PPP-Stipendiaten in den USA
Veit, 16, aus der westfälischen Bucht in die Wüste Arizonas
Für zehn Monate wird Veit in den USA zur Schule gehen und sich an eine neues Klima anpassen müssen. Denn die vier Jahreszeiten in seiner Heimatstadt Essen hat er gegen die Hitze der Sonora-Wüste im US-Bundesstaat Arizona eingetauscht.
Veit wird sein Auslandsjahr zwischen Kakteen und Kiefern in der abwechslungsreichen Natur Arizonas verbringen. © privat
Hey!
Mein Name ist Veit, ich bin 16 Jahre alt und komme aus Essen in Nordrhein-Westfalen. Dank des PPP-Stipendiums ist mein Zuhause für ein Schuljahr Scottsdale, eine Stadt in der Nähe von Phoenix im südwestlichen US-Bundesstaat Arizona. Ich freue mich sehr, euch hier ein bisschen über mein neues Leben und den Staat Arizona zu erzählen!
Dort wo der Sommer kein Ende nimmt: So ist das Leben im heißesten Staat der USA
Scottsdale hat etwa 250.000 Einwohner und gehört zur sogenannten Phoenix Metropolitan Area, also dem Großraum rund um Phoenix. Diese Region liegt mitten in der Sonora-Wüste, weshalb sie hier oft einfach nur „The Valley“ genannt wird – das Tal.
Arizona ist ein ganz besonderer Bundesstaat: Die Landschaft, das Klima, die Städte – alles ist ganz anders, als man es aus Deutschland kennt. Die Hauptstadt Phoenix ist übrigens mit mehr als 1,6 Millionen Einwohnern sogar die fünftgrößte Stadt der USA!
Für mich ist es eine großartige Möglichkeit, diese Region kennenzulernen, da ich sehr fasziniert vom Reisen und Entdecken neuer Orte bin. Besonders interessiert mich auch das Kennenlernen verschiedener Kulturen – und dafür ist Arizona einfach perfekt!
Das Valley, Veits neues Zuhause für zehn Monate, bietet viele Gelegenheiten, auf Entdeckungsreise zu gehen. © privat
Hier treffen gleich mehrere Kulturen aufeinander: Zum einen natürlich die klassisch amerikanische, dazu die mexikanische, die durch die geografische Nähe zur Grenze stark präsent ist, und zum anderen die der Native Americans, also der Ureinwohner, von denen viele noch heute in Reservaten wie der Navajo Nation leben.
Was außerdem sehr interessant und reizvoll an Arizona ist, ist die landschaftliche Vielfalt. Ich lebe mitten in der Wüste – es ist heiß, die Sonne brennt fast das ganze Jahr, und überall wachsen Palmen und Kakteen. Die Kakteen (speziell hier „Saguaro Kakteen“) sind das Wahrzeichen Arizonas. Sie wachsen ohne viel Wasser mitten in der Wüste und hier ist der einzige Ort, an dem es sie gibt!
Doch nur ungefähr zwei Stunden nördlich vom Valley verändern sich Klima und Natur völlig: Plötzlich wird es grüner, die Luft frischer und in den Bergen kann es im Winter sogar schneien.
Das Extremste hier ist allerdings das Wetter – zwischen Mai und Ende September sind es hier tagsüber durchschnittlich 40 Grad! Erst jetzt, circa Anfang Oktober, kühlt es langsam ab auf etwa 25 bis 30 Grad. Es ist für mich persönlich eine angenehme Hitze, da hier im Valley die Luft sehr trocken und es nicht schwül ist – das macht es erträglich.
Die landschaftliche Vielfalt Arizonas beeindruckt Veit besonders. © privat
Was mich hier bisher besonders überrascht hat, ist die Freundlichkeit der Menschen. Die Menschen in Arizona wirken alle sehr positiv, entspannt und offen. Egal ob im Supermarkt, in der Schule oder einfach auf der Straße: Das Miteinander hier ist sehr harmonisch.
Ich hoffe, ich konnte euch einen guten ersten Eindruck über mein neues Umfeld geben und freue mich sehr darauf, euch in meinem Blog von meinen weiteren Erlebnissen rund um den Alltag, die Schule, meine Hobbys und allgemein meine besondere Zeit hier in den USA zu berichten!
