CBYX-Stipendiaten in Deutschland
Keira, 18, aus dem Südwesten der USA nach Berlin
Für Keira ist mit ihrer Teilnahme am CBYX-Stipendium ein Traum wahr geworden: Sie darf ein ganzes Jahr lang in Deutschland leben und zur Schule gehen, neue Freundschaften fürs Leben schließen und vollends in das Land und die Kultur eintauchen. Lest hier von ihrer Zeit in Berlin:
© privat
Hello everyone!
Mein Name ist Keira Adkisson, ich bin 18 Jahre alt und komme aus dem US-Bundesstaat Oklahoma. Dieses Jahr habe ich die unglaubliche Möglichkeit, im Rahmen des Austauschprogramms des Congress-Bundestag Youth Exchange (CBYX) in Deutschland zu leben. Es fühlt sich immer noch sehr surreal an, das laut auszusprechen, aber ich bin dem US-Außenministerium und dem Deutschen Bundestag sehr dankbar, dass ich diese Zeilen heute in Berlin schreiben kann.
Bevor ich beginne, möchte ich erklären, warum ich mich für dieses Programm entschieden habe. Ich habe tatsächlich schon mit 13 Jahren vom CBYX-Programm erfahren, als mein Deutschlehrer mir erzählte, dass er selbst daran teilgenommen hat. Seitdem wusste ich irgendwie, dass es mein Traum ist, das Gleiche zu tun! Letzten Sommer wurde dieser Traum noch stärker, als ich am Deutsch-Amerikanischen Partnerschaftsprogramm teilnahm und einen Monat lang bei einer Gastfamilie in Berlin lebte. Es war die beste Erfahrung meines Lebens und festigte meine Liebe zur Sprache und Kultur Deutschlands. Als ich nach Oklahoma zurückkehrte, sehnte ich mich noch mehr nach Deutschland als zuvor und war fest entschlossen, dorthin zurückzukehren. Jetzt, da ich durch CBYX hier bin, ist es, als würde ich all meine zuvor unmöglich erscheinenden Träume ausleben können. Ich wollte schon immer etwas Sinnvolles tun, meine Komfortzone verlassen und meine globale Wahrnehmung erweitern, und dieses Programm bietet mir nun all dies und noch mehr.
Zu Beginn ihrer Zeit in Deutschland lernte Keira zunächst Bonn und die Umgebung kennen. Für sie war es der „perfekte Einstieg“. © privat
Die Monate vor meiner Abreise waren geprägt von endloser Vorfreude, Nervosität und unzähligen To-do-Listen. Ich erinnere mich, wie ich in meinem Zimmer in Oklahoma saß und verzweifelt versuchte, mir vorzustellen, wie mein Leben in Deutschland tatsächlich aussehen würde. Es fühlte sich wirklich seltsam an; natürlich war ich nervös, aber unter der Unsicherheit lag ein überwältigendes Gefühl der Aufregung und Neugier. Unsere ersten zwei Monate in Deutschland verbrachten wir in Bonn, wo alle 25 amerikanischen Teilnehmer einen Intensivsprachkurs an der Akademie für Internationale Bildung (AIB) besuchten. Bonn war der perfekte Einstieg in Deutschland: Die Stadt war wunderschön, gut zu Fuß zu erkunden und voller Geschichte. Wir unternahmen oft Ausflüge und Reisen in Städte wie Düsseldorf, Aachen, Köln, Brühl und Marksburg und besuchten dabei kulturelle und historische Sehenswürdigkeiten. Ich konnte sogar mit Freunden nach Luxemburg, in die Niederlande und nach Belgien reisen. Insgesamt vergingen die Wochen in Bonn wie im Flug, voller Lachen, mit vielen neuen engen Freundschaften und unzähligen Lektionen fürs Leben.
Keira und ihre Freundinnen Lucy, Averie und Jeri sind gemeinsam nach Luxemburg, in die Niederlande und nach Belgien gereist. © privat
Nach dem Sprachcamp bin ich nach Berlin gezogen, wo ich den Rest meines Austauschjahres verbringen werde. Berlin ist anders als alle Orte, an denen ich bisher gewesen bin. Es ist so pulsierend, vielfältig und lebendig, und dennoch hat es so viel mehr Geschichte und Kunst zu bieten, als ich mir jemals hätte vorstellen können. Ich habe bereits so viele coole Festivals (wie das Lichterfest und das Festival der Riesendrachen), Veranstaltungen (wie Comedy-Shows und Konzerte) und Sehenswürdigkeiten besucht! Wirklich jeder Tag fühlt sich wie das perfekte neue Abenteuer an.
In Berlin stürzt sich Keira mit dem Festival of Lights und dem Drachenfest direkt in den Trubel. © privat
Einer der bedeutendsten Aspekte meiner bisherigen Zeit hier war das Leben bei Gastfamilien. Seit meiner Ankunft in Deutschland hatte ich tatsächlich schon drei Gastfamilien, die sich alle deutlich voneinander unterschieden. Dadurch erhielt ich einen noch besseren Einblick in das tägliche Leben hier und ein umfassenderes Verständnis der deutschen Kultur und der Gewohnheiten und Traditionen, die in den meisten Haushalten gepflegt werden. Allen gemeinsam waren jedoch einige Konstanten, nämlich ihre Herzlichkeit, Neugier und Freundlichkeit. In jeder Familie haben wir gemeinsam gegessen, über unseren Tag gesprochen und über meine sprachlichen und kulturellen Missgeschicke gelacht (zum Beispiel, dass ich einen Schraubenzieher als Staubsauger bezeichnet habe). Dank ihrer Geduld und Großzügigkeit fühle ich mich selbst in einem Land, das Tausende von Kilometern von meiner Heimat entfernt ist, wie zu Hause.
