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CBYX-Stipendiaten in Deutschland

Kennedi, 21, von North Carolina nach Münster

Kennedis Wunsch, mal in einem deutschsprachigen Land zu leben, ging durch das PPP/CBYX-Programm in Erfüllung.

Eine junge Frau steht auf einer Aussichtsplattform mit hohem Geländer und Blick auf eine Stadt.

Kennedi aus North Carolina wollte schon immer mal in einem deutschsprachigen Land leben. © privat

Zur Person

Hallo!

Mein Name ist Kennedi und ich werde im Rahmen des 42. Jahrgangs des PPP/CBYX-Programms für junge Berufstätige ein Jahr in Deutschland verbringen. Schon seit ich angefangen habe, die deutsche Sprache zu lernen, wollte ich unbedingt immer nach Deutschland kommen und ich freue mich sehr auf diese besondere Gelegenheit. Während dieses Jahres möchte ich meine Deutschkenntnisse verbessern, die neue Kultur erleben und viele neue Menschen kennenlernen. Ich hoffe, dass euch der Beitrag gefällt!

Erster Blogpost

Zu Beginn möchte ich erklären, warum ich mich für dieses Programm entschieden habe: Ich habe schon immer den Wunsch gehabt, irgendwann in einem deutschsprachigen Land zu leben. Als ich nach Möglichkeiten für die Zeit nach meinem Abschluss gesucht habe, war mir sofort klar, dass ich mich für dieses Programm bewerben wollte. Deshalb bin ich sehr dankbar für diese Gelegenheit und freue mich darauf, von meiner Zeit in Deutschland zu berichten.

Sprachschule in der Idylle

Von Ende Juli bis Ende September war ich in Radolfzell am Bodensee für die erste Phase des Programms: Sprachschule und interkulturelles Training. An der Sprachschule habe ich einen Deutschkurs auf B2.2-Niveau besucht. Mein Ziel für diese Phase war natürlich, meine Deutschkenntnisse zu verbessern, aber am wichtigsten war mir, mehr Selbstvertrauen im Deutschen zu gewinnen. Obwohl ich bereits seit etwa zwei Jahren an der Universität Deutsch gelernt habe, war es eine neue Erfahrung, täglich mit deutschen Muttersprachlerinnen und Muttersprachlern zu sprechen.

Eine Collage zeigt links den Blick auf einen großen See, auf dem kleine Segelboote treiben. Dahinter sind Berge zu erkennen. Auf dem rechten Bild steht eine junge Frau am sonnigen Seeufer.

Die ersten beiden Monate ihres Auslandsjahres verbrachte Kennedi für die Sprachschule in der Region Bodensee. © privat

Wenn ich keinen Unterricht in der Sprachschule hatte, habe ich mit Freundinnen und Freunden die schönen Aussichten auf den Bodensee genossen, viele verschiedene Eissorten probiert und Museen besucht. In Radolfzell und Konstanz, einer größeren Stadt, die zwanzig Minuten mit dem Zug entfernt ist, gibt es viele Möglichkeiten, mehr über Geschichte zu lernen und die Natur zu genießen. Besonders schön war es, den Sonnenuntergang am See zu beobachten oder einfach am Ufer zu sitzen. Ich bin so froh, dass mich die Sprachschule in diese schöne Region in Deutschland gebracht hat.

Eine Reihe schöner alter Häuser steht an der Promenade des Flussufers.

Kennedi hat in ihren ersten Monaten in Deutschland jede Gelegenheit genutzt, um neue Orte kennenzulernen: zum Beispiel die Stadt Konstanz. © privat

Ich hatte auch die Möglichkeit, verschiedene Tagesausflüge zu machen und ein wenig zu reisen. Ich habe viele Städte am Bodensee und auch einige Städte an der Grenze zu Deutschland und der Schweiz besucht. Eine meiner Lieblingsreisen war ein Tagesausflug nach Schaffhausen und zu den Rheinfällen, den größten Wasserfällen Europas. Außerdem habe ich auch einen Solo-Ausflug nach Zürich gemacht. Die PPP/CBYX-Gruppe in Radolfzell hat einen Tagesausflug zum Europäischen Parlament in Straßburg gemacht, wo wir eine Plenarsitzung live miterleben konnten.

Eine Collage zeigt links Wasserfälle und rechts die Fassade von einem historischen Haus.