Wie ist der Winter in Arizona?
Hallo zusammen! In meinem zweiten Blogbeitrag über mein Auslandsjahr in Scottsdale, Arizona, möchte ich euch von einem filmreifen Roadtrip durch Colorado und Arizona erzählen, nehme euch außerdem mit zu einem NBA Basketballspiel und berichte von der Weihnachtszeit im heißesten Staat der USA.
Ab Ende Oktober hat es angefangen abzukühlen und jetzt müssen auch hier lange Hosen und Pullis getragen werden – ganz speziell am Morgen. Das heißt aber auch, dass die Temperaturen endlich angenehmer werden und man sehr viel Zeit draußen verbringen kann. Sei es beim Sport, im Garten mit der Gastfamilie oder beim Fahrrad fahren.
Roadtrip durch Colorado
Mitte November ging dann ein kleiner Traum von mir in Erfüllung: Mein Gastvater hat einen Camper in Denver, Colorado, gekauft und der musste abgeholt werden. Glücklicherweise durfte ich mitkommen! Also sind wir eines Morgens von Phoenix nach Denver geflogen und haben dort den Camper abgeholt. Ein bisschen Sightseeing in Denver durfte natürlich nicht fehlen, und dann waren wir „on the road“ zurück Richtung Phoenix. Insgesamt waren das ca. 15 Stunden Fahrt, aber auf zwei Tagen verteilt ging das schon recht gut. Vor allem bei dieser atemberaubenden Landschaft! Colorado ist wahrscheinlich von der Natur und Umgebung her der schönste Ort, an dem ich jemals war, geprägt von hohen Bergen, weiten Feldern, Flüssen und Tälern. Das war wirklich beeindruckend! Wir mussten oft anhalten, um Bilder zu machen.
Auf dem Roadtrip von Denver nach Phoenix haben Veit und sein Gastvater viele Stopps eingelegt, um Fotos zu machen. © privat
Am ersten Tag ging es von Denver nach Durango, eine Stadt an der Grenze von Colorado und Arizona, die vor allem für ihre Skiresorts bekannt ist. Dort haben wir dann im Camper übernachtet, um am nächsten Morgen zurück nach Scottsdale aufzubrechen. Auf dem Weg sahen wir die berühmten roten Felsen und kamen am 4 Corners Monument, dem Punkt wo sich die 4 Staaten Arizona, Colorado, New Mexico und Utah kreuzen, vorbei. Eine Stunde später waren wir auch schon wieder Zuhause. Diese Natur einmal zu erleben, war wirklich etwas sehr besonderes und kann ich jedem empfehlen!
Veit fand die Landschaft, die er in Colorado zu sehen bekam, atemberaubend. © privat
Beim NBA-Spiel
Ein weiteres Highlight war der Besuch eines NBA Basketballspiels der Phoenix Suns im November. Es war einfach genau so, wie man sich so eine US-Sportveranstaltung vorstellt: große Show, spektakuläre Acts in den Pausen und ein gutes Basketballspiel. So etwas gehört einfach dazu, wenn man an Amerika und vor allem den Sport denkt.
Ein NBA-Basketballspiel zu besuchen, war genau so toll, wie Veit es sich vorgestellt hatte. © privat
Weihnachten bei 25 Grad
Abschließend möchte ich noch gerne von der Weihnachtszeit hier erzählen, da diese auch etwas ganz Neues für mich war und einfach anders, als wie wir es in Deutschland kennen. Die großen Märkte wie Walmart, Costco usw. waren schon seit Anfang November voll mit riesiger Weihnachtsdeko und allem, was so dazugehört. Es gab ein großes Christmas-Haus direkt in meiner Straße und ich habe ein paar Weihnachtskonzerte mit der Schule und am Weihnachtsabend in einer Kirche gespielt. Trotzdem kam bei mir ehrlich gesagt nicht wirklich Weihnachtsstimmung auf. Einfach aus dem Grund, dass es hier um die 20 bis 25 Grad warm ist im Dezember und es eher Kakteen als Tannenbäume gibt, die geschmückt werden. Die Leute hier genießen diese Zeit natürlich trotzdem, und ich tat es auch, nur war es eben ganz anders, als man es von Zuhause kennt.