In Deutschland hat Keira bereits einige Städte gesehen: Hier zum Beispiel Brühl, Marksburg und Köln. © privat
Für mich beginnt ein typischer Tag in Berlin mit einem reichhaltigen Frühstück und Tee, bevor ich mich auf den Weg zum Gymnasium mache. Ich liebe es, jeden Tag mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Schule zu fahren, da ich das in den USA nie tun konnte. Es ist eine so friedliche Zeit, in der ich Musik hören, aus dem Fenster schauen und beobachten kann, wie die Stadt zum Leben erwacht. Die Schule hier ist eine wirklich faszinierende Erfahrung. Ich bin stolz darauf, dass ich fast alles verstehen kann, was meine Lehrer besprechen, und ich schätze es sehr, dass das deutsche Schulsystem Vielfalt und Flexibilität im Tagesablauf ermöglicht, da nicht jeden Tag die gleichen Fächer unterrichtet werden. Nachmittags schreibe ich normalerweise Tagebuch, erkunde neue Teile Berlins oder suche mir gemütliche Bibliotheken zum Lernen. Die Abende verbringe ich mit meiner Gastfamilie, wir essen zusammen zu Abend (was immer sehr lecker ist) und schauen gemeinsam Filme.
An ihrem Alltag in Berlin schätzt Keira besonders die Möglichkeit, die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen. © privat
Obwohl ich erst seit zwei Monaten hier bin, habe ich bereits das Gefühl, ein ganzes Leben voller Erfahrungen hinter mir zu haben. Diese Reise hat mich auf die bestmögliche Weise herausgefordert und mir Widerstandsfähigkeit, Geduld und Offenheit beigebracht. Sie hat mir geholfen zu verstehen, dass echtes Wachstum oft in den ungewohntesten und unangenehmsten Momenten stattfindet. Ich weiß, dass durch dieses Jahr im Ausland noch viel vor mir liegt, aber ich kann es kaum erwarten, neue Freunde zu finden, meinen Wortschatz zu erweitern und neue Erinnerungen zu sammeln.
Vielen Dank, dass du diesen Blog liest und meine CBYX-Reise verfolgst. Ich werde euch auch weiterhin über mein Jahr auf dem Laufenden halten, aber jetzt gehe ich erst einmal mein Lieblingseis holen: Erdbeer-Sauerrahm!
Egal, wie kalt es draußen ist im Berliner Herbst, Erdbeer-Sauerrahm-Eis geht immer! © privat
Hallo zusammen! Es ist nun schon vier Monate her, dass ich mein Leben in Koffer gepackt habe und über den Atlantik gezogen bin, und irgendwie fühlt sich jeder Tag immer noch neu und aufregend an. Das Leben in Berlin beginnt mir vertraut zu werden, aber es fühlt sich nie gewöhnlich an. Jeder Tag bringt etwas Neues mit sich, sei es ein unerwartetes Gespräch, ein ruhiger Moment im Zug oder die Erkenntnis, wie sehr mich diese Erfahrung bereits verändert hat.
Mit dem Wohnmobil durch drei Länder
Einer der unvergesslichsten Momente seit meinem letzten Blogbeitrag waren die Herbstferien, als meine Gastfamilie und ich gemeinsam Urlaub gemacht haben! Wir sind mit einem Wohnmobil durch Deutschland, Österreich und Italien gereist, und es war wirklich die unglaublichste Reise meines Lebens. Ich habe es geliebt, die deutschen und österreichischen Alpen zu sehen, es fühlte sich fast unwirklich an. Und Schloss Neuschwanstein war, besonders im Herbst, noch atemberaubender, da es von Bäumen umgeben war, die in tiefem Rot und Orange leuchteten.
Auf dem Wohnmobil-Trip mit ihrer Gastfamilie hat Keira zum Beispiel das Schloss Neuschwanstein besucht. © privat
Wir besuchten auch die Zugspitze, den höchsten Punkt Deutschlands, wo ich endlose Berggipfel und Schnee sah, die sich in alle Richtungen erstreckten. Da ich aus dem flachen, prärieähnlichen Oklahoma komme, war dies etwas, das ich noch nie zuvor erlebt hatte. Aber auch das Reisen selbst war etwas ganz Besonderes: Zum ersten Mal in einem Wohnmobil zu fahren, zu sehen, wie sich die Landschaft langsam vor meinen Augen veränderte, und mit meiner Gastschwester zu Musik zu singen und zu tanzen, wird für immer zu meinen schönsten Erinnerungen gehören.
So viele Berge rund um die Zugspitze zu sehen, war etwas ganz Besonderes für Keira, die aus dem flachen Oklahoma kommt. © privat
In Italien besuchten wir Rom, und auch das war wieder etwas, was ich noch nie zuvor gesehen hatte. Ich glaube, ich werde mich nie daran gewöhnen, dass man in Europa ganz beiläufig an Gebäuden vorbeigehen kann, die Tausende von Jahren alt sind und immer noch stehen und erhalten sind. Die Vereinigten Staaten und insbesondere Oklahoma haben zwar ihre eigene lange und beeindruckende Geschichte, aber die meisten Bauwerke aus früheren Jahrtausenden wurden durch die Kolonialisierung zerstört. Das lässt mich die erhaltene Architekturgeschichte umso mehr schätzen, aber gleichzeitig wünsche ich mir, dass Amerika ebenfalls mehr Wert auf die Erhaltung historischer Bauwerke legen würde. Außerdem wird es mich immer wieder erstaunen, dass man in Europa fünf Stunden fahren kann und in einem völlig anderen Land ankommt; in Oklahoma kann man fünf Stunden fahren und ist manchmal immer noch in Oklahoma.
In Rom haben Keira vor allem die antiken Bauwerke gefallen. © privat
Herbstliche kulturelle Unterschiede
In den USA ist Halloween ein Riesending! Wir schmücken unsere Häuser, planen Monate im Voraus unsere Kostüme und verteilen tonnenweise Süßigkeiten an kleine Kinder. Die Schulen veranstalten große Kostümwettbewerbe und Aktivitäten, und es herrscht eine allgemeine Aufregung, sich auszutoben und sich auf das Gruselige einzulassen. In Deutschland wird Halloween jedoch nicht annähernd so groß gefeiert. Das hat mich überrascht, vor allem weil ich von Traditionen wie Krampus gehört hatte und davon ausgegangen war, dass gruselige Feste hier beliebt sein würden. Trotzdem gibt es Halloween hier definitiv, wenn man weiß, wo man suchen muss, vor allem in Berlin, das sehr international ist. Ich hatte das Glück, mit meiner Gastschwester Süßigkeiten zu verteilen, und wir haben uns sogar verkleidet und sind zusammen zu einer Kostümparty gegangen. Durch diese kleinen Feierlichkeiten fühlte sich der Feiertag vertraut und beruhigend an, auch wenn ich so weit von zu Hause entfernt war.