Natur und historische Innenstädte – beides gefällt Kennedi sehr gut. © privat


Zweiter Blogpost

Von Baden-Württemberg nach Nordrhein-Westfalen

Die erste Phase des Programms, die Sprachschulphase, ist sehr schnell vergangen. Ende September bin ich dann für die zweite Phase, die Hochschulphase, nach Münster gezogen. Bei diesem Neuanfang war ich ziemlich nervös, weil ich die einzige CBYX-Teilnehmerin in Münster bin und alle meine Freunde in Radolfzell zurücklassen musste. Mit der Zeit habe ich mich jedoch immer wohler gefühlt und begonnen, mich in meiner neuen Stadt wirklich zu Hause zu fühlen.

Eine deutsche Altstadt, am Ende der Straße ist ein Kirchturm zu sehen.

Kennedi studiert während ihres Austauschjahres in Münster. © privat

Im Oktober haben meine Vorlesungen an der Universität Münster begonnen, wo ich Betriebswirtschaftslehre und Politikwissenschaft studiere. Der Großteil meiner Vorlesungen ist auf Deutsch, und ich war glücklich zu sehen, wie sehr sich mein Deutsch verbessert hat. Meine Lieblingsvorlesung war wahrscheinlich die Einführung in das politische System der Bundesrepublik Deutschland. Ich habe so viel über die Geschichte Deutschlands gelernt und viele andere Studierende kennengelernt. Außerdem habe ich angefangen, ehrenamtlich in einer Bibliothek zu arbeiten, und ich bin sogar einem Orchester an der Musikschule beigetreten. Ich habe eine Routine entwickelt und besonders spannend war es, die Unterschiede zwischen dem Universitätsleben in Deutschland und den USA zu erleben.

Ein Tagesausflug nach Köln

Nordrhein-Westfalen ist reich an Kultur und beeindruckenden Städten. Ende Oktober bin ich für eine Tagesausflug nach Köln gefahren. Es war mein erstes Mal in Köln. Ich habe die Altstadt besichtigt und natürlich auch den berühmten Kölner Dom besucht. Ich war sehr froh, dass ich an einer Führung teilgenommen habe, denn so konnte ich viel über die Geschichte, die Konstruktion und die Architektur erfahren. Die Turmbesteigung war sehr beeindruckend, bei der ich einen atemberaubenden Blick über die Stadt hatte. Der Besuch einer der größten Städte Deutschlands war definitiv überwältigend, aber trotzdem ein wunderschönes Erlebnis.

Aufnahmen von Köln und dem Kölner Dom.

Ein Besuch in Köln darf nicht fehlen, wenn man in Nordrhein-Westfalen lebt. © privat

Herbst in Münster

Der Herbst ist meine Lieblingsjahreszeit und er hat mich hier in Münster nicht enttäuscht. Ich liebe es immer wieder, den Farbwechsel der Blätter zu beobachten. In Münster findet dreimal im Jahr der Send statt, die größte Kirmes im Münsterland - ich habe es genossen. Im November haben meine Freunde aus Radolfzell und ich uns in Hannover getroffen. Wir haben zusammen ein sogenanntes „Friendsgiving“ gefeiert. Es ist ähnlich wie Thanksgiving, aber nur im kleinen Kreis mit Freunden. Gemeinsam haben wir gekocht und Hannover erkundet.

Ein Weg wird gesäumt von Bäumen mit verfärbten Blättern, Laub liegt auf dem Boden.

Kennedi mag den Herbst - und ein „Friendsgiving“-Dinner darf da natürlich auch nicht fehlen. © privat

Weihnachtsmärkte

Wenn man an Deutschland denkt, kommen einem sicherlich die Weihnachtsmärkte in den Sinn. Die Weihnachtszeit in Deutschland ist ganz toll. Jedes Wochenende war die Stadt voller Menschen aus ganz Münster, die zum Weihnachtsmarkt gekommen sind. Ich bin mal ein Wochenende nach Dortmund gefahren, um dort auf den Weihnachtsmarkt zu gehen. Dieser Weihnachtsmarkt hat den größten Weihnachtsbaum der Welt. Ich habe viele traditionellen deutschen Weihnachtssüßigkeiten probiert und genossen, Weihnachten in einer anderen Kultur zu erleben.


