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E-Sport Spiel oder Sport?

Kann Zocken echter Sport sein – E-Sport? Der Bundestag hatte Experten eingeladen, um auf diese Frage eine Antwort zu finden. Hier gehts zu den Argumenten und zum Video.

Zum E-Sport gehören auch Strategie-Besprechungen. © getty images

Hammer, Faust, Feuerball

Fantasy-Wesen gehen unter quietschbuntem Geblitze mit Hammer, Faust und Feuerball aufeinander los – und zwar im Computerspiel League of Legends. Das muss nicht unbedingt jeder für sich im dunklen Kämmerlein spielen, manchmal gucken dabei tausende Menschen zu, bei Wettkämpfen, etwa dem Finale des World Championship. Das Ganze ist dann auch mehr als nur Zocken, es ist E-Sport, betrieben von waschechten Profis.

Experten im Bundestag

Sollte das Spielen auf der Konsole genauso bewertet werden wie das auf dem Sportplatz? Um Antworten auf diese und andere Fragen zu finden, hatte der Sportausschuss des Bundestages am am 20. Februar zum Thema E-Sport Experten geladen. Die Grünen haben zu dem Thema Ende vergangenen Jahres einen Antrag eingebracht. Wir berichteten.

Jung, dynamisch, digital

E-Sport sei eine "junge, dynamische, digitale" Sportbewegung, für die sich Millionen Menschen begeistern, sagte Hans Jagow, Präsident des E-Sport-Bund Deutschlands. Er plädierte für eine Gleichstellung von Sport und E-Sport. Die Athleten würden in beiden Bereichen "motorische, reaktive, strategische und kommunikative Leistungen" zeigen, so Jagow.

Chancen, aber auch Gefahren

Lars Pickart vom Deutschen Behindertensportverband sah eine große Chance für Kinder und Jugendliche mit Behinderung im E-Sport. Auch Rehasport und Präventionsangebote könnte Pickart sich im E-Sportbereich vorstellen. Allerdings sah er auch Risiken, wie beispielsweise das sogenannte Cybergrooming. Dabei nehmen Erwachsene über die Spielchats Kontakt zu Minderjährigen auf.

Außerdem sah Pickart die Gefahr, dass junge Menschen sich möglicherweise durch versteckte Spielkosten verschulden. Was ebenfalls nicht zu den Werten des Sports passe sei das Verletzen oder Töten von Menschen, was Teil vieler Spiele sei, so Pickart.

Experte: E-Sport ist kein Sport

Ebenfalls sehr kritisch äußerte sich die Sportwissenschaftlerin Prof. Dr. Carmen Borggrefe von der Universität Stuttgart. Sie sah sehr große Unterschiede zwischen den beiden Bereichen. Die Bewegungen beim E-Sport, zum Beispiel Klicken, sei keine sportartbestimmte motorische Aktivität, sondern erhielten ihren Sinn erst im Spiel selbst, wenn sich die Figur dort bewege. Ihrer Meinung nach sei es kontraproduktiv, E-Sport zu fördern, gerade wenn Jugendliche häufig übergewichtig seien. Der herkömmliche Sport solle sich konsequent abgrenzen.

Auch der Sportpsychologe Junior-Prof. Dr. Thomas Wendeborn war der Meinung, E-Sport sei eher ein Spiel als traditioneller Sport.

Die gesamte Anhörung könnt ihr euch hier ansehen. Wer mehr zum Thema E-Sport erfahren möchte, kann hier weiterlesen.

(DBT/ab)

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