Mit Freunden und Familie Thanksgiving zu feiern, ist für Keira ein Stück Zuhause. © privat
Das Gleiche galt für Thanksgiving. Ich weiß, dass es ein amerikanischer Feiertag ist, aber ich war schockiert, wie wenig präsent er in Berlin war. Glücklicherweise konnte ich mit meiner Gastfamilie und engen Freunden feiern. Ich habe ein paar traditionelle Gerichte zubereitet, und jeder hat etwas mitgebracht, sodass es sich wie ein „richtiges Thanksgiving“ anfühlte. Nach dem Abendessen haben wir ein Brettspiel gespielt und gemeinsam Weihnachtslieder gesungen. Es war ein ganz besonderer Abend, der mir wieder bewusst gemacht hat, dass man sich überall zu Hause fühlen kann. Ich glaube, dass diese scheinbar kleinen Erinnerungen an die Heimat der beste Weg sind, um sich zu erden, wenn man weit weg ist.
Da die Winter in Deutschland viel kälter sind als in Oklahoma, wirken die Jahreszeiten hier authentischer. Der Herbst fühlte sich tatsächlich wie Herbst an, und der Winter hat bereits begonnen, sich anzukündigen. Ich habe beobachtet, wie die Blätter in bunten Wellen fielen, und sogar Schnee draußen gesehen – Anblicke, die viele Deutsche wahrscheinlich für selbstverständlich halten, die für mich aber außergewöhnlich sind.
Keira erlebt in Deutschland zum ersten Mal den tatsächlichen Wechsel von Jahreszeiten und fand das bunte Laub sehr faszinierend. © privat
Weihnachtsstimmung
Am meisten freue ich mich jedoch auf die deutschen Weihnachtsmärkte in der bevorstehenden Weihnachtszeit. So etwas gibt es in Oklahoma praktisch nicht, aber hier gibt es sie überall, sogar in kleinen Städten. Die Städte erstrahlen im Lichterglanz, und sogar Einkaufszentren und Bahnhöfe sind plötzlich prächtig mit Ornamenten und atemberaubenden, hoch aufragenden Bäumen geschmückt. Ich werde nie die pure Freude vergessen, die ich empfand, als ich zum ersten Mal einen Weihnachtsmarkt betrat. Ich konnte gar nicht aufhören zu lächeln. Die Musik, die Lichter, die handgefertigten Geschenke und die Wärme der Stände haben mich auf eine Weise bewegt, die ich nie für möglich gehalten hätte.
Keira ist ein sehr großer Fan von Weihnachtsmärkten. © privat
Für viele Deutsche mögen diese Märkte ganz normal sein, aber für mich verkörpern sie alles, was ich am Leben hier so schätze: die Betonung der kleinen Freuden, das ständige Feiern und die Gemeinschaft. Selbst an einem ganz normalen Dienstagabend kann man sich mit Freunden auf einem Weihnachtsmarkt treffen und einfach die Weihnachtszeit genießen. Dies ist mein erstes Weihnachtsfest ohne bevorstehende Prüfungen, und zum ersten Mal kann ich die Weihnachtsstimmung in vollen Zügen genießen. Das Anzünden der Adventskerzen und das tägliche Öffnen des Adventskalenders haben mir unerwartet viel Freude bereitet, und ich kann es kaum erwarten, Weihnachten selbst zu erleben und zu sehen, wie es sich von zu Hause unterscheidet.
Das war's für diesen Beitrag! Jetzt mache ich mich auf den Weg zu einem weiteren Weihnachtsmarkt! Ich wünsche euch allen frohe Feiertage!
Auf der deutschen High School (Gymnasium)
Hallo zusammen! Es kommt mir ehrlich gesagt unmöglich vor, dass ich bereits mitten in meiner Gymnasialzeit hier in Deutschland bin. Als ich mir zum ersten Mal vorstellte, wie es wohl sein würde, eine deutsche Schule zu besuchen, hatte ich definitiv etwas ganz anderes im Sinn. Die Schulen hier unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht von denen in Oklahoma, wodurch es unter anderem eine sehr aufschlussreiche Erfahrung ist.
Das Erste, was mir auffiel, war der Tagesrhythmus. Im Gymnasium gibt es längere Pausen und mehr Unterbrechungen zwischen den Unterrichtsstunden. Anstatt also ständig von einer Klasse zur nächsten zu hetzen, hat man Zeit zum Durchatmen, und viele Schüler stehen einfach in den Fluren und draußen, unterhalten sich, essen Snacks und genießen die frische Luft. Insgesamt wirkt die Umgebung dadurch ruhiger und weniger hektisch.
Auch die Struktur des Unterrichts hat mich überrascht. In den USA war ich an ständige Hausaufgaben, umfangreiche Aufsätze (in der Regel 20 bis 30 Seiten), wöchentliche Präsentationen, Projekte und endlose Fleißarbeit gewöhnt. Hier gibt es zwar ziemlich häufig Klausuren, aber ansonsten gibt es weit weniger tägliche Hausaufgaben. Eine Aufgabe besteht vielleicht nur aus einer Seite mit Mathematikaufgaben oder der Recherche zu einem Thema für die nächste Diskussion, aber im Gegensatz zu Amerika habe ich noch keine umfangreichen Recherchearbeiten machen müssen, wie ich sie gewohnt bin. Zugegeben, zunächst kam mir das seltsam vor. Ich wartete darauf, dass die Arbeitsbelastung komplexer und unmöglich zu bewältigen werden würde. Stattdessen wurde mir langsam klar, dass der Schwerpunkt hier eher auf Diskussionen im Unterricht und kritischem Denken liegt als auf Fleißarbeit und Aufsätzen.
