PPP-Stipendiaten in den USA
Paul, 16, mit der Trompete nach Missouri
Paul verbringt ein Schuljahr in Palmyra im Bundesstaat Missouri, eine Stadt mit weniger als 4.000 Einwohnern. Von seiner Zeit in dieser kleinen Gemeinde erhofft er sich viele neue Begegnungen, Erfahrungen und Momente, die er nie vergessen wird.
Pauls Abenteuer in den USA und eine Zeit voller neuer Erlebnisse beginnt. © privat
Hallo!
Ich bin Paul, 16 Jahre alt, und mache ein PPP-Auslandsjahr in Palmyra, Missouri. In Deutschland habe ich mich politisch engagiert und Trompete in der Band gespielt. Ich liebe es hier in den USA, Musik und Sport zu machen, und es macht mir Spaß, neue Leute kennenzulernen. Ich hoffe, dass euch der Beitrag gefällt.
Mein Auslandsjahr ist ganz anders, als ich es mir vorgestellt habe. Am Anfang war vieles neu und manchmal auch herausfordernd, aber genau das macht es spannend. Ich gehe zur High School hier in Palmyra und habe schon viele neue Freundschaften geschlossen. Ich spiele weiter Trompete in der Schulband.
Eine Sache hat mich hier besonders überrascht: Viele Leute unterstützen den Präsidenten sehr stark. In Deutschland hätte ich nicht gedacht, dass ein Politiker so viel Zuspruch bekommen könnte. Es ist faszinierend zu sehen, wie anders Politik hier gelebt wird und wie verschieden Meinungen sein können.
Im Alltag gibt es viele typische Unterschiede zu Deutschland. Es scheint fast normal, dass fast alles einen Drive-In hat, sogar Apotheken und Supermärkte. Niemand macht sich große Gedanken darüber, wie man sich in der Schule oder generell kleidet. Und Football ist hier ist wie Fußball in Deutschland, nur noch größer, mit mehr Begeisterung und Teamgeist.
Als Mitglied der Marschband seiner Schule bekommt Paul mit, was „Party the American Way“ bedeutet. Egal ob auf dem Spielfeld oder am Straßenrand, die Kapelle sorgt für gute Stimmung und ein Gemeinschaftsgefühl! © privat
Meine Highlights bisher waren die Football-Spiele meiner Schule und die Band Parade. Bei den Spielen ist nahezu die ganze Stadt dabei. Alle feuern das Team an und man merkt, wie wichtig Gemeinschaft hier ist. Die Band Parade war auch etwas Besonderes: Wir liefen mit, spielten Musik, sahen die Leute am Straßenrand jubeln und spürten, wie sehr Musik Menschen verbinden kann.
Diese Erlebnisse haben mir gezeigt, wie wertvoll Offenheit, Neugier und Mut sind. Ich freue mich schon auf alles, was noch kommen wird: Auf neue Begegnungen, Erfahrungen und Momente, die ich bestimmt nie vergessen werde.
Hallo zusammen,
inzwischen bin ich schon mehrere Monate in Palmyra, Missouri, und mein Auslandsjahr fühlt sich immer mehr wie ein zweites Zuhause an. Die anfängliche Aufregung ist Alltag geworden – aber ein Alltag, der sich ganz anders anfühlt als der in Deutschland.
Mein Schulalltag an der High School unterscheidet sich stark von dem, was ich von zuhause kenne. Der Tag beginnt früh, und Schule ist hier viel mehr als nur Unterricht. Sport, Musik und Schulveranstaltungen gehören ganz selbstverständlich dazu. Besonders die Schulband spielt eine große Rolle in meinem Leben: Ich spiele weiterhin Trompete und bin Teil der Marching Band. Proben, Auftritte und gemeinsame Busfahrten haben mir nicht nur musikalisch viel gebracht, sondern auch Freundschaften entstehen lassen, die weit über den Unterricht hinausgehen.
Seiner Trompete ist Paul auch in den USA treu geblieben. Zwischen Bandproben und Auftritten sind echte Freundschaften entstanden. © privat
Ab März werde ich Teil des Golfteams meiner Schule sein. Golf ist für mich etwas Neues, aber genau das macht es so spannend. Ich freue mich darauf, eine neue Sportart kennenzulernen, im Team zu spielen und meinen Schulalltag noch einmal aus einer anderen Perspektive zu erleben.
Was mich immer wieder beeindruckt, ist das Leben in einer so kleinen Stadt. In Palmyra kennt gefühlt jeder jeden. Ob im Supermarkt, in der Schule oder bei Schulveranstaltungen – man wird angesprochen, begrüßt und wahrgenommen. Dieses starke Gemeinschaftsgefühl habe ich so in Deutschland kaum erlebt, und es prägt meinen Alltag hier sehr.
Deutlich größer als die Kleinstadt Palmyra ist St. Louis, das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum Missouris. Der Gateway Arch ist das Wahrzeichen der Stadt. © privat
Auch mein Blick auf Politik und Gesellschaft hat sich weiter verändert. Politische Meinungen werden hier offen gezeigt und diskutiert. Das hat mich dazu gebracht, noch mehr zuzuhören, andere Sichtweisen besser zu verstehen und meine eigenen Überzeugungen bewusster zu hinterfragen.
Ursprünglich sah das PPP eine politische Bildungswoche in Washington, D.C., vor, auf die ich mich besonders gefreut hatte. Für mich wäre das eine einmalige Gelegenheit gewesen, politische Institutionen aus nächster Nähe kennenzulernen und einen tieferen Einblick in das politische System der USA zu bekommen. Leider musste die Reise aufgrund des schweren Wintersturms „Blair“ kurzfristig abgesagt werden, da dieser massive Auswirkungen auf Verkehr und Infrastruktur hatte.