So richtige Weihnachtsstimmung konnte für Veit unter Palmen und bei mehr als 20 Grad nicht aufkommen. © privat
Ich hoffe, ihr habt eine Vorstellung von dieser besonderen Zeit hier in Arizona bekommen und ich freue mich bereits auf meinen nächsten Blogeintrag!
Hey zusammen ! Im dritten Teil meines USA-Blogs nehme ich euch mit in vier verschiedene US-Staaten, erzähle von einem Kalifornien-Urlaub wie in Hollywood und berichte euch, wie es ist, bei über 40 Grad Tennis zu spielen.
Musikwettbewerbe und Urlaub im Niemandsland
Nachdem der ganze Weihnachts- und Neujahrstrubel überwunden war, gab es direkt schon die nächsten spannenden Erlebnisse und Ereignisse. Ende Januar habe ich mit einem Freund an einem Geigenwettbewerb teilgenommen - und wir haben gewonnen! Darauf folgten einige weitere kleine Konzerte und Wettbewerbe, darunter auch das Regionals Ensemble der Region Phoenix. Insgesamt bin ich immer noch sehr aktiv in der Musik und genieße es, meine Leidenschaft auch hier fortführen zu können.
Ein weiteres Highlight war dann ein länger geplanter Trip mit meinen Gasteltern nach Dunning, Nebraska, mitten ins Niemandsland der USA. Dunning ist ein Dorf mit circa 80 Einwohnern und der Heimatort meines Gastvaters. Er wuchs dort auf einer Rinderfarm auf, die bis heute einen jährlichen Bullenverkauf veranstaltet. Es war eine einmalige Erfahrung und ich habe noch nie so kalte Temperaturen in meinem Leben gespürt: -18 Grad Celsius! Es ist wirklich beeindruckend zu sehen, wie so ein Farmleben aussieht und ich habe einen sehr guten Eindruck vom Niemandsland, auch Midwest genannt, bekommen.
In Nebraska hat Veit Einblicke in die Rinderzucht erhalten. © privat
Ab nach Kalifornien und auf den Tennisplatz
Mitte März stand dann die Spring Break an und ich wurde freundlicher Weise von einem Freund gefragt, ob ich mit ihm und seiner Familie nach Kalifornien fahren möchte. Wir haben also eine Woche in Carlsbad, in der Nähe von San Diego, verbracht, und ich habe die Strandatmosphäre komplett genießen können! Wir haben viele Spiele gespielt, am Pool entspannt und die Stadt erkundet. Carlsbad ist eine Stadt, wie man sie sich aus den Hollywood-Filmen vorstellt: mit Palmen, Luxusautos und riesigen weißen Villen am Strand. Es war eine tolle Woche und ich habe das Kalifornien-Feeling hautnah erleben können.
Außerdem spiele ich seit Mitte Februar im Tennis-Team unserer Schule. Ich habe schon vorher etwas Tennis gespielt, aber seitdem hier jeden Tag Training ist, wurde ich auch recht schnell besser. Wir spielen außerdem Turniere, was sehr anstrengend werden kann in der Hitze von Arizona. Unter solchen Bedingungen braucht man viel Wasser und Hitzeschutz – sonst kann es wirklich gefährlich werden.
Seine Springbreak hat Veit in der kalifornischen Sonne verbracht. Während der Schule verbringt er viel Zeit auf dem Tennisplatz. © privat
Ich kann jedem nur empfehlen, einen Sport in der High School zu betreiben, wenn man die Möglichkeit bekommt. Es ist mit der einfachste Weg, neue Freunde zu finden und nebenbei lernt man noch einen neuen Sport!
Es ist wirklich eine ereignisreiche Zeit, die sich schon langsam dem Ende zu neigt. Noch zwei Monate darf ich diesen Traum hier leben, trotzdem freue ich mich immer mehr auf meine Rückkehr nach Deutschland.
Ich hoffe, ihr hattet Spaß mit meinen Blogposts und habt euch selbst ein gutes Bild dieses Lebens hier machen können, oder vielleicht sogar als Anlass genommen selbst den Schritt ins Auslandsjahr zu wagen!