In Deutschland ist die Schule weniger zeiteinnehmend, als Keira es aus den USA gewohnt ist. In ihrer Freizeit bastelt sie jetzt Scrapbooks. © privat
Einer der schönsten und lustigsten Unterschiede zwischen dem Schulalltag in den USA und Deutschland ist das Mittagessen. Mir ist aufgefallen, dass viele Schüler gar kein Mittagessen mitbringen. Stattdessen gehen Gruppen von Schülern in den Pausen zum nahe gelegenen Rewe und kaufen sich gemeinsam Snacks. Das ist eine wirklich nette Erfahrung, durch die ich viele neue Leute kennenlernen konnte, sogar außerhalb meiner Klassen, und gleichzeitig mehr über die Lieblingssnacks deutscher Teenager erfahren habe, was natürlich auf seine Weise sehr informativ war.
Ich hatte auch die Gelegenheit, Vorträge über die Vereinigten Staaten und mein Leben als Einwohnerin von Oklahoma zu halten. Es war sehr bereichernd, meine eigenen Erfahrungen zu teilen und Vorurteile über Amerika sanft abzubauen, und ich habe dabei auch mehr über die deutsche Kultur gelernt.
Meine Lieblingsfächer sind bisher Englisch und Kunst. Englisch macht mir Spaß, weil ich mich ohne Sprachbarrieren frei ausdrücken kann, und ich liebe es, wieder lange Aufsätze in meiner Muttersprache schreiben zu können. Kunst fühlt sich ohnehin wie eine universelle Sprache an. In diesen Fächern interagiere ich am meisten und fühle mich am sichersten, wenn ich mich an Diskussionen beteilige. Im Allgemeinen habe ich mich aber mittlerweile in den Ablauf aller meiner Kurse eingefunden. Ich bin jetzt sehr stolz, wenn ich Nischenwitze auf Deutsch verstehe oder meine Gedanken und Erfahrungen in tiefgründigere Gespräche einbringen kann. Vor zwei Monaten hatte ich noch große Angst, dass ich nicht mithalten könnte. Jetzt kann ich fast allem folgen.
Die größte Umstellung in der Schule war jedoch das Fehlen von Schulklubs und Sport. In den USA habe ich mich an allem beteiligt. Meine Nachmittage waren immer vollgepackt. Hier gibt es diese Aktivitäten zwar auch, aber außerhalb der Schule. Ein Teil von mir wünscht sich Schulklubs, weil ich denke, dass sie es einfacher machen, neue Freunde zu finden. Aber ich lerne auch, dass Freundschaften hier anders wachsen. Sie entwickeln sich langsamer, sind vielleicht ruhiger, aber unglaublich echt. Insgesamt bin ich sehr dankbar für meine Erfahrungen am Gymnasium, denn dort konnte ich meine Belastbarkeit, meine Sprachkenntnisse und mein kulturelles Verständnis trainieren.
Kulturschocks
Außerhalb der Schule habe ich keinen großen, dramatischen Kulturschock erlebt. Da ich letzten Sommer einen Monat lang in Deutschland gelebt habe, zeigte sich dieser eher in subtileren Unterschieden. Dennoch ist ein gewisser Kulturschock unvermeidlich. Hier sind einige meiner Erkenntnisse über die deutsche Kultur, Gewohnheiten und sozialen Umgangsformen sowie meine Gedanken dazu:
Vorweg möchte ich sagen, dass dies nur meine Erfahrungen sind, die sicherlich je nach Region unterschiedlich sind, und dass sicherlich nicht jeder mit meinen Aussagen übereinstimmt, da es sich um Verallgemeinerungen handelt. Außerdem bin ich aus dem Süden der Vereinigten Staaten, was einige meiner Erfahrungen und kulturellen Unterschiede beeinflusst. Abschließend möchte ich die weisen Worte meiner Programmkoordinatorin Carrie zitieren: „Die deutsche Kultur ist nicht besser oder schlechter, sie ist einfach anders.“
Keira erlebt in ihrem Austauschjahr in Berlin alle Jahreszeiten. © privat
Ich denke, die offensichtlichsten Kulturschocks zeigen sich in kleinen Veränderungen im Alltag. Zum Beispiel ist Deutschland im Allgemeinen viel umweltfreundlicher. Anstatt immer neue Plastiktüten zu bekommen, benutzt jeder seine eigenen wiederverwendbaren Taschen. Ich finde das sehr praktisch und werde auf jeden Fall versuchen, diese Gewohnheit auch in Amerika beizubehalten. Weitere Beispiele sind Pappbecher, Deckel und Strohhalme anstelle ihrer Plastikpendants. Ich bin zwar dafür, den Plastikverbrauch zu reduzieren und die Umwelt zu schützen, muss aber zugeben, dass die durchweichten Pappstrohhalme und sich auflösenden Deckel gelegentlich meine Geduld auf die Probe stellen... Ich bin schließlich auch nur ein Mensch.
Ein weiterer Unterschied in Bezug auf die Umwelt ist die Betonung der Reduzierung der eigenen CO2-Emissionen. Zum Beispiel, indem man öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad statt das Auto nutzt. Tatsächlich besitzt meine Gastfamilie nicht einmal ein Auto, was eine große Umstellung für mich ist, da in Oklahoma jeder mit dem Auto unterwegs ist. Stattdessen gehe ich hier jeden Tag mindestens 40 Minuten zu Fuß, um von A nach B zu kommen, und ich liebe es. Es hat etwas Beruhigendes, sich zu Fuß durch die Stadt zu bewegen, und so konnte ich Berlin auf einer persönlicheren Ebene kennenlernen. Sicherlich ist es manchmal unangenehm, bei Regen, Eis und Kälte herumzulaufen. Aber wie man hier sagt: „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung.“ Ich versuche auf jeden Fall, diese Einstellung zu übernehmen.
In sozialer Hinsicht sind die Deutschen im Allgemeinen weniger offen und extrovertiert als die Menschen, mit denen ich im Süden der Vereinigten Staaten aufgewachsen bin. Anfangs fiel es mir schwer, mich daran zu gewöhnen, dass nicht ständig gelächelt und Small Talk gemacht wird. In Oklahoma ist Freundlichkeit laut und unmittelbar. Hier ist sie leiser. Aber ich habe gelernt, das sehr zu schätzen: Wenn man weniger sagt, hat das, was gesagt wird, mehr Wert und Wahrheit. Stille am Esstisch ist nicht unangenehm, sondern friedlich. Niemand hat das Bedürfnis, jede Lücke mit sinnlosem Geschwätz zu füllen, anders als im amerikanischen Süden.
