Es geht los: Jugendbegegnung 2026
Ankommen und Losfahren
Marejke Tammen
Kaum in Berlin angekommen, geht es für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der diesjährigen Jugendbegegnung bereits am ersten Abend weiter nach Fürstenberg/Havel – ins ehemalige Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück. Was sie dort erwartet und welche spannenden Begegnungen und Aktivitäten sonst noch auf dem Plan stehen? Lest selbst!
Wie immer gibt es bei der Jugendbegegnung viele spannende Programmpunkte: Diesmal unter anderem ein Aufenthalt in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück, ein Besuch im Jüdischen Museum Berlin, die Teilnahme an der Gedenkstunde im Bundestag und eine Podiumsdiskussion mit der Holocaust-Überlebenden Tova Friedman. © picture alliance / Caro | Conradi; Roman März; DBT/Thomas Köhler / photothek; picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Ted Shaffrey
Fünf Tage voller Begegnungen, emotionaler Momente und intensiver Gespräche liegen vor den 70 jungen Erwachsenen, die an diesem Freitagnachmittag im Deutschen Bundestag zusammenkommen. Sie kennen sich nicht, sind zwischen 17 und 24 Jahre alt und kommen aus den unterschiedlichsten Ecken Deutschlands und Europas. Manche von ihnen absolvieren einen Freiwilligendienst, andere studieren schon oder machen eine Ausbildung. Und trotzdem haben sie eines gemeinsam: Sie alle wollen verhindern, dass die Gräueltaten des Nationalsozialismus in Vergessenheit geraten. Deshalb sind sie hier.
Ravensbrück und die Erinnerung an jüdisches Leben in Deutschland
Was sie erwarten wird? Ein straffes Programm – so viel ist klar! Das Thema der diesjährigen Jugendbegegnung: die Verfolgung von Kindern und Frauen im Nationalsozialismus. Dafür geht es noch am selben Abend nach Fürstenberg/Havel, ins ehemalige Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück. Zwei Tage lang werden die jungen Erwachsenen in der heutigen Mahn- und Gedenkstätte verbringen und sich mit der Zwangsarbeit von Frauen und Kindern in der NS-Zeit befassen. Sie werden Workshops besuchen, einen Vortrag zur Traumatisierung von Kindern hören und ein Zeitzeugengespräch mit Emmie Arbel und Barbara Yelin führen.
Es wird sicher nicht einfach sein, das Erlebte zu verarbeiten. Doch viel Zeit zum Verschnaufen wird nicht bleiben. Zurück in Berlin erwartet die jungen Erwachsenen ein Besuch im Jüdischen Museum Berlin. Wie sah das jüdische Leben in Deutschland nach 1945 aus? Wie steht und stand es um die Menschenrechte im Kontext der deutsch-jüdischen Geschichte? Und mit welchen Vorurteilen müssen Jüdinnen und Juden noch heute kämpfen? Mit diesen Fragen setzen sich die jungen Erwachsenen in Führungen und Workshops auseinander. Im Anschluss geht es bei einer Podiumsdiskussion außerdem um die Frage: Wie funktioniert Erinnerungskultur in den sozialen Medien?
Gedenkstunde und Podiumsdiskussion mit Tova Friedman
Am Dienstag, dem vorletzten Tag der fünftägigen Begegnung, besuchen die jungen Erwachsenen das Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit in Berlin-Schöneweide und gehen dort auf Spurensuche. Wer waren die Inhaftierten? Warum wurden sie zu Zwangsarbeit verpflichtet? Und wie erging es ihnen? Am Abend geht es zurück in den Bundestag, wo sie an der Eröffnung der Ausstellung „An eine Zukunft glauben – Jüdische Biografien in der Gründergeneration des Deutschen Bundestages“ teilnehmen. Die Ausstellung erinnert an Abgeordnete, die als Jüdinnen und Juden oder aufgrund ihrer jüdischen Herkunft verfolgt wurden.
Höhepunkt und zugleich Abschluss der Jugendbegegnung ist die Gedenkstunde am Mittwoch. Zu Gast sind Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und die Zeitzeugin Tova Friedman, die beide eine Gedenkrede halten. Anschließend haben die jungen Erwachsenen bei einer Podiumsdiskussion die Möglichkeit, mit Tova Friedman ins Gespräch zu kommen.
Doch noch ist es nicht so weit. Noch haben die jungen Erwachsenen all das nicht erlebt. Stattdessen steigen sie nun in die Busse und fahren gen Norden – zur ersten Station ihrer gemeinsamen Reise: dem ehemaligen Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück.
Marejke Tammen
Marejke hat ihr journalistisches Volontariat unter anderem in der mitmischen-Redaktion absolviert. Während dieser Zeit ging es für sie mit der Jugendbegegnung 2024 nach Bad Arolsen. Die diesjährige Jugendbegegnung begleitet sie als freie Autorin und berichtet an dieser Stelle über ihre Erlebnisse und Erfahrungen.