Dritter Blogpost

Ein kalter und schneereicher Winter

Der Winter in Münster war kälter und schneereicher, als ich erwartet hatte. Als ich angekommen bin, wurde mir oft gesagt, dass es hier normalerweise nur selten schneit. In meiner Universitätsstadt hat es sehr oft geschneit, deshalb war ich am Anfang etwas enttäuscht, dass ich diesen Winter vielleicht nicht viel Schnee sehen würde. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass es tatsächlich mehrere Male geschneit hat.

Ich habe die Schneetage genutzt, um die Stadt neu zu erleben. Eine meiner Lieblingsaktivitäten war ein Besuch im LWL-Museum für Kunst und Kultur, das im Winter eine ruhige und besondere Atmosphäre hatte. Die Kombination aus Schnee und der Stadt Münster hat diese Zeit für mich besonders geprägt.

Straße mit historischen Giebelhäusern und Menschen vor dem gotischen Dom in Münster sowie Museumssaal mit antiken Statuen vor roter Wand

Der Winter in Münster hat Kennedi positiv überrascht, denn es gab mehr Schnee als erwartet. Und bei dem kalten Wetter hat sich das LWL-Museum für Kunst und Kultur als lehrreicher Rückzugsort entpuppt. © privat

Reflexion und Wiedersehen in Nürnberg

Im Januar haben sich alle 65 CBYX-Teilnehmenden zum ersten Mal seit Juli in Nürnberg getroffen. Es war toll, die gesamte Gruppe wiederzusehen und gemeinsam Zeit zu verbringen. Wir haben an einer Stadtführung teilgenommen und unter anderem durch Besuche historischer Orte viel gelernt, zum Beispiel über die Nürnberger Prozesse. Danach hatten wir Zeit, uns auszutauschen und unsere bisherigen Erfahrungen im Austauschjahr zu teilen, sowohl die positiven als auch die herausfordernden Momente. 

Person in weißer Jacke lehnt an einer Mauer mit Blick auf Nürnbergs Stadtpanorama bei Sonnenuntergang und eine leere Kopfsteinpflasterstraße mit historischen Häusern und Fahrrädern an der Seite unter blauem Himmel

Für das Wiedersehen der CBYX-Stipendiaten ist Kennedi nach Nürnberg gereist. © privat

Mein Einstieg ins Berufsleben in Deutschland

Mein Einstieg ins Berufsleben begann mit meinem ersten Praktikum bei TAFH Münster GmbH, der zentralen Innovationsförderungs-, Service- und Projektentwicklungsgesellschaft der FH Münster. Dort konnte ich verschiedene Aufgaben übernehmen und erste praktische Erfahrungen in Deutschland sammeln. Ich habe unter anderem bei der Organisation einer Konferenz geholfen, andere internationale Studierende kennengelernt und bei Englisch-Deutsch-Übersetzungen unterstützt. Dadurch konnte ich meine Sprachkenntnisse im Arbeitskontext anwenden und weiterentwickeln.

Unterwegs in Deutschland und Österreich

Im März habe ich eine Reise nach München und Salzburg gemacht. Obwohl München und Salzburg sich in Bezug auf Größe und Geschichte deutlich unterschieden, haben mir beide Städte sehr gefallen.

Links ein symmetrischer Garten mit Wegen, Hecken und einem Brunnen vor einem historischen Gebäude, rechts ein gotischer Turm mit Uhr und Verzierungen an einem großen Gebäude

In Salzburg und München hat Kennedi sich ein eigenes Bild von den bekannten Postkarten-Motive gemacht. © privat

Salzburg ist eng mit der Musik verbunden, insbesondere mit Mozart. Da ich Wien schon einmal besucht hatte, war es wirklich toll, Mozarts Geburtshaus hier zu besichtigen. Die Stadt ist außerdem auch für den Film „The Sound of Music“ weltberühmt. In der ältesten Bäckerei Salzburgs habe ich mir eine Zimtschnecke geholt und es war die beste, die ich je in meinem Leben gegessen habe.

München hingegen ist natürlich größer und war zu diesem Zeitpunkt die größte deutsche Stadt, die ich besucht habe. Orte wie den Marienplatz oder die Residenz, die man sonst oft nur von Postkarten oder aus dem Internet kennt, einmal selbst zu sehen, war wirklich beeindruckend.

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