Was das Klischee angeht, dass Deutsche weniger freundlich sind: Das stimmt definitiv nicht. Die Freundlichkeit hier ist anders und subtil, aber dafür umso tiefgründiger. Mein Gastvater macht mir jeden Tag ein Lunchpaket und meine Gastmutter legt mir jeden Morgen meine Eisenpräparate bereit, weil sie weiß, dass ich das sonst vergesse. Selbst Fremde helfen einem: Ältere deutsche Herren helfen einem im Zug mit dem Gepäck, Menschen halten einem die Türen der S-Bahn auf, wenn man rennt, und selbst wenn man nur eine 20-Cent-Münze fallen lässt, hebt jemand sie auf und gibt sie einem zurück. Es sind die Kinder im Gymnasium, die mir Themen erklären, die ich nicht verstehe, und die Gasteltern meiner CBYX-Freunde, die mich sofort in ihrem Haus willkommen heißen, obwohl ich sie noch nie zuvor gesehen habe. Die Deutschen sind vielleicht nicht immer „falsch nett“, aber sie sind zutiefst, aufrichtig respektvoll und freundlich.
Leider ist nicht jeder Kulturschock poetisch. Öffentliche Toiletten, für die man bezahlen muss, finde ich teuflisch. Und ja, manchmal riecht es in Deutschland schlecht, insbesondere in öffentlichen Verkehrsmitteln. Ich denke jedoch, dass das daran liegt, dass wir uns in den USA mit dem Auto fortbewegen, sodass wir nicht jeden Geruch im Freien wahrnehmen und uns normalerweise nicht so oft mit anderen Menschen auf engem Raum aufhalten.
Unabhängig davon gibt es viele kleine Dinge, die ich liebe, wie zum Beispiel die im Preis enthaltene Mehrwertsteuer (zum Glück muss man nicht im Kopf rechnen!), eine ausgeprägte Recycling-Kultur mit mehreren Mülleimern, Leitungswasser, das tatsächlich trinkbar ist (was in den USA ohne Wasserfilter normalerweise nicht möglich ist), die Tradition des Lüftens (tägliches Lüften der Räume) und gesündere Lebensmittel. Insgesamt ist Deutschland den USA sehr ähnlich. Es gibt zwar einige auffällige Unterschiede, aber das sind meist kleine Gewohnheiten, an die man sich leicht gewöhnen kann. Ich freue mich darauf, einige dieser deutschen Gewohnheiten und Traditionen mit zurück in die USA zu nehmen, zum Beispiel das Laufen, das Mitbringen meiner eigenen Taschen und die Wertschätzung der Stille.
Hobbys und Freizeit
Eines der größten Geschenke, das mir Deutschland gemacht hat, ist jedoch Zeit. In den USA war ich ständig beschäftigt. Acht Stunden Schule, danach stundenlange Vereinsaktivitäten und dann Hausaufgaben bis zum Schlafengehen. Ich hatte weder Zeit noch Energie für Hobbys und andere Aktivitäten. Früher hielt ich das für gut; Freizeit empfand ich fast als unverantwortlich. Es war, als würden die Menschen in den USA dafür belohnt, sich bis zur Erschöpfung zu verausgaben. Deutschland ist glücklicherweise das genaue Gegenteil. Hier gibt es eine starke Work-Life-Balance. Die Menschen arbeiten hart, aber sie ruhen sich auch wirklich aus. Selbst bei der Arbeit haben die Menschen in der Regel mehr als 20 Urlaubstage pro Jahr, unbegrenzte Krankentage und einen längeren Mutterschaftsurlaub. Und in der Schule sind die Unterrichtsstunden kürzer, sodass mehr Zeit für Freizeit und Aktivitäten bleibt. Ehrlich gesagt fiel es mir schwer, mich an den Zeitüberschuss zu gewöhnen. Ich war überwältigt davon und hatte keine Ahnung, wie ich ihn nutzen sollte. Dank dieser Kultur, hart zu arbeiten und noch intensiver zu spielen, konnte ich jedoch all meine alten Leidenschaften und Hobbys wieder aufleben lassen.
Zum Beispiel schreibe ich jetzt jeden Tag Tagebuch und bastele Scrapbooks, um all meine Erinnerungen aus dem Ausland festzuhalten. Ich zeichne und male mehrmals pro Woche. Ich habe mehr als 15 Bücher zum Vergnügen gelesen (ein bis zwei pro Woche). Ich schreibe Kurzgeschichten, backe und spiele Brettspiele mit meinen Gasteltern. Ich singe und tanze mit meiner Gastschwester in der Küche und beobachte die Leute von meinem Balkon aus. Man kann mit Sicherheit sagen, dass ich seit meiner Ankunft hier alle Teile meiner Persönlichkeit wiederentdeckt habe, die unter Stress und Terminen begraben waren.
In ihrem Auslandsjahr hat Keira mehr Freizeit, als sie es gewöhnt ist, und entdeckt so neue und alte Hobbys für sich: Lesen, Malen, Gesellschaftsspiele und vieles mehr. © privat
Durch meinen Aufenthalt in Deutschland habe ich sogar neue Hobbys entdeckt. In den USA hatte ich beispielsweise nie wirklich Zeit, Sport zu treiben, da ich bereits in mehr als zehn Vereinen aktiv war, deren Trainingstermine sich überschnitten. Hier habe ich jedoch Zeit, Sportarten auszuprobieren und aktiver zu werden. Ich habe mir sogar Laufschuhe gekauft und nutze meine Freizeit zum Joggen. Da Sport hier so leicht zugänglich ist, überlege ich auch, einem lokalen Volleyballverein beizutreten. Letztendlich finde ich es toll, dass ich mich mehr bewegen kann.
Alles in allem hatte Carrie Recht: Deutschland ist nicht besser oder schlechter als Amerika. Es ist einfach anders. Und irgendwie habe ich in diesen Unterschieden neue Gewohnheiten, neue Leidenschaften und mich selbst gefunden. Vielen Dank, dass ihr meine Reise wie immer mitverfolgt habt. Jetzt werde ich erst einmal mein Tagebuch über meinen Tag fertig schreiben. Wer weiß, vielleicht öffne ich dabei sogar die Fenster und lüfte!