Ein weiteres Highlight in den letzten Monaten war der Winter Formal an meiner Schule. Es war spannend zu sehen, wie wichtig solche Schulveranstaltungen hier sind und wie viel Mühe sich alle mit Kleidung, Dekoration und Organisation geben. Der Abend war eine schöne Abwechslung zum Schulalltag und ein Erlebnis, das typisch für das High-School-Leben in den USA ist.
Das Weihnachtsfest wird in den USA anders gefeiert als in Deutschland. Doch Paul kam trotzdem in festliche Stimmung. © privat
Jetzt ist mein Auslandsjahr schon etwas mehr als zur Hälfte vorbei, und ich nehme meinen Alltag deutlich bewusster wahr. Auch wenn mir noch rund viereinhalb Monate bleiben, merke ich, wie schnell die Zeit vergeht. Viele Dinge, die am Anfang neu und ungewohnt waren, sind inzwischen ganz selbstverständlich geworden. Besonders meine Gastfamilie ist mir sehr ans Herz gewachsen – sie fühlt sich immer mehr wie eine zweite Familie an.
Ich versuche, die kommende Zeit bewusst zu nutzen: neue Erfahrungen zu sammeln, Zeit mit Freunden und meiner Gastfamilie zu verbringen und das Leben hier weiter kennenzulernen. Dabei merke ich immer mehr, wie wertvoll Offenheit und Neugier sind – und ich bin gespannt auf alles, was in den nächsten Monaten noch auf mich wartet.
Hallo zusammen,
mein Auslandsjahr neigt sich langsam dem Ende zu – und es fühlt sich ehrlich gesagt ziemlich unwirklich an, wie schnell die Zeit vergangen ist. Was sich am Anfang noch völlig neu und ungewohnt angefühlt hat, ist inzwischen zu meinem Alltag geworden.
In den letzten Wochen durfte ich noch einmal besondere Highlights erleben, die mein Jahr perfekt abgerundet haben. Zuerst ging es für mich nach New York City – eine Stadt, die noch einmal einen ganz anderen Eindruck von den USA vermittelt. Anlass war meine Teilnahme an FWWMUN (Future We Want Model United Nations), einer internationalen Simulation der Vereinten Nationen. Besonders beeindruckend war für mich, dass ich im Hauptsaal der Vereinten Nationen sitzen durfte – genau dort, wo sonst Delegierte aus aller Welt zusammenkommen. In diesem Moment wurde mir bewusst, wie nah ich plötzlich an Themen war, die sonst nur in den Nachrichten stattfinden.
Paul war in New York City, um an einem Simulations-Programm der Vereinten Nationen teilzunehmen. © privat
Ein weiterer besonderer Moment war mein Besuch in der deutschen Auslandsvertretung in New York. Dort hatte ich die Gelegenheit, mich mit anderen auszutauschen und einen Einblick in die diplomatische Arbeit Deutschlands im Ausland zu bekommen. Solche Erfahrungen zeigen noch einmal, wie international und vielfältig dieses Jahr für mich war.
Danach folgte meine Civic Education Week in Washington, D.C.. Dort hatte ich die Möglichkeit, politische Institutionen aus nächster Nähe kennenzulernen und das amerikanische System besser zu verstehen. Nach all den Gesprächen und Eindrücken wurde mir noch einmal klar, wie wertvoll es ist, unterschiedliche Perspektiven zu hören und sich aktiv mit Politik auseinanderzusetzen.
Mit den anderen PPPlern in Washington, D.C., zu sein und die US-amerikanische Politik ganz nah zu erleben, war ein weiteres Highlight für Paul in seinem Auslandsjahr. © privat
Ich spiele nach wie vor Trompete in der School Band, und die Musik ist über das ganze Jahr hinweg ein wichtiger Teil meines Lebens hier geblieben. Anders als in meinem letzten Beitrag geplant, bin ich allerdings nicht Teil des Golfteams geworden, da es dort nur sehr begrenzte Plätze gab. Auch wenn das zunächst enttäuschend war, habe ich gelernt, solche Dinge zu akzeptieren und mich auf die vielen anderen Erfahrungen zu konzentrieren, die dieses Jahr für mich bereithält.
Gedanken zum Auslandsjahr
Wenn ich auf die letzten Monate zurückblicke, merke ich, wie sehr mich dieses Auslandsjahr verändert hat. Ich habe gelernt, offener auf Menschen zuzugehen, mich in einer neuen Umgebung zurechtzufinden und Dinge aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten. Viele Begegnungen, Gespräche und Erlebnisse haben meinen Blick auf die Welt nachhaltig geprägt.
Gleichzeitig fällt es mir nicht leicht, Abschied zu nehmen. Meine Gastfamilie ist für mich zu einer zweiten Familie geworden, und auch die Freundschaften, die ich hier geschlossen habe, bedeuten mir sehr viel. Palmyra ist längst mehr als nur ein Ort für mich – es ist ein Teil meines Lebens geworden.
Für die letzten Wochen nehme ich mir bewusst vor, jeden Moment noch einmal intensiv zu erleben und zu schätzen. Denn auch wenn dieses Kapitel bald endet, weiß ich, dass die Erfahrungen, Erinnerungen und Freundschaften mich noch lange begleiten werden.
Dieses Auslandsjahr war nicht nur ein Aufenthalt im Ausland – es war ein ganzes Leben in einem Jahr.
Vielen Dank fürs Mitlesen auf meinem Weg,
Paul