Zum Inhalt springen

PPP-Stipendiaten in den USA

Jan, 17, in Elmira auf den Football gekommen

Jan verbringt sein Auslandsjahr dank des Parlamentarischen Patenschafts-Programms in Elmira, im Bundesstaat New York. Neben kulturellen Erfahrungen und neuen Freundschaften freut er sich besonders darauf, neue Sportarten auszuprobieren.

Foto eines jungen Mannes mit dunkelblonden Haaren, er trägt eine Footballuniform und eine Medaille um den Hals.

Das Training und die Spiele mit seiner Football-Mannschaft waren für Jan der perfekte Start in sein Austauschjahr. © privat

Hi!

Ich bin Jan, 17 Jahre alt und verbringe mit dem Parlamentarischen Patenschafts-Programm ein Jahr in Elmira im Bundesstaat New York. In meiner Freizeit, sowohl in Deutschland als auch in den USA, spiele ich Basketball. Außerdem liebe ich es zu fotografieren. Die Vereinigten Staaten haben mich schon immer begeistert. Es macht mir riesigen Spaß, neue Menschen kennenzulernen und ihre Kultur zu verstehen. Ich freue mich, euch hier auf meiner Reise durch die USA mitzunehmen und euch Einblicke in den Alltag an einer amerikanischen High School zu geben.

Erster Blogpost

Sport als Anker

Bevor ich zu meinem Austauschjahr in die USA aufbrach, hatte ich zwar gehört, dass Sport an High Schools wichtig ist – aber ich hatte keine Ahnung, wie wichtig. In Deutschland ist Sport einfach ein Hobby für mich, aber hier ist er fast so etwas wie eine zweite Identität. 

Schon in den ersten Schultagen stellte ich fest, dass man ohne Team-Pulli oder Training nach der Schule die absolute Ausnahme ist. Mir war klar, dass ich einem Team beitreten will und ich hatte mich, ohne dass ich es vorher je gespielt habe, letztendlich für American Football entschieden. 

Mein absolutes Highlight? Ganz klar: Das Meisterschaftsspiel. Ein Heimspiel, Flutlicht, die Tribünen voll, die Marching Band spielte und die ganze Stadt war da. Ich war so voller Adrenalin, dass ich nicht mal mehr nervös war. Als Kicker durfte ich ein Field Goal schießen. Dieses Gefühl, als mein Name dann vom Stadionsprecher laut ausgerufen wurde, war unbeschreiblich. Als wir am Ende gewonnen hatten, ist das Stadion komplett ausgeflippt. Leute haben gejubelt, wir haben uns alle in den Armen gelegen, und ich weiß noch, wie mein Coach meinte: „Family wins together.“ 

Foto einer großen Gruppe von Menschen auf einem begrünten Footballfeld, ein gelbes Tor im Hintergrund.

Im Flutlicht des Footballstadions von Elmira haben Jan und sein Team den Sieg nach Hause geholt. © privat

Der Sport hat mir geholfen, in den USA anzukommen. Er hat mir Freunde gegeben, eine Routine, ein Gefühl von zuhause. Und obwohl das Jahr noch nicht vorbei ist, weiß ich jetzt schon, dass genau diese Momente, die sein werden, an die ich mich später am meisten erinnern werde. Die Spiele, die Busfahrten, das gemeinsame Schwitzen, aber vor allem dieses Gefühl dazuzugehören. 

Die Footballsaison ist jetzt beendet und ich konnte mich für die Basketballmannschaft qualifizieren. Jetzt freue ich mich auf den Rest meines Austauschjahres: auf neue Spiele, neue Erfahrungen und vielleicht noch ein paar Momente, die genauso unvergesslich werden wie dieser Sieg unter dem Flutlicht.


Zweiter Blogpost

Gedanken zur Halbzeit

Sechs Monate, vier besuchte Bundestaaten und um unendlich viele Erlebnisse reicher. Letze Woche wurde ich gefragt, wo ich lieber leben würde: In den USA oder in Deutschland. Ehrlich gesagt, habe ich keine Ahnung. Unterschiedlicher könnten zwei Länder kaum sein. Die USA nehme ich als ein sehr mutiges Land wahr - die Menschen, denen ich bisher begegnen durfte, bringen alle eine im positivsten Sinne bemerkenswerte Risikobereitschaft und eine gewisse damit verbundene Furchtlosigkeit mit. Aus Deutschland hingegen vermisse ich die Entschlossenheit, zielstrebig etwas anzugehen. Ich glaube, dass die Kombination aus beidem einen voranbringen kann. Deshalb bin ich überzeugt, dass wir im Austausch viel voneinander lernen können.

Eine große Gruppe von Leuten steht vor einem historischen Gebäude mit großen Säulen.

Die PPP-Austauschschüler haben sich in Washington getroffen und über ihre bisherigen Erfahrungen ausgetauscht. © privat

Mit der Halbzeit meines Auslandsjahrs kam auch die Halbzeit des Schuljahrs an meiner High School und damit neue Fächer. Neben Englisch, US-Politik und -Geschichte, die ich im Rahmen des PPP belegen muss, habe ich noch Fotografie, Design und Sport.

In der Design-Klasse kann man frei ein eigenes Projekt umsetzten. Ich habe mir in den letzten Tagen beigebracht, wie man Analogfilme entwickelt, und starte jetzt eine Foto-Interview-Serie, in der ich mit Veteranen über Krieg und Frieden sprechen werde.

Ein Schüler-Basketball-Team posiert für ein Gruppenfoto.

Nachdem Jan (vorne rechts) mit Football in sein Auslandsschuljahr gestartet ist, wurde er Teil des Basketball-Teams. Jetzt will er Tennis ausprobieren. © Elmira High School

Aus sportlicher Perspektive kommt nach Football und Basketball jetzt Tennis, was ich zusammen mit meinem Gastbruder spielen werde. Die Zeit vergeht wie im Flug und ich bin gespannt, wie die restlichen Monate werden.

Weitere Themen