Keira's blog in english
Hey everyone!
My name is Keira Adkisson, I’m 18 years old, and I’m from Oklahoma. This year, I have the incredible experience of living abroad in Germany through the Congress-Bundestag Youth Exchange (CBYX) Program. It still feels really surreal to say it out loud, but I am so grateful to the U.S. State Department and the German Bundestag for making this opportunity a reality.
Before I begin, I want to explain why I joined this program. I actually found out about CBYX when I was only 13 years old, when my German teacher told me that he had participated in it as well. Ever since then, I've somehow known it was my dream to do the same! Last summer, though, that dream became even more persistent when I participated in the German-American Partnership Program and lived with a host family in Berlin for a month. It was the best experience of my life and cemented my love for the language, culture, and connections that Germany holds. When I returned to Oklahoma, I was left longing for Germany even more, fully committing myself to the idea of returning. Now, being here through CBYX is like living out all my previously seemingly impossible dreams. I've always wanted to do something meaningful, to leave my comfort zone, and to expand my global perceptions, and this program has offered all that and more.
During her time in Bonn, Keira not only got to know the city and region better, but also improved her German language skills. © privat
The months leading up to my departure were a blur of endless anticipation, nerves, and countless to-do lists. I remember sitting in my room in Oklahoma and frantically trying to imagine what my life in Germany would actually look like. It really felt so strange; of course, I was nervous, but beneath the uncertainty was an overwhelming sense of excitement and curiosity. Our first 2 months in Germany were spent in Bonn, where all 25 of us American participants attended an intensive language school through the Akademie für Internationale Bildung (AIB). Bonn was the perfect introduction to Germany: it was beautiful, walkable, and full of history. We often took excursions and trips to cities like Düsseldorf, Aachen, Cologne, Brühl, and Marksburg, visiting cultural and historical landmarks along the way. I even got to travel with friends to Luxembourg, the Netherlands, and Belgium. All in all, the weeks in Bonn flew by, bustling with laughter, tons of new close friendships, and endless life lessons.
Keira and her friends Lucy, Averie, and Jeri traveled together to Luxembourg, the Netherlands, and Belgium. © privat
After the language camp, I moved to Berlin, where I will be spending the remainder of my exchange year. Berlin is unlike any place I've ever been. It's so vibrant, diverse, and lively, and yet it still holds so much more history and art than I previously imagined was possible. I've already visited so many cool festivals (Like the Festival of Lights and the Festival of Giant Kites), events (like comedy shows and concerts), and tourist attractions! Truly every day feels like the perfect new and necessary adventure.
In Berlin, Keira throws herself straight into the hustle and bustle with the Festival of Lights and the Festival of Giant Kites. © privat
One of the most meaningful parts of my year has been living with host families. I've actually had three host families since being in Germany, and each one significantly differed from one another, offering me even more insight into daily life here by giving me a broader understanding of German culture and what habits and traditions are shared between most households. Across all of them though, there have been a couple of overwhelmingly present constants, namely their shared warmth, curiosity, and kindness. In each family, we eat meals together, talk about our days, and laugh over my language and cultural mishaps (stuff like calling a screwdriver a vacuum). Regardless, their patience and generosity helped me feel at home, even in a country thousands of miles away from my own.
Keira has already visited several cities in Germany: Brühl, Marksburg, and Cologne, for example. © privat
For me, a typical day in Berlin starts with a big breakfast and tea, before I head to Gymnasium (German high school). I love taking public transportation to school each day, since I could never do that in the U.S. It’s such a peaceful time to listen to music, look out the window, and watch the city come alive. School here has been a really fascinating experience. I'm proud that I can understand almost everything that my teachers discuss, and I really appreciate how the German school system allows for variety and flexibility in the daily schedule, since it doesn't have the same classes every day but rather new schedules each day of the week, which keeps everything engaging and dynamic. In the afternoons, I usually journal, explore new parts of Berlin, or find cozy libraries to study in. Evenings are spent with my host family, sharing dinner (which always tastes good) and watching movies together.
Keira particularly appreciates the opportunity to use public transportation in her everyday life in Berlin. © privat
Although it's been only two months since I arrived, it already feels like I've lived a lifetime of experiences. This journey has challenged me in the best ways possible and has taught me resilience, patience, and openness. It has helped me understand that real growth often happens in the most unfamiliar and uncomfortable moments. I know there's still so much ahead of me this year abroad, but I can't wait for all the new friends, vocabulary, and memories waiting to be found.
Thanks for reading this blog and for following along on my CBYX journey. I'll keep sharing updates as my year continues, but for now, I'm off to grab my favorite ice cream: Erdbeer Sauerrahm!
No matter how cold it is outside during autumn in Berlin, there's one ice cream flavor that's always a hit: strawberry sour cream! © privat
Fall Break, Holiday Celebrations and the Incoming Winter
Hey Everyone! It's been four months now since I packed my life into suitcases and moved across the Atlantic, and somehow every day still feels new and exciting. Life in Berlin has begun to feel familiar, but it never feels ordinary. Each day brings something new, whether it's an unexpected conversation, a quiet moment on the train, or a reminder of how much this experience has already changed me.
One of the most memorable moments since my last blog post was fall break, when my host family and I went on vacation together! We traveled by RV throughout Germany, Austria, and Italy, and it was genuinely the most incredible trip of my life. I loved seeing the German and Austrian Alps and found Schloss Neuschwanstein especially beautiful in the fall, with all the red and orange hues in the trees. Seeing the German and Austrian Alps for the first time felt almost unreal. And Schloss Neuschwanstein, especially in autumn, was even more breathtaking, as it was surrounded by trees glowing in deep reds and oranges.
To see Schloss Neuschwanstein was a breathtaking experience for Keira. © privat
We also visited the Zugspitze, the highest point in Germany, where I saw endless mountain peaks and snow stretching out in every direction. Coming from flat, prairie-like Oklahoma, this was something I had never experienced before. But even the traveling itself felt so special; riding in an RV for the first time, watching the scenery slowly shift before my eyes, and singing and dancing to music with my host sister will forever be some of my fondest memories.
