dass wir jetzt in den USA sind und hier auch für ein Jahr bleiben werden.

Die drei Tage in New York vergingen wie im Flug. Das lag vor allem daran, dass sie so ereignisreich waren. Zwei Tage lang hatten wir jeweils bis zum Nachmittag das Orientierungsseminar im amerikanischen Außenministerium, direkt gegenüber dem Gebäude der Vereinten Nationen. Danach besichtigten wir in Kleingruppen bis spät in die Nacht die bekanntesten Sehenswürdigkeiten von New York.

Auf nach Bluefield

Zum Beispiel war ich im Central Park, dem Highline Park, im Rockefeller Center (Einkaufszentrum), auf der Brooklyn Bridge (Hängebrücke), bei der Freiheitsstatue, bei der Skyline vom East River, dem One World Trade Center, dem 9/11 Memorial, bei der New York Stock Exchange (Wallstreet), und es gibt noch viel mehr zu sehen.

Am 10. August ging es dann weiter zum jeweiligen neuen Wohnort: also bei mir nach Bluefield in West Virginia. Und was ich dort bisher erlebt habe, erfahrt ihr in meinem nächsten Beitrag.

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