For Keira who is from prairie-like Oklahoma were the mountains around the Zugspitze a fascinating scenery. © privat
In Italy, we visited Rome, and it was once again unlike anything I've ever seen. I don’t think I’ll ever get used to how, in Europe, you can casually walk past buildings that are thousands of years old and still standing and preserved. While the United States, and especially Oklahoma, has its own vast and immense history, most of the physical structures from thousands of years ago have been destroyed through colonization. This makes me even more appreciative of the preserved architectural history, but simultaneously makes me wish America similarly invested more value in physical historical preservation. It will always amaze me how in Europe you can drive five hours and arrive in an entirely different country; in Oklahoma, you can drive five hours and still sometimes be in Oklahoma.
Photos Keira took in Rome: Arco di Costantino, Trevi Fountain, Colosseum. © privat
Another cultural difference in autumn was Halloween. In the USA, Halloween is huge! We decorate our houses, plan costumes months in advance, and pass out tons of candy to little kids. Schools host huge costume contests and activities, and there tends to be a broader shared excitement around letting loose and embracing spookiness. Germany, however, doesn’t celebrate Halloween nearly as much. That surprised me, especially because I had heard about traditions like Krampus and assumed spooky celebrations would be popular here. Regardless, Halloween definitely still exists here if you know where to look, especially in Berlin, which is really international. I was lucky enough to hand out candy with my host sister, and we even dressed up and went to a costume party together. Being able to celebrate in that small way made the holiday feel familiar and comforting, even so far from home.
Keira and her German friends and host family's thanksgiving: featuring Lentil soup, apple crumble, sweet potato casserole, rolls, pie, and mashed potatoes. © privat
I found the same to be true with Thanksgiving. I know that it's an American holiday, but I was shocked by how little presence it had in Berlin. Luckily, I was able to celebrate with my host family and close friends. I prepared a few traditional dishes, and everyone brought something to share, which made it feel like a ‘real Thanksgiving. After dinner, we played a board game and sang Christmas songs together. It was such a special evening and reminded me how a home can be found wherever you are. I think implementing these seemingly small reminders of home is the best way to ground yourself while you're in an entirely new culture and environment.
That being said, while Germany may lack American-style Halloweens and Thanksgivings, it more than makes up for it with its own seasonal magic. For example, while Germans don't typically celebrate Thanksgiving, they do have St. Martin's day, a holiday honoring the charitable Roman bishop. Children parade through the streets holding lanterns of every shape and size, glowing softly against the dark evenings. There are songs, feasts, and a sense of community that feels incredibly warm even in the colder, darker German evenings. Because Germany experiences much colder winters than Oklahoma, the seasons here feel more genuine. Autumn actually felt like fall, and winter has already begun to announce itself. I’ve watched leaves fall in waves of color and even seen snow outside, sights that many Germans probably take for granted, but that feel extraordinary to me.
To experience an actual fall was something new to Keira. © privat
By far, though, my favorite part of the upcoming holiday season is German Christmas markets. This is something that we practically don't have in Oklahoma, yet here they’re everywhere, even in small towns. Here, the cities glow with lights, and even malls and train stations are suddenly splendidly decorated with ornaments and gasping, towering trees. I’ll never forget the pure joy I felt the first time I walked into a Christmas market. I couldn’t stop smiling. The music, the lights, the handmade gifts, and the warmth of the booths moved me in a way I didn’t imagine even possible.
Keira is a big fan of German Christmas markets. © privat
These markets might feel ordinary to many Germans, but to me, they represent everything I admire about life here: the emphasis on small joys, constant celebration, and community. Even on a random Tuesday night, you can meet friends at a Christmas market and simply enjoy the season. This is my first Christmas without looming exams, and for the first time, I can fully revel in the holiday spirit. Lighting Advent candles and opening Advent calendars each day has brought me an unexpected amount of joy, and I can’t wait to experience Christmas itself and notice how it differs from home.
That's all for this post! As for now, I'm off to enjoy another Christmas market! I wish you all the happiest of holidays!
Inside a German High School
Hey everyone! It honestly feels impossible that I am already fully in the Gymnasium (German high school) phase of my year here in Germany. When I first imagined what going to a German school would be like, I definitely pictured something pretty different. And while schools here do distinguish themselves from schools in Oklahoma in many ways, it has also been a really meaningful and enlightening experience.
The first thing I noticed was the rhythm of the day. In Gymnasiums, there are longer pauses and more breaks between classes. Therefore, instead of constantly rushing from one class to the next, there's time to breathe, and lots of students simply stand in the halls and outside just talking to each other, eating snacks, and enjoying fresh air. All around, it means that the environment feels calmer and less frantic.
The structure of classes surprised me too. In the U.S., I was used to constant homework, massive essays (20–30 pages usually), weekly presentations, projects, and endless busy work. Here, there are Klausuren (big exams) pretty frequently, but outside of that, there is far less daily homework. An assignment might just be a page of math problems or researching a topic for the next discussion but unlike in America, I haven’t experienced any enormous research papers like I am used to. Admittedly, at first it felt wrong. I kept waiting for the workload to get more complex and impossible to manage. Instead, I slowly realized that the focus here is more often on in-class
discussions and critical thinking as opposed to busy work and essays.
In Germany, school takes up less time than Keira is used to in the US. In her free time, she now makes scrapbooks. © privat
One of the sweetest and funniest daily differences between the school experiences in America and Germany is lunch. I've noticed that a lot of students don't even bring lunch. Instead, during breaks, groups of kids walk to the nearby Rewe (a grocery store chain) and grab snacks together. It's such a cute experience and has allowed me to meet lots of new people, even ones outside of my classes, all while learning more about German teenagers’ go-to snacks, which, of course, has been informative in its own way.
I've also had the opportunity to give presentations about the United States and my life as an Oklahoman. Sharing my own experiences and gently breaking down stereotypes about America has been really meaningful and has also allowed me to learn more about German culture.
My favorite classes so far have been English and art. English is fun because I can fully express myself without language barriers, and I love being able to write long essays in my native tongue again. Art feels like a universal language anyway. Those are the classes where I interact the most and where I feel the most confident jumping into discussions. Generally speaking, though, I have settled into the routine of all my classes now. I now feel such immense pride when I understand niche jokes in German or can contribute my thoughts and experiences to a deeper conversation. Two months ago, I was terrified I wouldn’t keep up. Now, I can follow almost everything.
The biggest adjustment in schools though has been the absence of school clubs and sports. In the U.S., I was involved in everything. My afternoons were always packed. Here, those activities exist, but outside of school. Part of me wishes there were school clubs because I think they make it easier to find new friends. But I’m also learning that friendships here grow differently. They’re slower, maybe quieter, but incredibly genuine. All in all, I am really grateful for my Gymnasium experiences, they’ve allowed me to practice resilience, language, and cultural understanding.
Culture Shocks
Outside of school, culture shock hasn't come to me in huge, dramatic waves. Rather, since I lived in Germany for a month last summer, it has appeared in more subtle distinctions. Regardless, some amount of culture shock is inevitable. So here are some of my findings about the German culture, habits, and social etiquettes, and my thoughts regarding them:
Just as a preface, because these are only my experiences, I am sure it differs by region and that not everyone agrees with what I have to say as they are generalizations. Also, because I am from the southern United States, that impacts some of my experiences and cultural differences. Finally, I want to share the wise words of my program coordinator, Carrie: “[German culture] is not better or worse; it's just different.”
I think the most obvious culture shocks are in small daily shifts. For example, Germany is generally a lot more environmentally friendly. Instead of always receiving new plastic bags, everyone uses their own reusable bags. I think it's really convenient, and I will definitely try to keep up this habit in America. Other examples are paper cups, lids, and straws instead of their plastic counterparts. While I support lessening one's plastic consumption and saving the planet, I will still admit that the soggy paper straws and dissolving lids occasionally test my patience… I am human after all.
Keira experiences all four seasons during her exchange year in Berlin. © privat
Another environmental difference is the emphasis on lowering one's carbon emissions. For example, opting for public transportation or cycling as opposed to driving cars. In fact, my host family doesn’t even own a car, something that has been a big change since everyone drives cars to get around Oklahoma. Instead, here I walk at least 40 minutes a day just getting around, and I love it. There’s something grounding about moving through the city on foot, it allowed me to get to know Berlin on a more personal level. Sure it's sometimes inconvenient to walk around in the rain, ice, and cold. But, as the saying goes here, “There’s no such thing as bad weather, only bad
clothing.” I’m certainly trying to adopt that mindset.
Socially, Germans are generally less openly extroverted than what I grew up with in the Southern United States. At first, the lack of constant smiling and small talk was hard to adjust to. In Oklahoma, friendliness is loud and immediate. Here, it’s quieter. But I’ve come to deeply appreciate that; by saying less, there is more value and truth behind what is said. Silence at the dinner table isn’t awkward; it’s peaceful. No one feels the need to fill every gap with meaningless chatter, unlike the case in the American south.
As for the stereotype that Germans are less friendly: this is definitely not true. The kindness here is different and subtle, but it's so profound. It's how my host dad makes me a lunch box every day and how my host mom lays out my iron pills each morning because she knows I'll forget. Even with strangers, it's how older German gentlemen help you with your bags on the train, how people hold the S-Bahn doors open for you as you're running, and how even if you only drop a 20-cent coin, someone picks it up and goes out of their way to give it back to you. It's in the kids at Gymnasium who explain topics to me that I don't understand, and how my CBYX friends' host parents welcome me into their house immediately even when I've never met them. Germans may not always be “fake nice,” but they are deeply, genuinely respectful and kind.
Unfortunately, not every culture shock is poetic. Public restrooms costing money is diabolical if you ask me. And yes, sometimes Germany smells bad, specifically on public transportation. That said, I think that's because in the U.S. we move around in our cars, so we don't notice every lingering smell outdoors and are usually not in so many confined spaces with others.
Regardless, there are many small things I adore, like tax included in prices (no mental math, luckily!), a strong recycling culture with multiple bins, tap water that is actually drinkable (something usually not possible in the U.S. without a water filter), the tradition of lüften (airing out rooms daily), and healthier food options. All in all, Germany is mostly really similar to America. While there are noticeable differences, they are usually small habitual things and are easy to acclimate to. I am excited to bring back some of these German habits and traditions when I return to the U.S., such as walking, bringing my own bags everywhere, and appreciating silence.
Hobbies and Free Time
One of the greatest gifts Germany has given me, though, is time. Back in the U.S., I was constantly busy. Eight hours of school, hours of clubs afterward, then homework until bedtime. I had no free time or energy to embrace hobbies and activities. Before, I thought that was a good thing; free time felt almost irresponsible. It was as if in the U.S., people were rewarded for overworking themselves beyond exhaustion. Germany is luckily the complete opposite. Here, there’s a strong work-life balance. People work hard, but they also genuinely rest. Even at work, people are usually given 20+ vacation days per year, unlimited sick leave, and longer maternity leave. And at school, the classes are shorter, which leaves more time for free time and activities. Honestly, the influx of time was hard for me to adjust to. I was overwhelmed by it and had no idea how to use it. That said, thanks to this culture of working hard and playing harder, I have been able to reignite all my old passions and hobbies.
For example, now I journal and scrapbook every single day, allowing me to capture all of my memories from abroad. I draw and paint multiple times a week. I’ve read 15+ books recreationally (1–2 a week). I write short stories, bake, and play board games with my host parents. I sing and dance in the kitchen with my host sister and people-watch from my balcony. It's safe to say that since being here, I have rediscovered all of the parts of myself that were buried under stress and schedules.
During her year abroad, Keira has more free time than she is used to and discovers new and old hobbies for herself: reading, painting, board games, and much more. © privat
Being in Germany has even introduced me to new hobbies. For example, in the U.S., I never really had the time to participate in sports because I was already in 10+ clubs that took place during practice times. But here, I have the time to try sports and become more active. I've even bought some running shoes and have used my free time to go jogging. I am also considering joining a local volleyball club since sports are so accessible here. Ultimately, I've really loved being able to move my body more.
All in all, Carrie was right; Germany isn’t better or worse than America. It's just different. And somehow, in those differences, I've found new habits, new passions, and myself. Thank you, as always, for following along on my journey. For now, I'm off to finish journaling about my day. Who knows, maybe I'll even open the windows and lüften throughout the process!